Samstag, 24.01.2015

Vettels Teamchef will radikale Änderungen

"Revolution statt Evolution"

Sebastian Vettels neuer Teamchef Maurizio Arrivabene hat radikale Veränderungen in der Formel 1 gefordert und will sich dabei stark am öffentlichen Interesse orientieren. Die schwindende Aufmerksamkeit für die Königsklasse erfordere vor allem eine Rückkehr zu spektakulären Autos, sagte der 57 Jahre alte Ferrari-Manager.

Maurizio Arrivabene schlägt einige Änderungen in der Formel 1 vor
© getty
Maurizio Arrivabene schlägt einige Änderungen in der Formel 1 vor

"Ich denke, eine einfache Evolution ist in diesem Fall nicht genug. Wir brauchen eine echte Revolution mit radikalen Neuerungen. Damit meine ich mehr Power und höhere Geschwindigkeit."

An technischen Feinheiten, die auf wenig Interesse in der Öffentlichkeit stoßen, solle dagegen gespart werden, sagte Arrivabene in einem Beitrag auf der Ferrari-Website. Damit zielte er auch auf die Motorenformel mit verbrauchsärmeren Turbo-Hybrid-Aggregaten ab, die seit ihrer Einführung 2014 auf einige Kritik gestoßen war.

"Heavy-Metal-Autos das Ziel"

"2017 würde ich gerne wieder Autos sehen, mit denen man die Fans gewinnen kann, die eine Lautstärke produzieren, die Gänsehaut verursacht. Wie bei einer Heavy-Metal-Band", sagte Arrivabene. Zuletzt hatte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda bereits eine Rückkehr zu stärkeren, lauteren Autos gefordert. Der neue Ferrari-Pilot Vettel kritisiert die "leise" Formel 1 schon seit Monaten.

Über die Art der Änderungen sollen nach Meinung von Arrivabene die Fans mitentscheiden. "Ich weiß, dass das kein gewöhnlicher Ansatz ist. Aber eine weltweite Umfrage über das Internet und die TV-Sender würde uns zeigen, was die Leute wirklich wollen", sagte Arrivabene: "In diesem Bereich ist Sport Unterhaltung, und da sollte die Nachfrage das Angebot bestimmen."

Zudem solle die Formel 1 wieder zugänglicher werden: "Wir müssten die Formel 1 zu den Menschen bringen. Vielleicht sollte man die Pressekonferenzen vor den Rennen an einem öffentlichen Ort abhalten. Die Städte, in denen die Rennen ausgetragen werden, könnten damit zum Schauplatz für die Präsentation von Fahrern und Autos werden."

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