Formel 1

Vettels Auftrag: Alonso blockieren

Von Alexander Maack
Sebastian Vettel geht beim Italien-GP in Monza von Startplatz fünf ins Rennen
© spox

Nach dem glücklichen Ausgang des Qualifyings in Monza gibt es für Sebastian Vettel im Rennen um den Italien-GP eigentlich nur ein Ziel: Er muss den wesentlich schnelleren Fernando Alonso hinter sich lassen. Die Mercedes-Piloten haben unterdessen gute Chancen auf Podestplätze.

Es ist die Chance für Sebastian Vettel: Beim Grand Prix von Italien kann er Fernando Alonso wertvolle Punkte im Kampf um die Fahrer-WM abnehmen. Und das obwohl der Ferrari-Pilot das deutlich bessere Auto hat, wie der Red-Bull-Pilot nach dem Qualifying in Monza einräumte: "Wenn man das ganze Wochenende bis jetzt anschaut, dann waren wir nicht wirklich schnell genug, um ganz vorne mitzumischen."

Alonso dominierte im Ferrari die ersten beiden Abschnitte der Quali, musste im letzten Drittel aber einen Rückschlag hinnehmen und startet nach einem Defekt an der hinteren Aufhängung nur als Zehnter.

"Ich denke, dass es die einfachste Pole Position des Jahres für uns geworden wäre", ärgerte sich der Spanier anschließend. "Jetzt müssen wir versuchen, das Potenzial des Autos im Rennen umzusetzen." Die Chancen stehen gut. Trotz des schlechten Startplatzes hat Alonso noch alle Chancen auf einen Podestplatz.

Vettel baut auf enges Rennen

Sebastian Vettel startet in Monza dagegen trotz des geringeren Speeds seines Red Bull vom fünften Startplatz ins Rennen.

Für den amtierenden Weltmeister geht es daher beim Heimspiel der Scuderia vor allem darum, seinen härtesten WM-Konkurrenten hinter sich zu halten, um so den Rückstand in der Fahrer-Wertung weiter zu verkleinern.

"Ich denke, Überholen ist möglich", räumte Vettel ein. "Die Frage ist, wo genau man im Pulk ist. Wenn alle an einer Perlenkette wie ein D-Zug hintereinander fahren, wird's schwer."

Dabei gab Vettel zu, dass dem Red Bull nicht nur die für Monza so wichtige Höchstgeschwindigkeit abgeht. "Zudem fehlt uns hier auch noch etwas in den Kurven." Ein Kampf ums Podium durch eigene Überholmanöver? Unwahrscheinlich. Die Taktik: Den Anschluss an die Vorderleute nicht verlieren und so Überholversuche der Gegner abwehren. Positionen gutmachen kann der zweimalige Weltmeister maximal in der Box.

Die Chancen der Silberpfeile

Vettel muss seine Position zu Beginn gegen Nico Rosberg verteidigen, der im Mercedes direkt hinter ihm ins Rennen geht. Rosberg ärgerte sich, "dass ich da nicht das Maximale raushole, weil es schwierig ist, die Balance richtig hinzukriegen."

Die Silberpfeile hatten in der Qualifikation wesentlich mehr Möglichkeiten, als auf Startplatz vier und sechs zu stehen. Wahrscheinlich scheint deshalb, dass Rosberg früh an Vettel vorbeizieht. "Unser Speed ist recht gut", sagte Rosberg. "Wir sind in den Log-Runs am Freitag konstant sehr gut gewesen", untertützte ihn Schumacher: "Ob es noch ein bisschen nach vorne geht, wird sich später rausstellen."

Das komplette Qualifying zum Nachlesen

Für die Mercedes-Piloten wird im Kampf um die Podestplätze entscheidend sein, wie lange sie die weichere Reifenmischung fahren können. "Die Historie hat gezeigt, dass Red Bulls Reifen etwas besser halten", erklärte Schumacher.

Fährt Mercedes eine Zwei-Stopp-Strategie?

Der Rekord-Weltmeister deutete deshalb an, auf eine andere Strategie zu setzen: "Es gibt natürlich die Ein- oder Zwei-Stopp-Strategie. Wir müssen gucken, wer welche auswählt." Da die Strecke in Monza nur wenige schnelle Kurven hat, werden fast alle Fahrer nur einmal in die Box kommen.

Dass Mercedes am Ende um den Sieg mitfährt, ist aber unwahrscheinlich. Die McLaren von Lewis Hamilton und Jenson Button hatten in der Qualifikation fast eine halbe Sekunde Vorsprung.

Erneuter Startcrash droht

An einem McLaren-Sieg dürfte nach dem Pech Alonsos kein Weg mehr vorbei führen, sofern Hamilton und Button den Start unbeschadet überstehen. In der vergangenen Saison räumte Vitantonio Liuzzi Rosberg und Witali Petrow in der ersten Schikane ab und sorgte so für leicht chaotische Zustände.

Die Spitzenpiloten können sich zumindest freuen, dass Risikofaktor Pastor Maldonado im Williams nach seiner Strafe aus dem Belgien-GP nur als 22. startet. "Maldonado steht hinter mir, was nicht ganz so toll ist", sagte Glock. "Da muss man immer aufpassen."

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