Formel 1

Toto Wolff: "Kein Raum zum Versagen"

Von Alexander Maack
Toto Wolff: "Werde mit 120 Prozent an dem Ziel arbeiten, dass Mercedes-Benz Weltmeister wird"
© getty

Der neue Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat sich vor der kommende Woche beginnenden Formel-1-Saison selbst unter Druck gesetzt. Technik-Direktor Bob Bell ist sich unterdessen sicher, dass die Silberpfeile konkurrenzfähiger sind als im letzten Jahr.

"Ich habe keinen Raum zum Versagen", erklärte der Österreicher Wolff der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Ich verspreche, dass ich mit 120 Prozent an dem Ziel arbeite, dass Mercedes-Benz Weltmeister in der Formel 1 wird."

Wolff ist seit Januar Motorsportchef bei Mercedes und hält im Gegensatz zu seinem Vorgänger Norbert Haug Anteile am Team. "Sie wollten jemanden, der unternehmerisches Risiko eingeht, der mitleidet, wenn es nicht funktioniert", erklärte der 41-Jährige.

Die Wintertests dürften Wolff keine Schmerzen bereitet haben. An den letzten beiden Testtagen in Barcelona fuhren Lewis Hamilton und Nico Rosberg jeweils die Bestzeit und präsentierten Mercedes damit wesentlich besser als zum Abschluss der vergangenen Saison. Nico Rosberg und Michael Schumacher konnten in den letzten sechs Rennen nur zwei WM-Zähler einfahren.

Wolff: "Wir sind nicht da zum Testfahren"

Trotz der verbesserten Ausgangslage wollte Wolff vor dem ersten Rennen in Australien keine großen Erwartungen schüren. "Wir sind nicht da zum Testfahren, sondern zum Rennfahren", sagte der Österreicher, "erst beim ersten Rennen in Melbourne werden wir den ersten Hinweis haben, was tatsächlich abgeht."

Den Grund für die Zurückhaltung erklärte der Technik-Direktor der Silberpfeile gegenüber "Autosport". "Am Ende der letztjährigen Wintertests sahen wir auch ziemlich wettbewerbsfähig aus", so Bob Bell. Schon damals hätte das Team aber gewusst, dass die Konstruktion des F1 W03 nicht solide war.

Für Bell resultierten die schwachen Resultate im letzten Jahr auch aus infrastrukturellen Problemen: "Wir haben während der letzten zwölf Monate einige Veränderungen in der Organisation und der Art, wie wir unsere Jobs erledigen, vorgenommen. Deshalb bin ich recht optimistisch, dass sich alles beruhigt."

Bell: "Wissen, was wir falsch gemacht haben"

Die Erkenntnisse aus der Saison 2012 haben sich auch auf den neuen Mercedes F1 W04 ausgewirkt. "Wir wissen, was wir in Bezug auf unser Entwicklungsprogramm im letzten Jahr falsch gemacht haben", so Bell: "Wir sind dieses Jahr überzeugter, dass sich das Auto so benimmt, wie wir es erwarten." Großen Anteil daran könnte die Verpflichtung von weiteren Ingenieuren sein, die schon 2011 erfolgte.

Die Arbeit von Konstruktionsleiter Aldo Costa und Geoff Willis, der sich unter anderem um Aerodynamik und Fahrdynamik kümmert, wirkt sich erst in diesem Jahr komplett aus. Das 2012er Auto war größtenteils vor ihrer Verpflichtung konstruiert worden.

David Coulthard zählt Mercedes deshalb wieder zu den Siegkandidaten: "Das Team hat Siege im Blut", sagte der 13-fache Grand-Prix-Sieger: "Es hat in Brawn-Verkleidung mit Jenson Button die Meisterschaft gewonnen."

Bevor Mercedes als Werksteam 2010 wieder in die Formel 1 einstieg, hatte es der heutige Teamchef Ross Brawn von Honda aufgekauft. Unter dem Namen Brawn-GP gewann Jenson Button mit Mercedes-Motoren den Fahrertitel. Das Team sicherte sich zusätzlich den ersten Platz in der Konstrukteurswertung.

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