Dienstag, 27.03.2012

Rennfahrer-Legende nimmt Inder Karthikeyan in Schutz

Stuck: Auch Vettel muss mal lernen

Die deutsche Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck hält die Kritik von Sebastian Vettel an dem Inder Narain Karthikeyan für überzogen und gibt dem Formel-1-Weltmeister sogar eine Mitschuld an dem Unfall beim Rennen in Malaysia. "Beim Überholen können Missverständnisse vorkommen. Das muss Sebastian Vettel auch mal lernen. Bei ihm ging es bisher immer nur nach oben, und dass das jetzt nicht so ist, muss er erst mal verkraften", sagte Stuck im Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Den Saisonstart hatte sich Weltmeister Sebastian Vettel anders vorgestellt
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Den Saisonstart hatte sich Weltmeister Sebastian Vettel anders vorgestellt

Vettel hatte Karthikeyan acht Runden vor Schluss überrundet. Dabei berührten sich beide Rennautos, und an Vettels Red Bull wurde der linke Hinterreifen aufgeschlitzt. Der 24-Jährige musste an die Box und fiel vom vierten auf den elften Platz zurück.

Nach dem Rennen hatte er den Inder als "Gurke" bezeichnet. Eine Wortwahl, die Stuck nicht korrekt findet, auch wenn er Vettels Enttäuschung verstehen kann: "Solche Ausdrücke sollten natürlich trotzdem nicht fallen." Aber "Gurke" zu sagen, sei laut Stuck immer noch besser als "Arschloch".

Malaysia-GP: Alonso & die schnellste Maus von Mexiko
Bevor das Chaos auf der Strecke losging, war aber erst mal Zeit für hohen Besuch aus Hollywood: Owen Wilson samt schicker Hawaii-Cap schaute genauso vorbei wie...
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...Schauspiel-Kollege Adrien Brody. Der Oscar-Gewinner verzichtete jedoch anders als sein Kumpel auf jegliche Souvenirs aus dem letzten Urlaub
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Augen zu und durch! Die Wolken im Hintergrund ließen bereits am Morgen des Malaysia-GP erahnen, was auf Mark Webber und Co. zukommen sollte
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Dann ging es los: Auf dem Sepang International Circuit waren bei strömendem Regen fahrerische Qualitäten gefragt. Den Start gewann...
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...Lewis Hamilton. Auch Teamkollege Jenson Button verteidigte seinen zweiten Platz. Michael Schumacher verlor nach einem Dreher dagegen einige Positionen
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Das "erste" Rennen dauerte allerdings nur neun Runden. Dann hatte die Rennleitung ein Einsehen und unterbrach den Grand Prix wegen starker Regenfälle
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"I'm driving in the rain...": Auch während der Safety-Car-Phase sorgten die Piloten, hier Mark Webber, für eindrucksvolle Bilder
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Während die Arrivierten wie Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel nach dem Re-Start nicht richtig in die Gänge kamen, sorgte ein Mexikaner für Aufsehen
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Sergio Perez war als schnellste Maus von Mexiko unterwegs und schlich sich klammheimlich von Startposition neun aufs Podest vor
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Nur Fernando Alonso war schneller als Perez! Der Ferrari-Pilot holte sich in Kuala Lumpur trotz der roten Gurke den 28. Erfolg seiner Karriere
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Pole-Setter Lewis Hamilton komplettierte als Dritter das Podest. In Sachen Champagne-Tasting ließ er jedoch ganz gentlemanlike Alonso den Vortritt
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Für die Deutschen gab es dagegen eher Selters: Vettel wurde nach einem Reifenplatzer nur Elfter. Hülkenberg und Schumacher holten zumindest noch zwei bzw. einen Punkt
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Stuck: "Zu einer Kollision gehören immer zwei"

Ironische Forderungen, dass Karthikeyan noch mal in die Fahrschule müsse, hält Stuck für Blödsinn. Ein Unfall wie in Malaysia könne in jedem Rennen passieren, wenn Fahrer überrundet werden. Und zu einer Kollision gehörten immer zwei, sagte Stuck. Deshalb sei auch Vettel in diesem Fall nicht ganz unschuldig.

"Wenn Sebastian Vettel mehr Platz gelassen hätte, wäre es nicht passiert. Beide haben zum selben Zeitpunkt beschleunigt. Das kommt mal vor, das ist ein Rennunfall", sagt Stuck, der Karthikeyan als umsichtigen Fahrer lobt: "Der hat das nicht mit Absicht gemacht. Der muss nicht noch mal zur Führerscheinprüfung."

Auch zur Verschwörungstheorie nach dem Rennen in Malaysia hat Stuck eine eindeutige Meinung und schließt eine Manipulation des Rennens kategorisch aus. "Das glaube ich nicht. In der Formel 1 kann man sich so etwas nicht erlauben. Das kommt immer raus. Und dann wird die ganze Formel 1 infrage gestellt", sagte Stuck der Nachrichtenagentur dapd.

Stuck für regelmäßige Regenphase

In Malaysia war Sauber-Pilot Sergio Perez deutlich schneller als der spätere Sieger Fernando Alonso. Doch dann machte der Mexikaner Perez einen Fahrfehler und wurde Zweiter hinter Ferrari-Pilot Alonso. Da das Sauber-Team mit Motoren von Ferrari fährt, wurde sofort spekuliert, dass Perez nicht gewinnen durfte.

"Dass im Team die Plätze abgesprochen werden, das ist klar. Aber dass Perez nicht gewinnen darf, weil Alonso gewinnen soll, das passiert nicht", sagte Stuck.

Für Stuck war das Rennen in Malaysia beste Werbung für die Formel 1. Deshalb wäre es seiner Meinung nach gar nicht schlecht, künftig eine regelmäßige Regenphase einzubauen. "Alonso hätte nicht gewonnen, wenn es trocken gewesen wäre, und auch Perez wäre nicht Zweiter geworden", sagte Stuck.

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