Sebastian Vettel: "Ich habe es verbockt!"

Von Alexander Maack
Sonntag, 24.03.2013 | 16:54 Uhr
Die beiden Red-Bull-Piloten lieferten sich in der Schlussphase des Rennens einen erbitterten Fight
© getty
Advertisement
Club Friendlies
Do19.07.
Livestream: Liverpool testet gegen Blackburn und BVB
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 1
CSL
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 2
Club Friendlies
Besiktas -
Reading
MLB
All-Star Game: National League -
American League
Copa Sudamericana
Lanus -
Junior
J1 League
Hiroshima -
Gamba Osaka
J1 League
Nagasaki -
Kobe
CSL
Guangzhou Evergrande -
Zhicheng
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 3
Club Friendlies
Sion -
Inter Mailand
Club Friendlies
Dynamo Dresden -
Huddersfield
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Tag 4
Club Friendlies
Wolverhampton -
Ajax
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 4
Club Friendlies
Blackburn -
Liverpool
MLB
Cardinals @ Cubs
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Viertelfinale
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Viertelfinale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Viertelfinale
Club Friendlies
Besiktas -
Krasnodar
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Viertelfinale
MLB
Cardinals @ Cubs
Glory Kickboxing
Glory SuperFight Series: New York
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Twins @ Royals
Glory Kickboxing
Glory 55: New York
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Halbfinale
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Halbfinale
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Halbfinale
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 1
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Halbfinale
MLB
Red Sox @ Tigers
MLB
Astros @ Angels
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Finale
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 1
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Finale
MLB
Twins @ Royals
MLB
Cardinals @ Cubs
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 2
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Finale
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 3
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
World Matchplay
World Matchplay: Tag 4
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 3. Tag
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Dodgers @ Phillies
World Matchplay
World Matchplay: Tag 5
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
MLB
Red Sox @ Orioles
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
MLB
White Sox @ Angels
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 4. Tag
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
World Matchplay
World Matchplay: Tag 6
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Athletics @ Rangers
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Viertelfinale
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Viertelfinale
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Viertelfinale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 7
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Blue Jays @ White Sox
MLB
Mariners @ Angels
FIVB Beach Volleyball World Tour
Tokio: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Halbfinale
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Hiroshima -
Urawa
J1 League
Tosu -
Iwata
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Halbfinale
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
MLB
Royals @ Yankees
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
World Matchplay
World Matchplay: Tag 8
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Halbfinale
MLB
Cubs @ Cardinals
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
MLB
Twins @ Red Sox
FIVB Beach Volleyball World Tour
Tokio: Tag 5
MLB
Mariners @ Angels
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Finale
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Finale
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
World Matchplay
World Matchplay: Tag 9
MLB
Mariners @ Angels
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Finale

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel kann vorerst wohl keine Hilfe von Red-Bull-Teamkollege Mark Webber erwarten. Der Australier ist nach dem Überholmanöver in Kuala Lumpur sauer. Auch das Team kritisiert den amtierenden Weltmeister, der einräumt, es übertrieben zu haben.

Der Frust saß tief. "Am Ende hat Sebastian heute seine eigene Entscheidung getroffen und wird vom Team wie üblich geschützt werden. So läuft das immer", sagte Webber nach dem kontroversen Überholmanöver seines Teamkollegen und dem daraus resultierenden zweiten Platz des Australiers auf dem Sepang International Circuit.

Dabei war Vettel beim zweiten WM-Lauf der Saison 2013 eindeutig der schnellere der beiden Red-Bull-Piloten. Die Führung verlor er beim ersten Boxenstopp nur, weil sein Team ihn eine Runde zu früh von Regen- auf Trockenreifen wechseln ließ. Fortan fuhr der Australier an vorderster Stelle der Spitzengruppe.

Allerdings lag der amtierende Weltmeister durchgehend in Schlagdistanz zu Webber und wollte sein Team schon früh davon überzeugen, dass ihm die Führung zustehe. "Mark ist zu langsam. Nehmt ihn aus dem Weg. Er ist zu langsam", funkte der Heppenheimer in Runde 28 an die Box. Die klare Antwort: "Sei ruhig. Es ist erst das halbe Rennen rum." Webber verschärfte danach das Tempo und konnte sich wieder absetzen.

Die Probleme begannen erst, als sich der Heppenheimer nach Webbers vierter Fahrt an die Box direkt hinter ihm einreihte. Vettel hatte seine Reifen durch den Stopp eine Runde zuvor bereits auf Betriebstemperatur gebracht. Folglich attackierte der 25-Jährige den Teamkollegen vehement, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorteil verschaffen und blieb Zweiter.

Webber: Das Rennen war schon vorbei

Der Australier ging anschließend davon aus, dass er beruhigt zum Sieg fahren könne. "Nach dem letzten Stopp hat das Team mir gesagt, dass das Rennen vorbei sei und wir haben den Motor runtergeregelt", erklärte der Australier sichtlich verstimmt. Red Bull hatte beschlossen, mit verringerter Drehzahl und durch früheres Schalten das Renault-Aggregat zu schonen. Die Piloten sollten die verbleibenden Runden kontrolliert zu Ende fahren.

Der eigentliche Grund für das Einbremsen der Fahrer waren aber die bisher unkalkulierbaren Gummimischungen, um die sich Teamchef Christian Horner sorgte. "Wir hatten uns Sorgen über den Reifenverschleiß gemacht. Ich muss gestehen, dass es außer Kontrolle geriet", gab Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko zu: "Christian bemerkte, dass wir auf die Reifen aufpassen müssen und die Positionen halten wollen."

Für Red Bull wäre Vettels erfolgreiches Überholmanöver in der 46. von 56 Runden fast zum Verhängnis geworden. Webber verteidigte seine Führung zuvor auf der Innenseite zur ersten Kurve, Vettel setzte sich zwischen ihn und die Boxenmauer.

Der Australier bemerkte den Heppenheimer im letzten Moment und steuerte seinen RB9 nach links. Andernfalls wäre eine Kollision wahrscheinlich gewesen. Technik-Direktor Adrian Newey hatte sich am Kommandostand kopfschüttelnd die Hände vors Gesicht gehalten.

Teamchef Horner kritisiert Vettel

"Wir sehen nicht die 25 Punkte für den Sieg, sondern die 43, die möglich sind", kritisierte Horner den Dreifachweltmeister verärgert: "Zu dem Zeitpunkt war es den Fahrern wichtiger, wie sie selbst dastehen. Sie haben das Team hinter ihre eigenen Bestrebungen gestellt." Der Teamchef fühlte sich an den Großen Preis der Türkei 2010 erinnert, als Vettel und Webber kollidierten und sich so selbst den sichergeglaubten Doppelsieg nahmen.

Dieses Mal hatte das Team eigentlich vorgesorgt. "Mir wurde zweimal rückversichert, dass wir unsere Autos nicht gegenseitig aufreiben würden, denn dann hätten wir leicht ohne Punkte für das Team dastehen können", so Webber. Dass Vettel nichts von der Strategie des sicheren Doppelsiegs wusste und deshalb weiter attackierte, dementierte Teamchef Horner: "Wir haben es beiden Fahrern klar gesagt. Sebastian hat sein Interesse über das des Teams gestellt. Das Team wollte die maximal möglichen Punkte holen, er die 25 für den Sieg."

Direkt nach dem Rennen, versuchte Vettel die Wogen innerhalb des Teams zu glätten. "Ich habe einen Fehler gemacht und möchte mich entschuldigen. Ich sehe, Mark ist sauer. Er wollte das Auto und die Reifen schonen, ich hätte meinen Platz halten sollen. Ich bin ein großes Risiko eingegangen, um ihn zu überholen." Sein eindeutiges Fazit: "Ich habe es verbockt!"

Webber nimmt Entschuldigung nicht an

Der aufgebrachte Webber wollte die Entschuldigung allerdings nicht annehmen. "Im Moment ist alles noch sehr frisch", erklärte der 36-Jährige: "Wir hatten vor dem Rennen einen Plan. Bei uns ist es vor den meisten Rennen der Fall, dass wir uns darüber unterhalten, wie wir uns in gewissen Situationen verhalten. Ich sollte jetzt besser nichts mehr sagen, glaube ich..."

Das knallharte Manöver könnte für den deutschen Dreifachweltmeister unterdessen im Saisonverlauf noch zum Verhängnis werden. Die Teams liegen eng beieinander. Ein ähnlich enger Kampf um den WM-Titel wie im vergangenen Jahr scheint auch 2013 möglich. Auf die Unterstützung seines Teamkollegen wird Vettel nun wohl vorerst verzichten müssen.

Wie es sich auswirken kann, wenn zwei Piloten innerhalb eines Teams gegeneinander arbeiten, zeigten Vizeweltmeister Fernando Alonso und der heutige Mercedes-Pilot Lewis Hamilton 2007 bei McLaren. Beide nahmen sich gegenseitig Punkte weg und lagen am Ende der Saison punktgleich auf Platz zwei der Fahrer-WM. Als lachender Dritter holte damals Kimi Räikkönen in Diensten von Ferrari mit einem Zähler Vorsprung den Titel.

Lauda: "Vettel hat mir viel zu sehr herumgeeiert"

Bei der Konkurrenz dürfte man sich ob des Zwists bei Red Bull die Hände reiben. "Sebastian hat sich entschuldigt. Das bringt dem Mark aber überhaupt nichts. Der Kampf geht weiter, das steht außer Frage", erklärte Mercedes' Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda in seiner Funktion als "RTL"-Experte: "Der hat mir viel zu sehr herumgeeiert. Er hätte es besser rüberbringen können."

Im Gegensatz zu Vettel zeigten die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg, wie sich ein Fahrer als Teamplayer verhält. "Ich muss mich auch bei Nico bedanken. Er fuhr das Rennen cleverer und kontrollierter als ich und hätte meinen Platz auf dem Podium heute verdient gehabt", sagte Hamilton, dessen aggressiver Kampf gegen die Red Bull ihn in den Schlussphasen zum Sprit sparen zwang.

Rosberg war deutlich schneller, begnügte sich nach mehreren Funksprüchen seines Teamchefs Ross Brawn aber mit dem vierten Rang. "Natürlich war das hart für Nico und ich verstehe seine Enttäuschung", sagte Brawn: "Aber wir haben jetzt ein Auto, mit dem wir vorne mitkämpfen können. Es werden sich in dieser Saison noch viele Möglichkeiten ergeben, um gute Resultate zu erzielen."

Rosberg: "Das macht man so"

Dem schloss sich der zurückgehaltene Rosberg an. "Das ist auch normal, das macht man so", sagte der gebürtige Wiesbadener: "Wenn es in Zukunft mal andersherum ist, dann weiß ich, dass es wieder so gehandhabt wird." Per Boxenfunk hatte Rosberg nach der Zielüberquerung gesagt, er werde sich die Entscheidung merken. "Ich möchte, dass sie sich daran erinnern. Ich habe Fairplay gespielt und will, dass man sich das merkt", erklärte der 27-Jährige.

Dass sich Webber beim nächsten Grand Prix in China in drei Wochen an Vettels Manöver erinnert, ist klar. Ob er es bis dahin abgehakt hat? Er will vorerst nach Australien zurückkehren. "Ich glaube, das wird eine gute Medizin für mich sein. Ich muss aber gestehen, dass mir während der letzten 15 Runden des Grand Prix' viele Dinge durch den Kopf gegangen sind. Ob die Medizin ausreichend ist, werden wir sehen."

Hier geht es zum WM-Stand

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung