Freitag, 08.06.2012

Kanada-GP kompakt

Die verflixte 7 spricht für Schumi

Gibt es beim Kanada-GP (Qualifying, Sa., 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) im siebten Rennen den siebten Sieger? Michael Schumacher ist ein heißer Tipp, sogar im eigenen Team. Wie kommt Red Bull mit dem Unterboden-Verbot klar?

Michael Schumacher gilt beim Kanada-GP in Montreal als einer der Top-Favoriten
© Getty
Michael Schumacher gilt beim Kanada-GP in Montreal als einer der Top-Favoriten

Streckendaten:

Name: Circuit Gilles Villeneuve

Ort: Montreal

Länge: 4,361 Kilometer

Runden: 70

Renndistanz: 305, 270 Kilometer

Kurven: 8 Rechtskurven, 5 Linkskurven

Darauf kommt es an: Nach Monaco gleich wieder ein Stadtkurs, aber ein grundlegend anderer als im Fürstentum. Diesmal haben wir eine Hochgeschwindigkeitsstrecke mit Schikanen und langen Geraden. Schnelle Kurven gibt es fast überhaupt keine.

Von daher ist in Montreal derjenige schnell, der guten mechanischen Grip, gutes Bremsverhalten, eine gute Beschleunigung und eine starken Top-Speed hat. Auch der Umgang mit den Reifen wird wieder deutlich schwieriger werden als in Monaco.

Kanada-GP, Grafik

Das liegt auch am Asphalt. Der ist auf der nicht permanenten Rennstrecke sehr rutschig und macht die Abstimmung der Autos zu einer echten Herausforderung. Im Gegensatz zum Vorjahr wird es diesmal nur eine DRS-Zone geben. Die Fahrer dürfen den Heckflügel nur auf der langen Gegengeraden flach stellen, nicht mehr auf der Zielgeraden.

Und für noch etwas ist Montreal berühmt: chaotische Rennen. Es geht eigentlich immer turbulent zu, es wird viel überholt und es kommt fast immer mindestens einmal das Safety-Car auf die Strecke. Action ist nahezu garantiert.

Wetter-Prognose:

Freitag: leichte Regenschauer, 19-23 Grad, 60 Prozent Regen-Risiko

Samstag: leicht bewölkt, 19-21 Grad, 20 Prozent Regen-Risiko

Sonntag: leicht bewölkt, 21-22 Grad, 20 Prozent Regen-Risiko

Reifen: Soft und Supersoft. Nach dem Chaos im Regen des vergangenen Jahres ist der Kurs für die beiden weichsten Mischungen von Pirelli quasi noch einmal Neuland. Der Asphalt ist rutschig und daher sind weiche Reifen für den Grip vonnöten. Allerdings werden sich die Pneus bei den hohen Geschwindigkeiten sehr viel schneller abnutzen als in Monaco. Mit deutlich mehr Boxenstopps ist also fest zu rechnen. "Die Reifen haben hier traditionell immer eine große Rolle gespielt", schürt Pirelli-Sportchef Paul Hembery die Vorfreude.

Statistik:

Sieger 2011: Jenson Button (McLaren) in 4:04:39,537 Stunden

Pole-Position 2011: Sebastian Vettel (Red Bull) in 1:13,014 Minuten

Schnellste Rennrunde 2011: Jenson Button (McLaren) in 1:16,956 Minuten

Rekordsieger: Michael Schumacher (7 - 1994, 1997, 1998, 2000, 2002-2004)

Favoriten:

Red Bull: Alle Welt fragt sich, ob Red Bull unter dem Verbot der Löcher im Unterboden leiden wird oder nicht. Denn eigentlich sollte der Kurs auf den Red Bull anno 2012 ganz gut passen. Der mechanische Grip ist besser als beim Vorgänger, lediglich der Top-Speed ist ein Problem. Aber das hinderte Sebastian Vettel 2011 auch nicht daran, bis zur letzten Runde auf Siegkurs zu fahren.

Nun aber der ominöse Unterboden. Ein Problem? Nein, sagte Motorsportchef Helmut Marko: "Wir hatten ohnehin nicht geplant, diesen Unterboden in Montreal einzusetzen. Wir haben eine andere Modifikation dabei. Von daher müssen wir gar nichts ändern." Im Übrigen seien noch andere Teams von dem Verbot betroffen, nicht nur Red Bull.

Ferrari: Die Scuderia war in Barcelona und Monaco auf zwei völlig unterschiedlichen Strecken sehr stark. Es spricht also wenig dagegen, dass auch in Montreal mit Fernando Alonso wieder zu rechnen ist.

Zumal Ferrari trotz der WM-Führung für Alonso bei der Entwicklung des Autos weiter Vollgas gibt. "Für Montreal werden wir den Abtrieb optimieren, um besseren Speed und bessere Traktion zu generieren", sagte Teamchef Stefano Domenicali. Dass dem Ferrari zudem die weichen Reifen besonders gut schmecken, ist schon seit Jahren ein bekanntes Phänomen.

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McLaren: Nach den Enttäuschungen der letzten Rennen hält man sich bei McLaren mit großartigen Ankündigungen zurück. Für Vorjahressieger Jenson Button geht es vor allem darum, das Reifenmanagement im Qualifying wieder mal auf die Reihe zu bekommen und Q3 zu erreichen.

Lewis Hamilton strebt seinen ersten Saisonsieg an, obwohl es auf dem Papier Autos gibt, die besser auf die Strecke passen als der McLaren. Dessen Stärke lag zu Saisonbeginn eher in den schnellen Kurven. Buttons Sieg in Melbourne hat aber gezeigt, dass es auch auf winkligen Kursen sehr gut funktionieren kann - vorausgesetzt, er und Hamilton bekommen die Reifen in den Griff.

Mercedes: Mercedes stellt das Rennen ins Zeichen der verflixten Sieben. Der Grund: Michael Schumacher soll endlich den Bann in dieser Saison brechen. "Er hat sieben Mal in Montreal gewonnen, sein Silberpfeil trägt die Startnummer sieben und der Kanada-GP ist das siebte Rennen der Saison", orakelte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Schlussfolgerung: Schumi ist nach seiner Quali-Bestzeit in Monaco der heißeste Kandidat auf den siebten Sieger im siebten Rennen. "Die Strecke sollte unserem Auto liegen", sagte Schumacher selbst und hat damit in der Theorie Recht. Der Mercedes ist auf den Geraden dank seines F-Schachts sehr schnell, hat guten mechanischen Grip und einen sehr starken Motor.

Viel spricht nicht gegen ein bärenstarkes Rennen der Silberpfeile, zumal Schumacher schon im letzten Jahr fast aufs Podium gefahren wäre. "Wenn man die Comeback-Zeit bis heute nimmt, sind wir so nah dran wie noch nie, ein gutes Resultat zu erzielen", betonte der siebenmalige Weltmeister. Aber bei all dem Schumi-Hype sollte man Nico Rosberg nicht vergessen. Er könnte mit einem Sieg voll in den Titelkampf einsteigen.

Lotus: Das letzte Top-Team, das noch auf den ersten Saisonsieg wartet. Dafür, dass es in Montreal klappt, spricht, dass das Auto sehr gut funktioniert, wenn hart über die Randsteine gefahren wird. Das ist in Montreal extrem der Fall.

Kimi Räikkönen geht die Sache wie immer pragmatisch an: "Wir waren bisher auf fast allen Strecken konkurrenzfähig und ich sehe keinen Grund, warum das in Montreal anders sein sollte."

Zeitplan:

Freitag, 16 Uhr: 1. Training

Freitag, 20 Uhr: 2. Training

Samstag, 16 Uhr: 3. Training

Samstag, 19 Uhr: Qualifying

Sonntag, 20 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukturs-WM

Alexander Mey

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