Mittwoch, 23.05.2012

Monaco-GP kompakt

Die allerletzte Chance für Massa?

Fährt Felipe Massa in Monaco (Training, Do., 14 Uhr im LIVE-TICKER) sein letztes Rennen für Ferrari? Neueste Aussagen seines Bosses klingen nach Ultimatum. Favoriten im Reifen-Poker gibt es eine Menge.

Felipe Massa fährt beim Monaco-GP unter enormem Druck von Ferrari
© Getty
Felipe Massa fährt beim Monaco-GP unter enormem Druck von Ferrari

Streckendaten:

Name: Circuit de Monaco

Ort: Monte Carlo

Länge: 3,340 Kilometer

Runden: 78

Renndistanz: 260,520 Kilometer

Kurven: 12 Rechtskurven, 7 Linkskurven

Darauf kommt es an: Als ob die Saison nicht schon wahnsinnig genug wäre, kommt sie jetzt auch noch an den wahnsinnigsten Ort, an dem man ein Formel-1-Rennen veranstalten kann. Die Häuserschluchten von Monaco sind Legende, aber sie sind auch eine ganz besondere Herausforderung.

Überholen kann man so gut wie vergessen, DRS wird es an der besten Stelle im Tunnel aus Sicherheitsgründen wie 2011 nicht geben. Kein Wunder, wenn man sich den Horrorcrash von Sergio Perez im Training noch einmal in Erinnerung ruft.

In Monaco ist derjenige schnell, dessen Auto gute Traktion hat. Die ist aus den engen Ecken heraus nämlich entscheidend. Aerodynamik spielt nur eine untergeordnete Rolle, weshalb Monaco auch immer für Überraschungen gut ist.

Jeder Fahrer, der mutig genug ist, um haarscharf an den Leitplanken vorbei zu fahren, ohne sein Auto darin zu zerlegen, kann in Monaco einen großen Unterschied machen. Erst recht, wenn es regnen sollte. Und gelegentliche Schauer am Wochenende sind nicht ausgeschlossen.

Wetter-Prognose:

Donnerstag: leicht bewölkt, 22-24 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

Samstag: wolkig, 21-23 Grad, 25 Prozent Regen-Risiko

Sonntag: wolkig, 22-23 Grad, 20 Prozent Regen-Risiko

Reifen: Supersoft und Soft. Der superweiche Reifen feiert Premiere und ist die einzige Mischung, die sich im Vergleich zu 2011 nicht verändert hat. Die Piloten können also zumindest mit diesem Reifen auf Erfahrungen aus dem letzten Jahr zurückgreifen. In Monaco sollte der Reifenverschleiß keine ganz so riesige Rolle spielen wie zuletzt, da die Pneus bei dem niedrigen Speed weniger schnell abbauen. Ein anderer Aspekt könnte diesmal spannender werden. "Da das Überholen auf der engen Strecke schwerer ist als auf allen anderen Strecken, ist die Reifenstrategie von entscheidender Bedeutung", sagt Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Statistik:

Sieger 2011: Sebastian Vettel (Red Bull) in 2:09:38,373 Stunden

Pole-Position 2011: Sebastian Vettel (Red Bull) in 1:13,556 Minuten

Schnellste Rennrunde 2011: Mark Webber (Red Bull) in 1:16,234 Minuten

Rekordsieger: Ayrton Senna (6 - 1987, 1989 - 1993)

Favoriten:

Red Bull: 2010 Mark Webber, 2011 Sebastian Vettel: Die letzten beiden Siege in Monaco gingen an Red Bull, was beide Piloten auch in diesem Jahr wieder zu Mitfavoriten macht. Das Auto hat guten mechanischen Grip, was auf der engen Strecke im Fürstentum helfen wird. Problem ist aber, dass in den letzten drei Jahren der Sieger immer von der Pole-Position gestartet ist. Und im Qualifying war Red Bull zuletzt in Barcelona nirgendwo. Was auf der Fahrerstrecke bleibt, ist die Hoffnung auf den Vettel-Faktor.

McLaren: Fahrerisch ist Lewis Hamilton der große Favorit auf den Sieg in Monaco. Er war dort immer stark und hat das letzte Rennwochenende in Barcelona in Sachen Speed klar dominiert. Zudem ist er in dieser Saison konstant und macht kaum Fehler. Der McLaren ist jedoch zu Saisonbeginn eher durch seine Stärken in schnellen Kurven aufgefallen. "Unser Auto passt nicht explizit auf die engen Ecken in Monaco", sagt Jenson Button.

Hamilton glaubt trotzdem, als sechster Sieger im sechsten Rennen - das gab es in der Formel-1-Geschichte noch nie - dran zu sein: "Ich habe zwei relativ enttäuschende Rennen hinter mir und es gäbe keinen besseren Platz für eine Wendung des Glücks zu meinen Gunsten."

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Ferrari: Die Roten waren in Barcelona mit den umfassenden Updates am Auto grundsätzlich zufrieden. Kein Wunder nach dem zweiten Platz für Fernando Alonso. Trotzdem sagt Technikchef Pat Fry: "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns." Eventuell immer noch bestehende aerodynamische Schwächen können in Monaco sehr gut kaschiert werden.

Unter riesigem Druck steht in Monaco Felipe Massa. Noch ein verkorkstes Rennwochenende und er könnte seinen Job los sein. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo schrieb in einem Brief an alle Mitarbeiter unverblümt: "Jeder von uns muss sein Bestes geben, auch Massa, der die Ergebnisse nach Hause fahren muss, die wir von ihm erwarten."

Mercedes: Michael Schumacher startet mit seiner Rückversetzung um fünf Startplätze denkbar schlecht ins Wochenende. Nirgends ist die Startaufstellung wichtiger, aber wenn einer in Monaco noch nach vorne kommen kann, dann Schumacher, sollte man meinen. Immerhin fuhr er 2006 einmal von 22 auf 5.

Die Frage ist nur, ob der Silberpfeil eine Aufholjagd hergibt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in Monaco gut aufgestellt sein werden", sagt Schumacher. "Die fünf Startplätze bedeuten nur, dass ich mich noch mehr anstrengen muss."

Wie Schumacher liebt auch Nico Rosberg das Rennen unmittelbar vor seiner Haustür. Mit seinen zuletzt sehr starken Qualifyings ist er ein heißer Tipp auf einen Podestplatz. "Die Strecke sollte unserem Auto liegen, aber nach allem, was wir in dieser Saison gesehen haben, gibt es zehn Favoriten auf den Sieg. Es könnte eines der interessantesten Rennen seit Jahren werden", sagt Rosberg.

Lotus: Die Schwarzen sind der erste Kandidat dafür, als sechstes Team im sechsten Rennen zu gewinnen. Kein Team war in den letzten Rennen trotz aller Reifen-Turbulenzen konstanter. Allerdings wäre es gerade deshalb Kimi Räikkönen wohl lieber, auf einer regulären und damit zumindest etwas besser berechenbaren Strecke anzutreten.

"Es ist sehr schwer vorherzusagen, wie es in Monaco laufen wird, weil man diese Strecke nicht simulieren kann. Es ist nahezu unmöglich, dort ein reibungsloses Wochenende zu erwischen", sagt der Iceman. "Das Wichtigste wird das Qualifying sein, weil man nicht überholen kann."

Williams: Williams in den Favoriten? Vor einem Rennen noch undenkbar, jetzt aber Pflicht. Denn Pastor Maldonado muss in Barcelona keine Eintagsfliege gewesen sein. Der Venezoelaner war schon in der GP2 immer stark in Monaco, hat sogar zweimal gewonnen. 2011 fuhr er im F-1-Qualifying auf Position acht und ein sehr starkes Rennen, bis er kurz vor dem Ziel von Hamilton in die Mauer bugsiert wurde.

"Ich bin nach meinem Sieg voller Selbstvertrauen und habe große Hoffnungen, wieder ein starkes Ergebnis für das Team einzufahren", sagt Maldonado.

Zeitplan:

Donnerstag, 10 Uhr: 1. Training

Donnerstag, 14 Uhr: 2. Training

Samstag, 11 Uhr: 3. Training

Samstag, 14 Uhr: Qualifying

Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Alexander Mey

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