Vertrag mit Ecclestone war nicht unüblich

SID
Montag, 09.01.2012 | 14:49 Uhr
Bernie Eccleston musste im Schmiergeldprozess gegen den Ex-BayernLB-Chef aussagen
© Getty

Die Aussage von CVC-Manager Donald Mackenzie im Schmiergeldprozess gegen Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat tiefe Einblicke in den Ablauf von Firmenübernahmen gebracht. Mackenzie, dessen Unternehmen 2005 die Formel 1 übernommen hatte, schilderte dem Landgericht München am Montag ausführlich, wie es zu dem milliardenschweren Kauf der Anteile gekommen war.

Unter anderem nannte er den Beratervertrag für Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, der diesem Millionen eingebracht hatte, nicht unüblich. Der Angeklagte Gribkowsky soll wiederum von Ecclestone 44 Millionen Dollar erhalten haben.

Ecclestones Beratervertrag sei ihm zwar vertragswidrig verschwiegen worden, sagte Mackenzie. Ihn hätten aber weder Inhalt noch die Konditionen überrascht. Hätte er davon gewusst, hätte er aber anders verhandelt.

Beide Seiten lachten angeblich über die ersten Angebote

Mackenzie schilderte auch das Zustandekommen des Kaufpreises. Ursprünglich habe sein Unternehmen einen Gesamtwert von einer Milliarde Dollar für die Formel 1 angesetzt, da diese unter anderem Probleme mit der Drohung der Teams hatte, aus der Serie auszusteigen. Ecclestone habe darüber gelacht und schließlich auf einem Zettel zwei Milliarden als Preis notiert, ab dem die Eigner verkaufen könnten. Daraufhin habe dann er gelacht, sagte Mackenzie.

Am Ende wurde beim Verkauf der Anteile der BayernLB und der Familienstiftung Ecclestones ein Gesamtwert von 2,1 Milliarden Dollar angesetzt, allerdings abzüglich eines Darlehens von gut 300 Millionen Dollar.

Hat Gribkowsky Bestechungsgelder erhalten?

Mackenzie schilderte den angeklagten Gribkowsky als coolen, zurückhaltenden Verhandlungspartner, der sich nicht in die Karten habe schauen lassen.

Nachdem man die Mehrheit an der Formel 1 von der BayernLB und der Familienstiftung erhalten habe, hätten andere Banken ihre Anteile für einen um 17 Prozent niedrigeren Preis verkauft. Und man habe bei ihnen das Gefühl gehabt, sie seien erleichtert gewesen.

Gribkowsky wird im Zusammenhang mit dem Formel-1-Verkauf vorgeworfen, von Ecclestone und dessen Familienstiftung 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld erhalten zu haben.

Der Rennkalender der Formel-1-Saison 2012

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