20-jähriges Jubiläum der ersten WM von Michael Schumacher

Triumph unter widrigsten Umständen

Donnerstag, 13.11.2014 | 10:59 Uhr
Michael Schumacher wurde von Flavio Briatore zu Benetton geholt
© getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
FrJetzt
Bayern - Bayer: Die Highlights
2. Liga
Sa15:30
Die Highlights der Samstagsspiele
Melbourne Darts Masters
Live
Melbourne Darts Masters: Tag 2
J1 League
Live
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Live
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Live
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Western & Southern Open Women Single
WTA Cincinnati: Halbfinale
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
MLB
Blue Jays @ Cubs
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
MLB
Dodgers @ Tigers
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
MLB
Mariners @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Twins
Melbourne Darts Masters
Melbourne Darts Masters: Tag 3
J1 League
Kobe -
Yokohama
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
20. August
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
IndyCar Series
ABC Supply 500
Western & Southern Open Women Single
WTA Cincinnati: Finale
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
21. August
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Tag 2
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
MLB
Twins @ White Sox
MLB
Athletics @ Orioles
MLB
Red Sox @ Indians
MLB
Diamondbacks @ Mets
MLB
Mariners @ Braves
NFL
Giants @ Browns
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
22. August
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Dodgers @ Pirates
MLB
Blue Jays @ Rays
MLB
Twins @ White Sox
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
23. August
Horse Racing (Racing UK)
Yorkshire Ebor Festival
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Main Fight Pressekonferenz
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Cubs @ Reds
National Rugby League
Broncos -
Eels
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
24. August
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Viertelfinale
MLB
Marlins @ Phillies
MLB
Blue Jays @ Rays
MLB
Yankees @ Tigers
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Undercard Pressekonferenz
MLB
Red Sox @ Indians
MLB
Cubs at Reds
Perth Darts Masters
Perth Darts Masters: Tag 1
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Halbfinale -
Session 1
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Weigh-in
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Halbfinale -
Session 2
MLB
Mariners at Yankees
MLB
Cubs at Phillies
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Padres at Marlins
MLB
Orioles @ Red Sox
National Rugby League
Storm -
Rabbitohs
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
MLB
Mariners @ Yankees
MLB
Twins @ Blue Jays
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
New Haven Open Women Single
WTA Connecticut: Finale
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
MLB
Orioles @ Red Sox
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Mayweather vs McGregor
Mayweather vs McGregor: Undercard + Main Fight
MLB
Padres at Marlins
NFL
Chargers @ Rams
Perth Darts Masters
Perth Darts Masters: Tag 3
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
27. August
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
NFL
Bears @ Titans
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia
NFL
Bengals @ Redskins
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
28. August
MLB
Indians @ Yankees
MLB
Marlins @ Nationals
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
29. August
MLB
Indians @ Yankees
MLB
Marlins @ Nationals
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
30. August
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
31. August
WC Qualification South America
Venezuela -
Colombia

Michael Schumacher war bewegt. Auf dem australischen Straßenkurs von Adelaide hatte er am 13. November 1994 gerade den Traum seiner Jugend erfüllt: Er hatte sich und Benetton erstmals zum Formel-1-Weltmeister gekrönt - auch wenn er nach einem Crash mit Williams-Pilot Damon Hill nur hinter der Leitplanke stand. Doch während der ausgelassen Siegesfeier wurde er plötzlich nachdenklich.

"Für mich war immer klar, dass ich diese Weltmeisterschaft nicht gewinne, dass Ayrton diese Weltmeisterschaft gewonnen hätte. Aber er war bei den letzten Rennen nicht da. Deshalb möchte ich... diese Weltmeisterschaft nehmen und sie ihm geben", erklärte der frischgebackene erste deutsche Champion auf der anschließenden Pressekonferenz. Dass er es ehrlich meinte, stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Den Titel gönnten ihm nicht alle. Die britischen Medien warfen dem 25-Jährigen vor, er habe Weltmeistersohn Hill absichtlich gerammt. Schließlich war Schumacher mit einem Punkt Vorsprung ins Saisonfinale gegangen und wurde in den ersten 35 Runden erbarmungslos vom Engländer unter Druck gesetzt. Doch Schumacher hielt sich nur an das Rennfahrer-Gesetz schlechthin: Wer vor der Kurve vorn ist, dem gehört sie.

Als er in East Terrace neben die Strecke kam und die Mauer berührte, war der kleine Vorsprung weg und Hill witterte die Chance zum entscheidenden Überholmanöver. Er zog vor Turn 6 auf die rechte Innenbahn, doch Schumacher nahm die Kurve normal. Die Wagen berührten sich, Schumacher hob ab und knallte in den Reifenstapel. Sein Rennen war beendet, der ersehnte Titel scheinbar verloren.

Bange Minuten hinter dem Fangzaun

Der Deutsche stand minutenlang am Fangzaun, während Hill seinen Weg fortsetzte, und hielt seinen Unterarm schützend vors Gesicht. Doch Hill musste in die Box, wo die Mechaniker verzweifelt versuchten, die Vorderradaufhängung seines Williams wieder geradezubiegen, während der Fahrer mit dem Kopf schüttelte.

Als Hill ausstieg, den Helm abnahm und in der Box eine entgeisterte Miene präsentierte, war die WM entschieden.

Die Streckenposten teilten Schumacher mit, dass er die Jahresabrechnung als erster Deutscher überhaupt für sich entschieden hatte, während Nigel Mansell im ursprünglich Senna zugedachten Auto seinen letzten von 31 Grands-Prix-Siegen holte. Williams verzichtete auf einen Protest, eine der denkwürdigsten Saisons in der langen Formel-1-Geschichte hatte ihr dramatisches und unerwartetes Ende gefunden.

Vor dem Saisonstart hatte Schumacher damit nicht gerechnet. "Der Wagen hat einen guten Leerlauf", war die positive Reaktion nach den ersten Testfahrten mit dem Benetton-Ford B194 in Silverstone. Leerlauf? Grund zum Jubeln?

"Ein guter Leerlauf ist viel wichtiger, als die Leute glauben. Immer, wenn man sich gedreht hat, ist die Gefahr besonders groß, dass der Motor abstirbt", erklärte der Kerpener: "Da wir ohne externe Starter den Motor nicht mehr anbekommen, ist das Rennen dann zu Ende. Je besser der Leerlauf, desto geringer die Gefahr, dass ein Dreher das Aus bedeutet."

Regeländerungen schwächen Williams

Rennsiege waren das Ziel, sicher. Das Verbot allerlei elektronischer Hilfsmittel wie Traktionskontrolle, Startautomatik, aktive Aufhängung, ABS schwächte schließlich Technik-Pionier Williams. 1993 hatte Schumacher selbst in Monaco 1,2 Sekunden auf einer Runde gewonnen, als er sein Auto mit und ohne das Anti-Schlupf-Programm ausprobierte. Nach den Verboten zur Saison 1994 kam Benetton deshalb näher an das vormals überlegene Team heran.

"Ich will Bester hinter den Williams werden", sagte Schumacher trotzdem: "Senna ist der haushohe Favorit. Er ist der beste Fahrer im besten Chassis mit dem besten Motor." Während der dreifache Weltmeister mit Renault-Power unterwegs war, hatte Schumacher noch immer Ford-Motoren. Immerhin brachten die US-Amerikaner mit dem Zetec-R eine Neuentwicklung an den Start, die 30 PS mehr leistete als das Vorjahresmodell.

Doch interessant war auch das Aerodynamik-Duell: Bei Benetton setzte Rory Byrne auf eine hohe Nase, während Williams die Spitze weiterhin bis zum Boden herunterzog. Dass sich das Konzept des Süafrikaners in den Folgejahren durchsetzte, zeigt eindeutig, dass die Höhe den Luftstrom und den Anpressdruck positiv beeinflusst.

Dauerhafte Reibereien mit Vorbild Senna

Doch auch Schumacher brachte einige Vorteile mit: Er hatte mittlerweile zwei komplette Jahre Erfahrung bei Benetton - zwei Jahre voller Duelle mit dem McLaren-Pilot Senna. "Fahrerisch ist er mein Vorbild. Aber persönlich? Dazu kann ich nichts sagen. Ich kenne ihn ja kaum", ging der Deutsche schon bei seinem vierten Rennen in Barcelona deutlich auf Distanz. Die Bewunderung wich schnell.

F1-Legenden-Serie: Die Besten aller Zeiten

1992 polterte der Kerpener auf der offiziellen Pressekonferenz in Brasilien: "Senna hat mit uns ein schmutziges Spiel gespielt. Speziell an den Ecken, wo man nicht überholen kann, ist er absichtlich langsam gefahren, hat unnötig gebremst. Er wollte offenbar provozieren, mich und die anderen Fahrer hinter sich in eine unüberlegte Aktion, einen Fehler hetzen. Ich verstehe nicht, was das soll. Das ist eines dreifachen Weltmeisters unwürdig."

Die verbale Attacke trieb Senna zur Weißglut. Ein Jungspund aus dem Mercedes-Langstrecken-Juniorenprogramm, vollkommen unerfahren, attackierte ihn - den besten Fahrer der Welt. Keiner der Beiden wollte anschließend einen Fehler eingestehen.

Senna: "Er ist nur ein dummer Junge"

Senna bekundete später in privater Runde: "Mir kann es doch im Prinzip egal sein, was er redet. Er ist doch nur ein dummer Junge." Das Zitat kam nach dem Crash in Frankreich an die Öffentlichkeit, als Schumacher Senna in der ersten Runde viel zu optimistisch attackierte und damit dessen Ausfall auslöste.

Zwei Wochen später folgte der endgültige Eklat. Bei Testfahrten in Hockenheim fühlte sich der Deutsche provoziert, als Senna ihn vorbeiwinken wollte. Im Motodrom trat er kurz und heftig auf die Bremse. So weisen in der damaligen Formel 1 nur die Arrivierten die Neulinge in die Schranken.

Senna war außer sich und stürmte in der Boxengasse zur Benetton-Box, packte Schumacher am Overall-Kragen. Die hinterhergerannten McLaren-Mechaniker verhinderten gerade noch eine Prügelei. "Vielleicht wollte er mir eine Halsmassage verpassen", grinste Schumacher schon in der Mittagspause über den Vorfall.

Persönliche Differenzen ausgeräumt

Die Eskalation hatte aber positive Konsequenzen: Später klärten beide ihre Zwistigkeiten im Benetton-Motorhome unter vier Augen. "Es gab da eine Menge Missverständnisse. Es war gut, dass wir darüber geredet haben. Ich glaube, es ist alles aus der Welt geräumt", erklärte Schumacher.

Senna stimmte ein: "Es ist wichtig, miteinander zur reden. Ich hoffe, dass wir die Probleme aus der Welt geschafft haben. Solche persönlichen Differenzen sind für keinen von uns gut. Sie richten nur Schaden an. Deswegen wollte ich sie ausräumen. Ich hoffe, das ist jetzt gelungen."

Das Vermächtnis des Ayrton Senna: Sterben, um zu leben

Anschließend zollten sich beide Respekt, selbst wenn sie auf der Strecke aneinandergerieten. Schumachers Ziel, das Denkmal zu stürzen und selbst die Nummer 1 zu werden, konnte nur auf der Strecke gelingen. 1994 schon machte er sich an die Umsetzung.

Schumacher siegte beim Auftakt in Sao Paulo, während sich Senna einen seiner seltenen Fahrfehler leistete und ausschied. Auch beim Pazifik-GP im japanischen Aida siegte der Deutsche, während der Brasilianer nach einer Startkollision abermals leer ausging.

Sennas Tod raubt Schumacher den Maßstab

Doch die Jagd wurde abrupt beendet. Der schreckliche Unfall zum Europaauftakt beim San-Marino-GP in Imola nahm Schumacher die Chance, seinen Konkurrenten auf der Strecke zu schlagen. "Ayrton Senna war in seinem Können über jeden Zweifel erhaben. Es war diese Absolutheit, die ihn prädestiniert erscheinen ließ, uns jungen Fahrern als Maßstab zu gelten", schrieb Schumacher später in seiner Biografie.

Und weiter: "So undurchdringlich und unüberschaubar die Formel 1 auch sein mag: Wer einen Ayrton Senna auf der Strecke schlagen konnte, musste zu den Besten gehören. Für alle, die in den letzten Jahren in die Formel 1 kamen, war Senna das Ziel und der Anspruch. Sein Tod hat uns den Maßstab genommen."

Seite 1: Bangen um den Titel und der Senna-Konflikt

Seite 2: Schumachers Gedanken ans Karriereende und der Fight mit Hill

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung