Donnerstag, 10.05.2012

Spanien-GP kompakt

4 Rennen, 4 Sieger: Ist diesmal der Iceman dran?

Die Europa-Saison startet auf bestens bekanntem Terrain. Beim Spanien-GP in Barcelona (Training, Fr., 14 Uhr im LIVE-TICKER) kann Teams und Fahrer eigentlich nur wenig überraschen. Doch Reifen und Testfahrten im Vorfeld ändern fast alles. Schlägt die große Stunde von Kimi Räikkönen?

Kimi Räikkönen (r.) scheitert in Bahrain im Kampf um den Sieg an Sebastian Vettel
© xpb
Kimi Räikkönen (r.) scheitert in Bahrain im Kampf um den Sieg an Sebastian Vettel

Streckendaten:

Name: Circuit de Catalunya

Ort: Barcelona

Länge: 4,655 Kilometer

Runden: 66

Renndistanz: 307,230 Kilometer

Kurven: 9 Rechtskurven, 7 Linkskurven

Streckengrafik, Spanien-GP

Darauf kommt es an: Keine Strecke kennen Teams und Fahrer auch nur annähernd so gut wie den Kurs in Barcelona. Klar, schließlich wird dort in jedem Winter auf Teufel komm raus getestet. Vor dieser Saison an acht von zwölf Tagen. Nichts kann die Teams also am Wochenende mehr überraschen, die Autos sind schon im Vorfeld bis ins Detail abgestimmt.

Dumm nur, dass der Wind nahe der Küste unberechenbar ist. Er dreht sehr oft und kann jede auch noch so ausgeklügelte Abstimmung von jetzt auf gleich zunichtemachen. Beispiel Getriebeübersetzung: Weht der Wind bei der Abstimmung auf der langen Zielgeraden von vorne und dreht im Rennen auf Rückenwind, hängt man ganz schnell im Drehzahlbegrenzer.

Traditionell gilt der Kurs in Barcelona aufgrund seiner perfekten Mischung aus schnellen und langsamen Kurven sowie der langen Zielgeraden als Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines Autos. Doch im Pirelli-Zeitalter wird auch dieses Bild durch den Umgang der Autos mit den Reifen etwas verzerrt.

Wetter-Prognose:

Freitag: sonnig, 23-26 Grad, 0 Prozent Regen-Risiko

Samstag: leicht bewölkt, 23-28 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

Sonntag: leicht bewölkt, 21-24 Grad, 10 Prozent Regen-Risiko

Pirelli, Reifen, Grafik, Hard, Soft

Reifen: Hard und Soft. Zum ersten Mal in dieser Saison liegen die beiden Mischungen, die Pirelli dabei hat, deutlich auseinander. Sportchef Paul Hembery verspricht sich davon viele unterschiedliche Strategie-Optionen. "Wir haben die Mischungen Hard und Soft ausgewählt, um die Teams vor ganz unterschiedliche Herausforderungen zu stellen", sagte Hembery. Heißt im Klartext: Im Rennen kann man sich überlegen, ob man die sicher viel schnelleren weichen Pneus bevorzugt oder die langsameren harten nimmt und sich dadurch einen Boxenstopp spart. Für Letzteres könnte sprechen, dass in den schnellen Rechtskurven in Barcelona vor allem der linke Vorderreifen extrem leidet.

Statistik:

Sieger 2011: Sebastian Vettel (Red Bull) in 1:39:03,301 Stunden

Pole-Position 2011: Mark Webber (Red Bull) in 1:20,981 Minuten

Schnellste Rennrunde 2011: Lewis Hamilton (McLaren) in 1:26,727 Minuten

Rekordsieger: Michael Schumacher (6 - 1995, 1996, 2001, 2002, 2003, 2004)

Favoriten:

Red Bull: Die Bullen könnten am Freitag im Training die Konkurrenz überraschen, denn nachdem bei den Tests in Mugello kaum neue Teile am Auto zu erkennen waren, wird es in Barcelona einige Updates geben. "Wir hoffen, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben", äußerte sich Sebastian Vettel zurückhaltend.

Motorsportchef Helmut Marko erklärte, warum die neuen Teile in Mugello noch nicht am Auto waren: "Dieser Test galt dem besseren Verständnis unseres Autos. Wir haben viele unterschiedliche Einstellungen ausprobiert und viele Dinge gemessen. Und wir wissen jetzt besser, wie wir die Reifen für die Qualifikationsrunden anwärmen müssen."

McLaren: Die Nase wird ab sofort hoch getragen. In den letzten Stunden des Mugello-Tests packte McLaren anstelle der tief nach unten gezogenen Nase eine deutlich höhere Variante aus. Zwar ohne einen hässlichen Höcker, aber trotzdem nähert man sich dem Design der anderen Teams etwas an.

"Es gibt eine gute Chance, dass wir die neue Nase am Sonntag im Rennen sehen werden", bestätigte Teamchef Martin Whitmarsh und sagte zu den Aussichten fürs Wochenende: "Wir glauben, dass wir konkurrenzfähig sein werden, aber ganz genau weiß man das nie."

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Mercedes: Die Silberpfeile reisen ohne ihren Teamchef an. Ross Brawn muss krankheitsbedingt zu Hause bleiben und wird durch Bob Bell vertreten. Brawn wird sich also von der Couch aus ansehen müssen, wie die neuen Teile am Mercedes funktionieren.

Denn wie Red Bull hatten auch die Silbernen in Mugello nicht viele neue Teile am Auto. Ihnen ging es vielmehr darum, mit einem Mammut-Programm dem Problem des Reifenverschleißes im Rennen auf die Spur zu kommen.

"Wir haben etwas gefunden, einen Parameter, der den Reifenabbau beeinflusst", sagte Nico Rosberg. "Das sollte uns in Barcelona helfen. Ich glaube, dass wir die Reifen und die Abstimmung unseres Autos jetzt viel besser verstehen."

Auch das Streckenlayout sollte Mercedes in die Karten spielen. Die Hinterreifen werden nicht allzu stark belastet und der F-Schacht sollte auf sehr langen Geraden sehr viel bringen. Zweiter Mercedes-Sieg der Saison? Nicht unwahrscheinlich.

Ferrari: Die Scuderia braucht einige große Sprünge nach vorne, um zur Spitze aufzuschließen. Der erste soll durch die vielversprechenden Tests in Mugello geschafft worden sein. Ob es wirklich so ist, wird aber erst das Wochenende in Barcelona zeigen.

Für Fernando Alonso ein ganz Entscheidendes: "Wir müssen jetzt das Ruder herumreißen. Es ist wichtig, die Lücke zu verkleinern und Fortschritte zu machen. Wenn wir trotzdem in Barcelona nicht auf der Pole stehen, ist das aber auch nicht das Ende der Welt. Wir haben noch 16 Rennen, das war 2003 eine ganze Saison."

Lotus: Wird Lotus der fünfte Sieger im fünften Rennen? Die Chance, zum ersten Mal seit 1983 ein solches Kunststück zu vollbringen, scheint realistisch. Bei den Tests in Mugello glänzte das Team mit zwei Bestzeiten. Und legt man die Form von Bahrain zugrunde, spricht wenig dagegen, dass Kimi Räikkönen und Romain Grosjean um Pole und Sieg kämpfen können.

"Der Lotus macht den besten Eindruck, vor allem in den schnellen Passagen", sagte Red Bulls Marko nach den Tests in Mugello. Und schnelle Passagen gibt es in Barcelona reichlich.

Zeitplan:

Freitag, 10 Uhr: 1. Training

Freitag, 14 Uhr: 2. Training

Samstag, 11 Uhr: 3. Training

Samstag, 14 Uhr: Qualifying

Sonntag, 14 Uhr: Rennen

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Alexander Mey

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