Sonntag, 29.07.2012

Ungarn-GP: Rennanalyse

Hamilton gewinnt in Ungarn

Lewis Hamilton hat den Ungarn-GP gewonnen. Der McLaren-Pilot siegte vor dem starken Lotus-Duo Kimi Räikkönen und Romain Grosjean. Sebastian Vettel wurde Vierter, direkt vor WM-Spitzenreiter Fernando Alonso. Michael Schumacher erlebte ein Desaster, sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg holte immerhin noch einen Punkt.

Lewis Hamilton gewann den Start zum Ungarn-GP
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Lewis Hamilton gewann den Start zum Ungarn-GP

Nach dem enttäuschenden Rennen in Hockenheim hat sich Lewis Hamilton eindrucksvoll zurückgemeldet. Der McLaren-Pilot schloss sein dominantes Wochenende in Ungarn mit einem Start-Ziel-Sieg ab und beendet damit endgültig die Durststrecke des Teams. "Es war ein großartiges Rennen", lobte Teamchef Martin Whitmarsh. "Lewis ist super gefahren und hat das komplette Rennen über keine Fehler gemacht. Dazu hat er sorgsam auf die Reifen geachtet. Fantastische Arbeit."

Hinter dem Briten kam mit Kimi Räikkönen und Romain Grosjean das starke Lotus-Duo ins Ziel. Beide Piloten schnupperten während des Rennens zwar am Sieg, konnten am Ende aber nichts gegen Hamilton ausrichten. "Zu Beginn hatte ich ein paar Probleme mit dem KERS. Das hat nicht gerade geholfen", sagte Räikkönen. "Vom Speed her waren wir aber gut dabei." "Es war ein fantastisches Rennen. Wir haben fast das gesamte Rennen lang um den Sieg gekämpft", fand Grosjean.

Vettel mit Punkten, Schumacher mit Desaster

Sebastian Vettel holte mit Platz vier wichtige Punkte im Kampf um die WM. Viele Zähler konnte er allerdings nicht auf Fernando Alonso gutmachen, der Ferrari-Pilot kam nämlich direkt hinter ihm auf Rang fünf ins Ziel.

Für Mercedes setzte sich das völlig verkorkste Wochenende fort. Nico Rosberg holte mit Platz zehn immerhin noch einen Punkt, Michael Schumacher neun Runden vor dem Ende auf. "Als ich nach dem Start aus der Boxengasse einen Plattfuß hatte, war eigentlich schon klar, dass das Rennen gelaufen war", so Schumacher. "Und dann noch die Durchfahrtsstrafe... es kam einfach alles zusammen." Nico Hülkenberg wurde Elfter, Timo Glock musste sich mit Rang 21 begnügen.

Ungarn-GP: Sektdusche, lange Beine & ein Crash
Frisch poliert und einsatzbereit: Die McLaren von Jenson Button und Lewis Hamilton
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Start nach Maß: Hamilton verteidigte am Start seine Führung
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Und er sollte sie auch nicht wieder abgeben. Zweiter Saisonsieg für den Briten
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Das muss natürlich gefeiert werden: mit Champagner
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Den durfte Romain Grosjean auch kosten. Nach Platz zwei im Qualifying holte der Lotus-Pilot im Rennen Rang drei
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Sebastian Vettel musste sich mit Rang vier begnügen. Da half auch der Extra-Boxenstopp nicht
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Als Entschädigung gab es nach dem Rennen diesen Anblick zu bestaunen
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Die Schlümpfe. Sie hatten vor dem Rennen allerdings offenbar die lokalen Trinkgewohnheiten vertraut gemacht
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Fernando Alonso gönnt sich ein Päuschen. Mit dem 31. Sieg am 31. Geburtstag wurde es allerdings nichts
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Im Rennen musste er nämlich nicht nur Kimi Räikkönen passieren lassen. Am Ende landete der Spanier auf Platz fünf
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Es hätte aber auch deutlich schlimmer laufen können: So wie bei Mercedes, zum Beispiel
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Während Nico Rosberg noch einen Punkt holte, kam Michael Schumacher nach einem völlig verkorksten Rennen nichtmal ins Ziel
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Der Rekord-Champion gab neun Runden vor dem Ende des Rennens auf
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Immerhin noch besser als am Freitag: Da war Schumacher im Training in einen Reifenstapel gedonnert
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Immerhin noch besser als am Freitag: Da war Schumacher im Training in einen Reifenstapel gedonnert
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Schlüsselszenen des Rennens:

Vor dem Start: Nach den teilweise heftigen Schauern und Gewittern am Vormittag ist es nun trocken. Doch die Frage lautet: wie lange noch? Denn die Vorhersagen schwanken zwischen Sonne, leichten Schauern und ausgewachsenen Sommergewittern. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt kurz vor dem Start bei geschätzten 70 Prozent, auch wenn es nicht so aussieht.

Einführungsrunde: Auch das noch! Bei Schumachers Mercedes geht der Motor aus, der Startvorgang wird abgebrochen. Während die Fahrer auf eine erneute Einführungsrunde gehen, muss der Rekordweltmeister aus der Box dem Feld hinterherfahren. Im Gegensatz zu den Piloten in den Top-Ten geht Mark Webber übrigens auf der härteren Reifenmischung ins Rennen. Dass er auf Platz elf frei wählen darf, könnte ihm später noch einen taktischen Vorteil verschaffen.

Start: Lewis Hamilton gewinnt den Start und setzt sich gleich ein wenig ab. Sebastian Vettel zieht nach rechts und will innen am etwas schlechter gestarteten Romain Grosjean vorbei, doch der Franzose macht die Tür zu und Vettel bleibt stecken. Jenson Button nutzt die Gelegenheit und drängelt sich wenige Kurven später am Deutschen vorbei.

Runde 4: Das Pech bleibt Michael Schumacher treu. Beim Start aus der Box war er zu schnell unterwegs - das Ergebnis: Durchfahrtsstrafe. Damit muss er nach seinem ganz frühen ersten Reifenwechsel nun zum zweiten Mal reinkommen.

Runde 16: Jenson Button rutscht kurz neben die Strecke und kommt danach umgehend zum Reifenwechsel an die Box. Das ist die Chance für Vettel. Der muss in der verbleibenden Zeit bis zu seinem Boxenstopp richtig aufs Gas treten. Und das tut er. In seiner ersten freien Runde ist er mehr als eine Sekunde schneller aus zuletzt. Doch es reicht nicht! Button bleibt vorne. Besonders bitter: Während Button auf den harten Pneus unterwegs ist, ist Vettel auf der weichen Variante unterwegs.

Runde 25: Romain Grosjean holt deutlich auf Hamilton auf. In den letzten Runden hat er den Rückstand soweit verringert, dass er in DRS-Distanz ist. Aber rankommen und an Hamilton dann tatsächlich vorbeizukommen sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Das muss Grosjean erkennen. Hamilton legt eine Schippe drauf und ist gleich wieder weg.

Runde 30: Vettel hängt noch immer hinter Button fest. Völlig verzweifelt funkt er an die Box: "Ich kann viel schneller. Tut doch bitte irgendwas. Könnt ihr euch nicht irgendwas einfallen lassen?" Button bekommt wenig später die Mitteilung, dass man auf "Plan B" wechseln muss. Und das heißt in diesem Fall: drei Stopps. Auch Hamilton wird seine Taktik wohl anpassen.

Runde 39: Vettel kommt zu seinem Stopp - und bleibt vor Button. Der war nach seinem Boxenstopp nämlich hinter Bruno Senna zurück auf die Strecke gekommen und hatte viel Zeit verloren. Außerdem: Button ist auf den weichen Reifen unterwegs und muss vermutlich noch einmal an die Box. Das sieht gut aus für den Weltmeister im Kampf um das Podium. Allerdings muss er sich vor Kimi Räikkönen in Acht nehmen. Der macht aktuell richtig Dampf und könnte nach seinem Stopp vor dem Deutschen bleiben.

Runde 46: Das war knapp! Räikkönen kommt nach seinem Stopp zurück - und zwar direkt neben seinem Teamkollegen Grosjean. Beide gehen Rad an Rad in die erste Kurve. Der Finne behält die Nase vorn. Damit hat er es nicht nur geschafft, vor Vettel zu bleiben, sondern hat sich auch noch den Teamkollegen und damit den zweiten Platz geschnappt. Und jetzt holt er mächtig auf den Führenden McLaren von Lewis Hamilton auf.

Runde 59: Vettel muss doch noch einmal an die Box. Damit muss er die letzten Hoffnungen auf einen Podestplatz begraben. Das Team geht auf Nummer Sicher und schont die Reifen. Dabei hat er Glück, dass er wieder knapp vor Alonso zurück auf die Strecke kommt. Dann gibt der Deutsche noch einmal richtig Gas. Sollte an der Spitze etwas passieren, ist er da.

Ziel: Es ist vollbracht! Hamilton hält dem Druck von Räikkönen stand und gewinnt den Ungarn-GP. Direkt dahinter geht Räikkönen über die Line. Dritter wird Grosjean, der sich trotz Vettels enormer Aufholjagd den Podestplatz sichert. Fernando Alonso wird Fünfter vor Button, Senna und Webber. Rosberg holt einen Punkt, Schumacher fällt aus.

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Mann des Rennens: Lewis Hamilton. Nach dem unglücklichen Rennen in Hockenheim dominierte der Brite in Ungarn das komplette Wochenende. Sein Rennen war zwar nicht spektakulär - aber das musste es auch nicht. Er behielt am Start einen kühlen Kopf und ließ erst Grosjean und dann Räikkönen keine Chance. Und das, obwohl der Lotus zwischenzeitlich scheinbar das bessere Auto war. Ganz starke Vorstellung, Lewis! Nach Kanada der zweite Saisonsieg für den McLaren-Piloten.

Flop des Rennens: Michael Schumacher. Wenn es kommt, dann kommt es dicke. Nach dem leichten Aufwärtstrend der letzten Wochen musste der Rekordweltmeister ein ganz bitteres Rennen verkraften. Das komplette Wochenende war der Mercedes zu langsam, dann streikte in der Startaufstellung noch die Technik und beim Weg zum Nachstarten aus der Box war er in ebenjener auch noch zu schnell unterwegs: Durchfahrtsstrafe. Am Ende fiel er zu allem Überfluss auch noch aus.

Analyse: Willkommen zurück bei der Musik, McLaren! Nach Buttons guter Leistung in Hockenheim meldet sich das Team dank Lewis Hamiltons Sieg in Ungarn nun endgültig zurück. Trotz Buttons sechstem Platz bewies man, dass in der zweiten Saisonhälfte mit den Briten zu rechnen ist. Die letzten Updates haben den McLaren deutlich schneller gemacht.

Noch beeindruckender als McLaren war allerdings das Wochenende von Lotus. Der erste Sieg ist längst überfällig - und der Hungaroring wäre eigentlich der perfekte Ort dafür gewesen. In der Hitze und im Rennen funktioniert der Lotus traditionell gut und nach dem starken Qualifying hätten sowohl Räikkönen als auch Grosjean Chancen auf den Sieg gehabt. Dass es am Ende doch nicht geklappt hat, lag wohl auch an den KERS-Problemen, die Räikkönen zu Beginn hatte.

Red Bull betrieb in Ungarn Schadensbegrenzung. Sebastian Vettel ging mit einem zusätzlichen Boxenstopp auf Nummer Sicher und holte mit dem vierten Platz wichtige Punkte im Kampf um den Titel. Viel gebracht hat es allerdings nicht, denn WM-Spitzenreiter Fernando Alonso kam direkt hinter ihm auf Platz fünf ins Ziel.

Für Mercedes sieht es hingegen düster aus. Neben Michael Schumachers total verkorkstem Wochenende erlebte auch Nico Rosberg erneut ein Rennen zum Vergessen. Platz zehn ist am Ende noch als Erfolg zu bewerten. Das größte Problem daran: Man scheint im Team nicht genau zu wissen, warum das Auto nicht besser funktioniert. Die nun anstehende Sommerpause dürfte Norbert Haug und Co. deshalb gelegen kommen, um die Situation zu analysieren und sich neu zu sortieren.

LIVE-TICKER: So lief das Rennen in Budapest

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