Formel 1

Ferrari: Barcelona als Gradmesser

Von SPOX
Ferrari möchte dem Rest des Feldes in Zukunft wieder vermehrt die Heckansicht präsentieren
© Getty

Nach den vielversprechenden Tests strebt Ferrari in Barcelona die Wende an. Für Red Bull ist der Grand Prix von Spanien dagegen weniger bedeutsam als in den Jahren zuvor. Mercedes-Teamchef Ross Brawn spricht von Kompromissen im Qualifying. Und Johnny Herbert sieht Siegchancen für Lotus.

Ferrari strebt die Wende an: Die Tests in Mugello haben es angedeutet. Ferraris Verbesserungen scheinen sich auszuzahlen. Kein Wunder also, dass die Scuderia durchaus optimistisch zum Rennen nach Barcelona reist. "Ich habe mich lange mit unseren Technikern unterhalten. Sie sind zuversichtlich, aber wir müssen abwarten, was die anderen auf Lager haben", sagte Luca di Montezemolo am Rande der Gedenkfeier anlässlich des 30. Todestages von Gilles Villeneuve.

Und das wird auch nötig sein, sieht der Ferrari-Präsident Barcelona doch als Gradmesser für die restliche Saison. Deshalb möchte er in Spanien auch "einen stärkeren Ferrari sehen, der im weiteren Saisonverlauf noch besser werden muss, denn ich will, dass wir gewinnen."

Um di Montezemolo diesen Wunsch zu erfüllen, halten die Ferrari-Techniker bereits weitere Updates für die Zeit nach Barcelona bereit.

Red Bull sieht Barcelona nicht als Gradmesser: Barcelona wird zeigen, wo die Teams stehen. Angesichts der Streckencharakteristik des Circuit de Catalunya war das der Tenor der vergangenen Jahren. Doch heuer ist alles anders, meint zumindest Red Bull.

Denn anders als die Kollegen aus Italien zweifelt das Weltmeisterteam, ob der Spanien-Grand-Prix auch diesmal als Gradmesser für das wahre Kräfteverhältnis der Formel 1 herhalten kann. Zu groß ist bislang die Ausgeglichenheit, zu unsicher die Reifensituation.

"Normalerweise ist Barcelona ein ziemlich guter Indikator für das Leistungsvermögen eines Autos", weiß auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner, aber: "Ob das auch in diesem Jahr so sein wird, wer weiß das schon?"

Ross Brawn erwartet Kompromisse im Qualifying: Nachdem sich Rekordweltmeister Michael Schumacher bereits negativ über die diesjährigen Reifen geäußert hat, beschreibt sein Teamchef nun eine weitere von den Pneus verursachte Problematik.

"Wir können das Set-Up zwischen der Qualifikation am Samstag und dem Rennen am Sonntag nicht mehr verändern", erklärt Ross Brawn gegenüber der brasilianischen Zeitung "O Estado de S.Paulo". "Das sind aber zwei völlig unterschiedliche Herausforderungen, vor allem auf Grund der Reifen. Es ist eine Sache, ein Auto für eine Runde schnell zu machen, aber eine völlig andere, es für 70 Runden schnell und konstant hinzubekommen."

Deshalb müsse man einen Kompromiss finden, der einen zwar in der Startaufstellung einige Plätze kosten, im Rennen dann aber wieder den entscheidenden Vorteil bringen könne. "Aber es ist nicht so einfach, vorherzusehen, was am Sonntag passieren wird", so Brawn weiter.

Johnny Herbert traut Lotus den Sieg zu: Nachdem Johnny Herbert ja bereits Ferrari-Pilot Felipe Massa angezählthat, sind nun die Siegesaussichten von Lotus beim Großen Preis von Spanien auf seiner Agenda. Die schätzt der Engländer nämlich nicht einmal schlecht ein. "Sie haben eine Chance", äußerte sich Herbert gegenüber "Crash.net", "es wird darauf ankommen das Fenster zu finden, in dem die Reifen am effektivsten arbeiten."

Und genau dort sieht er das Lotus-Team, das sich bislang auf allen Strecken stark präsentiert hat, im Vorteil. "Sie haben offenbar verstanden, wie sie das Auto am besten in dieses Fenster bekommen und ihren Speed die gesamte Saison unter Beweis gestellt. Vielleicht machen sie in Barcelona noch mal einen Schritt nach vorne."

Eine Prognose möchte Herbert allerdings nicht abgeben, dafür sei der Saisonverlauf zu abwechslungsreich gewesen. Zwar präsentiere sich Lotus derzeit am konstantesten, aber "es gibt keine Garantie, dass diejenigen, die man am schnellsten erwartet, dies am Ende auch sind."

Der Stand in der Fahrer-WM

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