Nach Wiederaufstieg in die A-Gruppe

U 20 will keine Fahrstuhlmannschaft mehr sein

SID
Sonntag, 18.12.2011 | 13:33 Uhr
Bundestrainer Jakob Kölliker freut sich bei der B-WM über den Aufstieg seines Nachwuchses
© Getty
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Runter, rauf, runter - und jetzt wieder rauf: Die deutschen U-20-Eishockey-Junioren haben durch den Gewinn der B-WM in Garmisch-Partenkirchen den Wiederaufstieg perfekt gemacht. Nun wollen sie das Image der Fahrstuhlmannschaft ablegen.

Beim Wort Fahrstuhlmannschaft zuckt Ernst Höfner merklich zusammen. "Das gehört hoffentlich der Vergangenheit an. Wir wollen in der A-Gruppe bleiben - und zwar nicht nur für ein Jahr, sondern dauerhaft", sagte der Auswahltrainer der U-20-Eishockey-Junioren nach dem souveränen Gewinn der B-WM in Garmisch-Partenkirchen.

Bislang sah die Realität jedoch anders aus: Seit 2002 pendelt der deutsche Eishockeynachwuchs zwischen Erst- und Zweitklassigkeit, einem Aufstieg in die Top-Division folgte stets sofort der bittere Abstieg. Doch Höfner ist nicht nur wegen des Turniersieges in Garmisch optimistisch: "Die Maßnahmen, die der Verband und die Vereine vor zehn Jahren im Jugendbereich getroffen haben, tragen jetzt Früchte."

Kölliker: "Der Aufstieg ist enorm wichtig"

Davon konnte sich auch der neue Bundestrainer Jakob Kölliker ein Bild machen. Der Schweizer begleitete das Team in der Vorbereitung drei Tage lang und saß gegen England (11:1) sowie beim 5:3-Sieg im entscheidenden Gruppenspiel gegen Norwegen am Sonntag auf der Tribüne.

"Der Aufstieg ist enorm wichtig, weil unsere Nachwuchsspieler wieder international im Rampenlicht stehen werden. Das ist wichtig für ihre weitere Entwicklung", sagte Kölliker. Ein paar der Talente wird man vielleicht in den kommenden Jahren in der A-Nationalmannschaft sehen.

Beste Chancen darauf hat Tobias Rieder. Der 18-Jährige, der bereits 2009 sein Profidebüt beim Zweitligisten Landshut Cannibals gab, spielt derzeit in der nordamerikanischen Juniorenliga OHL. Bei der B-WM ragte der Stürmer aus einer starken deutschen Mannschaft als Topscorer noch einmal heraus, obwohl er erst kurz vor dem Turnierstart zum Team gestoßen war.

"Hoffnungsträger für die Zukunft"

"Er ist unser bester Spieler, ein Hoffnungsträger für die Zukunft - nicht nur im Juniorenbereich. Er kann einmal ein Großer im deutschen Eishockey werden", sagte Höfner.

Aufgrund seines Alters kann Rieder wie sechs andere Spieler auch im nächsten Jahr bei der Junioren-WM auflaufen. Höfner: "Das ist ein großer Vorteil für uns. Die Mannschaft ist eingespielt, und auch der Teamgeist stimmt."

Keine Fahrstuhlmannschaft

Allerdings werden erst die WM-Spiele im kommenden Jahr zeigen, wie gut der deutsche Eishockeynachwuchs im Vergleich zu anderen Nationen wirklich ist. Teams wie Russland, die USA oder Kanada sind natürlich ein anderes Kaliber als England oder Weißrussland.

Ein Fakt spricht jedoch dafür, dass Deutschland das Image der "Fahrstuhlmannschaft" ablegen kann: Statt wie früher zwei steigt nur noch eine Mannschaft in die B-Gruppe ab.

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