Donnerstag, 06.09.2012

Ex-Teamchef Jordan: Michael Schumacher hört auf

Hamilton steht angeblich als Nachfolger fest

Michael Schumacher geht, Lewis Hamilton kommt. Was sich zunächst wie ein neues Märchen aus dem Formel-1-Fahrerlager anhört, könnte nach Ansicht des ehemaligen Teamchefs Eddie Jordan bald Wirklichkeit werden. Denn der Ire will angeblich erfahren haben, dass Schumacher seine Formel-1-Karriere nach dieser Saison endgültig beendet. Mercedes habe sich schon mit Hamilton als Nachfolger geeinigt.

Der Rekordchampion Michael Schumacher (l.) neben seinem angeblichen Nachfolger Lewis Hamilton
© Getty
Der Rekordchampion Michael Schumacher (l.) neben seinem angeblichen Nachfolger Lewis Hamilton

"Es sieht so aus, dass Michael geht und Lewis zu Mercedes stößt", sagt Jordan. Und die britischen Medien berichten schon genüsslich von Mega-Gagen.

Mercedes soll Hamilton dem Vernehmen nach insgesamt 75 Millionen Euro für drei Jahre bieten. Nur: Es gibt bis jetzt keinen einzigen seriösen Beleg für all diese Meldungen und Behauptungen.

Schumacher hält an Oktober-Fahrplan fest

Schumacher lässt sich durch die Spekulationen nicht unter Druck setzten. Das sei Teil des Spiels, sagte der Rekordweltmeister am Donnerstag in Monza. Der 43-Jährige hatte schon vor Wochen erklärt, dass er die Entscheidung über seine Zukunft frühestens im Oktober verkünden wolle. "Und daran hat sich nichts geändert, der Oktober ist der beste Monat für alle Beteiligten", sagte Schumacher.

Der siebenmalige Weltmeister war nach drei Jahren Pause 2010 überraschend in die Formel 1 zurückgekehrt. Sein Dreijahresvertrag bei Mercedes läuft zum Saisonende aus.

Sportlich war das Comeback eine Enttäuschung. Ein dritter Platz in Valencia in dieser Saison war Schumachers bisher bestes Ergebnis in drei Jahren.

Mercedes wiegelt ab

Was also weiß Jordan, was andere nicht wissen? Der Ex-Teamchef war es auch, der 2009 als einer der ersten von Schumachers Comeback berichtete. Und diesmal? "Ein Deal könnte kurz bevorstehen", sagt Jordan.

Wenn es um Schumacher geht, hat der Ire immer einen guten Riecher. Er war es schließlich, der für den heutigen Weltstar einst das Tor zur Formel 1 öffnete. Denn sein erstes Formel-1-Rennen fuhr Schumacher im August 1991 in Spa für das Team von Eddie Jordan.

Mercedes will die neuen Gerüchte um einen angeblichen Rücktritt von Michael Schumacher weder bestätigen noch dementieren.

"Solange wir nicht beide Fahrer für die nächste Saison bekannt gegeben haben, ist es unvermeidlich, dass über die Besetzung spekuliert wird. Wir bitten um Verständnis, dass wir Spekulationen generell nicht kommentieren", sagte ein Mercedes-Sprecher. Fest steht nur, dass Nico Rosberg bis 2014 im Silberpfeil sitzen wird.

Hamilton blockt

Auch Rosberg rätselt über seinen Teamkollegen. Auf die Frage, ob er denn wisse, wer 2013 bei Mercedes an seiner Seite fahre, sagte der 27-Jährige am Donnerstag in Monza nur ein Wort: "Nein." Noch vor einigen Wochen hatte Rosberg gesagt, dass er davon ausgehe, dass Michael Schumacher auch im kommenden Jahr im Silberpfeil sitze. Hamilton blockte alle Nachfragen nach seiner Zukunft ab: "Ich konzentriere mich auf meine Arbeit mit McLaren."

Jordan betont, dass er schon vor ein paar Wochen das Gefühl hatte, dass Hamilton auf dem Sprung sei. "Damals dachte ich, er spricht mit Ferrari. Das ist nicht wahr. Ich kann nun aber bestätigen, dass sich seine Leute mit Mercedes treffen", erklärt der Ex-Teamchef.

Schumachers Umfeld lässt sich von Jordan jedenfalls nicht aus der Ruhe bringen. "Es gibt nach wie vor keine Neuigkeiten, es ist nichts entschieden", sagte seine Managerin Sabine Kehm der "Bild". Und auch Hamiltons Management und McLaren behaupten, dass die Geschichte nicht stimme.

Welche Rolle spielt Ecclestone?

Jordan bezieht sich bei seinen jüngsten Äußerungen über Schumachers Zukunft auch auf ein Gespräch, das er mit Bernie Ecclestone in Spa geführt hat. Der Formel-1-Boss hatte die Spekulationen durch eine vielsagende Andeutung neu entfacht. "Es tut mir leid, dass Michael uns nicht als Sieger verlässt, denn er ist ein Sieger", sagte der 81-Jährige.

Damit vermittelte der Brite den Eindruck, als wisse er, dass Schumacher seinen Helm endgültig an den Nagel hängt.

Für Jordan spielt auch das Geld eine große Rolle. "Hamilton und McLaren kamen noch zu keiner Einigung. Sie können ihm nicht weiter so ein großes Gehalt bieten wie bis jetzt", sagt der Ire. Hamiltons Jahresgage wird auf etwa 16 Millionen Euro geschätzt. Sollten die Zahlen stimmen, die derzeit durch die britischen Medien geistern, würde Hamilton bei Mercedes 50 Prozent mehr verdienen.

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