Formel 1

Brawn: Wollten keinen zweiten Schumacher

Von Alexander Maack
Das Mercedes-Team 2013: Toto Wolff, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Ross Brawn (v.l.n.r.)
© getty

Bei Mercedes herrscht vor dem Formel-1-Saisonauftakt Optimismus. Nico Rosberg und Lewis Hamilton verstehen sich und Teamchef Ross Brawn spricht trotz des Abgangs von Michael Schumacher von der besten Fahrerpaarung im Feld.

"Ich denke, dass wir die beste Fahrerpaarung haben. Beide werden sich bis ans Limit pushen", erklärte Brawn und fügte hinzu: "Wenn wir ehrlich sind, hat Nico sein Können bereits gegen Michael bewiesen.

Er stellt einen neuen Maßstab für Lewis dar. Ich erwarte beide Fahrer auf einem ähnlich hohen Niveau."

Schumachers Abschied habe dem Rennstall weitergeholfen. "Natürlich entsteht ein großes Loch, wenn ein Fahrer wie Michael das Team verlässt. Aber Lewis hat diese Lücke perfekt ausgefüllt - auf seine eigene Weise", sagte der Teamchef und begründete seine Fahrerwahl:

"Ich wollte einen Fahrer, der sein eigenes Ding macht. Lewis hat mit seiner Herangehensweise an die Dinge und seiner Zusammenarbeit mit den Ingenieuren frischen Wind ins Team gebracht."

Rosberg erklärt Unterschied zu Schumacher

Auch Rosberg hat in zweieinhalb Monaten Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Go-Kart-Kollegen Veränderungen festgestellt. "Es ist definitiv anders. Bei Michael war es für mich gut, die Legende herauszufordern und den internen Wettbewerb in allen drei Saisons zu gewinnen.

Es ist schön, mit Lewis eine Veränderung zu haben", sagte der 27-Jährige, der privat noch immer gut mit seinem neuen Teamkollegen zurechtkommt.

Im Vergleich zur gemeinsamen Kart-Zeit, als Hamilton ihn zumeist schlug, denkt Rosberg nun im Vorteil zu sein: "Kart ist pures Fahren. In der Formel 1 kommen meine anderen Stärken viel mehr zum Tragen."

Der Deutsche hatte vor seiner Formel-1-Karriere überlegt, ob er Ingenieurwesen studiert.

Der Zukunft des Teams blickt Rosberg seit Wochen optimistisch entgegen. Vor allem die ähnlichen Anforderungen, die beide Piloten an das Auto stellen, seien ein Vorteil. Das sieht Hamilton nicht anders. "Es ist immer einfacher, als wenn es in zwei verschiedene Richtungen geht", erklärte der Brite. "Ich will jede Sekunde mit den Ingenieuren nutzen", so Hamilton.

Brawn rechnet mit Problemen

Trotz der Sympathie, die beide Piloten füreinander hegen, erwartet Teamchef Brawn, dass es zu kleineren Problemen kommt. "Doch genau das ist es, was wir haben wollen: Zwei Fahrer, die sich gegenseitig schlagen wollen.

Ich glaube, das wird unbeabsichtigt passieren und einen von beiden wahrscheinlich frustrieren. Unsere Aufgabe ist, solche Situationen zu managen", erklärte der 58-Jährige.

Der teaminterne Wettkampf müsse sich letztlich positiv auswirken. Brawn: "Bis jetzt läuft es sehr gut. Wenn man zwei Fahrer im Team hat, die sich verstehen, verschwendet man keine unnötige Energie. Man kann die Aussagen für bare Münze nehmen und dadurch das Auto und das Team gemeinsam voranbringen."

Team Mercedes im Überblick

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