Formel 1

Maldonado: "Ein Charakter bildendes Lernjahr"

Von Adrian Franke
Pastor Maldonado bereut den Wechsel von Williams zu Lotus nicht
© getty

Pastor Maldonado wartet nach seinem Wechsel von Williams zu Lotus noch auf seinen ersten WM-Punkt, dennoch verteidigte er jetzt seinen Wechsel. Allerdings gab er gleichzeitig zu, dass es für Lotus aktuell extrem schwer sei, mitzuhalten. Für die kommende Saison erhofft er sich daher eine Steigerung.

"Frust ist das falsche Wort", erklärte Maldonado gegenüber der "Motorsport Aktuell": "Es ist mehr ein Charakter bildendes Lernjahr. Keiner konnte wissen, dass der Antriebsstrang von Renault so viel schwächer ist als der von Mercedes. Aber das macht unser Leben natürlich immens schwer."

Dennoch bereut der 29-Jährige seinen Wechsel nicht. "Ich war drei Jahre dort und hatte eine neue Herausforderung gesucht", betonte Maldonado und fügte hinzu: "Nach 2012 und dem Sieg in Barcelona hatten wir alle bei Williams einen weiteren Schritt nach vorne erwartet. Doch stattdessen haben wir zwei Schritte zurück gemacht."

Natürlich sei der Wechsel mit Risiken verbunden gewesen, zumal er wusste, dass Williams Mercedes-Motoren bekommt, "und wie sich jetzt herausgestellt hat, ist Mercedes im Moment die Klare Nummer 1 auf dem Motorensektor. Aber ich bereue den Wechsel nicht. Und außerdem: Manchmal muss man im Leben etwas riskieren, um weiterzukommen. Wer ins Casino geht und nicht spielt, wird nicht gewinnen."

Neue Technologie "Buch mit sieben Siegeln"

Stattdessen kritisierte der Venezolaner die zunehmend anspruchsvolle Technik: "Die neue Technologie ist kompliziert. Das Zusammenspiel zwischen Motor, Reifen, Aerodynamik und Mechanik, das in der Vergangenheit fast jeder verstanden und beherrscht hat, ist plötzlich ein Buch mit sieben Siegeln."

Aus der Vergangenheit wissen man etwa, "wo und um wie viel wir uns mit gewissen Veränderungen verbessern. Aber mit dem neuen Konzept sind diese Auswirkungen auf der Strecke nicht mehr sichtbar. Das heißt: Du fischst nicht nur in Sachen Antriebsstrang im Trüben, du verstehst Reaktionen des Autos auch in anderen Bereichen viel schlechter. Du löst ein Problem und kriegst an einem anderen Ort zwei neue."

"Müssen uns in allen Bereichen verbessern"

Vor allem die extreme Inkonstanz macht Lotus in dieser Saison zu schaffen, der 29-Jährige bestätigte diesen Eindruck: "Ich habe das Gefühl, dass wir zu Beginn eines jeden Wochenendes immer deutlich hinter Sauber, Force India und Toro Rosso liegen. Im Rennen holen wir dann wieder auf."

Doch angesichts der enttäuschenden Saison richtet er den Blick bereits nach vorne. "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern. aber es ist schwierig, wenn auf der Geraden fast 30 PS fehlen", monierte Maldonado und ergänzte: "Es gibt immer Fragezeichen. Ein guter Antriebsstrang allein ist auch noch nicht die Garantie für Siege. Das sieht man am Beispiel von McLaren. Aber natürlich verspreche ich mir einen Schritt nach vorne."

Pastor Maldonado im Steckbrief

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