Mittwoch, 15.02.2012

Ecclestone will Formel-1-Tradition in Deutschland fortsetzen

Nürburgring braucht neuen Betreiber

Für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat der Nürburgring im Kalender der Motorsport-Königsklasse weiter eine Zukunft. "Alles, was die Verantwortlichen erreichen müssen, ist, einen neuen Betreiber zu finden", sagte Ecclestone der "Rhein-Zeitung". Dann werde er auch einen neuen Vertrag unterzeichnen.

Bernie Eccelstone (M.), hier im Gespräch mit Vettel (r.) und Horner, will den Nürburgring erhalten
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Bernie Eccelstone (M.), hier im Gespräch mit Vettel (r.) und Horner, will den Nürburgring erhalten

Das Land Rheinland-Pfalz hatte in der vergangenen Woche die Verträge mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) gekündigt. Betroffen waren auch die Konzessionen für Formel-1-Rennen.

Nun droht aber ein langwieriger Rechtsstreit, denn die NAG geht gegen die Kündigung vor, da man noch Verträge bis 2040 besitze. Das Ruder am Ring soll nun zunächst die Nürburgring GmbH übernehmen. Ziel sei laut Infrastrukturminister Roger Lewentz aber eine Ausschreibung, ein neuer Betreiber muss also erst noch gefunden werden.

Für ein Rennen auf dem Traditionskurs in der Eifel überweist der Nürburgring Ecclestone eine Gebühr von 20 Millionen Euro, was ohne die Unterstützung des Landes kaum möglich ist. Deshalb hält man vonseiten der Landesregierung zunächst offenbar lediglich ein Rennen im Jahr 2015 für machbar, nur im äußersten Notfall ein Rennen im kommenden Jahr.

In diesem Jahr gastiert die Formel 1 auf dem Hockenheimring, aufgrund des jährlichen Wechsels wäre 2013 wieder der Nürburgring an der Reihe.

Kein Land ist unverzichtbar

Experten gehen aber davon aus, dass ein Jahr ohne ein Rennen am Nürburgring das komplette Aus bedeuten würde. Zwar sei laut Ecclestone nichts auf dieser Welt unverzichtbar, auch kein Land als Austragungsort für ein Formel-1-Rennen.

Aber dennoch habe die Formel 1 in Deutschland eine so lange Tradition, dass er hoffe, diese auch fortsetzen zu können. "Was wir möglich machen können, werden wir auch möglich machen", kündigte Ecclestone an.

Für die Turbulenzen nach der Vertragskündigung des Landes mit der NAG hat der 81-Jährige wenig Verständnis. "Ich verstehe da die Aufregung nicht.Wenn jemand einen Vertrag nicht einhält, ist es ja nur normal, wenn die andere Seite diesen Vertrag dann kündigt", wird Ecclestone zitiert. Lewentz hatte angekündigt, persönlich mit Ecclestone sprechen zu wollen.

Ecclestone mehr als gesprächsbereit

"Bislang habe ich noch nichts von ihm gehört", sagte Ecclestone, der aber mehr als gesprächsbereit ist. "Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir zu einem neuen Vertrag kommen. Ebenso, wie ich mich freuen würde, wenn Deutschland sein jährliches Formel-1-Rennen behält", sagte der Brite.

Denn was keiner wolle, ist Deutschland aus dem Rennkalender zu streichen. Was der 81-Jährige hinzufügte, klingt dann fast schon wie ein verzweifelter Appell: "Ich würde mir wünschen, dass irgendjemand die Hand hebt und sagt, dass er das Rennen am Nürburgring umsetzt - dann würden wir uns schon einig werden."

Der Renn-Kalender 2012 in der Übersicht

Die neuen Autos der Saison 2012
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