Williams: Absturz eines Giganten

Von Sebastian Schramm
Mittwoch, 23.11.2011 | 11:47 Uhr
Nigel Mansell holte in der Saison 1992 den WM-Titel mit Williams
© Getty
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Der Dominator der achtziger und neunziger Jahre ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Im trostlosen Mittelfeld der Formel 1 scheint Williams den vorläufigen Tiefpunkt erreicht zu haben. Gründe für den Absturz gibt es viele, sie liegen mehr als zehn Jahre zurück. Hoffnungsschimmer gibt es dennoch.

"Wir sind sehr verärgert über uns selbst, denn wir haben seit einer sehr langen Zeit nicht mehr gewonnen. Das ist wirklich peinlich, aber wir müssen damit leben. Es ist unsere eigene Schuld." (Frank Williams)

Bemerkenswerte Worte eines Teamchefs, dessen Rennstall in den letzten Jahren einen Abstieg in die Zweitklassigkeit der Formel 1 verkraften musste. Vorläufiger und trauriger Höhepunkt war der Abu Dhabi-GP. Rubens Barrichello und Pastor Maldonado zeigten ein Qualifying zum Vergessen und starteten aus der letzten Reihe des Feldes.

Williams lebt nur noch vom Mythos

Notiz wird davon trotzdem kaum genommen. Eher scheint es die gesamten Eindrücke und den schleichenden Zerfall der letzten Jahre zu bestätigen. Und das, obwohl der Williams-Rennstall vor weniger als zwei Dekaden das Nonplusultra der Königsklasse war und die laufende Saison in diesem Zusammenhang einer Majestätsbeleidigung gleichkommen müsste.

Doch das britische Team lebt immer mehr vom eigenen Mythos - an die glorreichen Zeiten vergangener Tage kann Williams nicht mehr anknüpfen. Legenden wie Nigel Mansell, Nelson Piquet und Alain Prost feierten Erfolg um Erfolg.

Im gesamten Formel-1-Zirkus war das Williams-Team für enormen technischen Fortschritt und Know-How bekannt. Ingenieurs-Größen wie Patrick Head und Adrian Newey entwarfen die renommiertesten Boliden ihrer Zeit.

Die Gründe für den Absturz sind vielfältig, geradezu undurchsichtig. Eine Analyse.

Die Motorenwechsel: Williams zeichnete sich in der erfolgreichsten Zeit vor allem durch eines aus - die richtige Motorenwahl. Immer wieder schafften es die Briten, um leistungsstarke Motoren Autos zu entwickeln, die ein perfekt abgestimmtes Gesamtbild abgaben. In den achtziger und neunziger Jahren entstanden so nahezu perfekte Symbiosen mit Ford, Honda und allen voran Renault. Ingesamt neun Fahrer-Weltmeisterschaften in der Zeit von 1980 bis 1997 unterstreichen den Erfolg.

Ein für Williams negativer Knackpunkt war der Ausstieg von Renault im Jahr 1998. Es folgte eine zweijährige Übergangszeit mit Supertec, ehe ab 2000 BMW die Motoren stellte. Nach einer anfangs erfolgreichen Zusammenarbeit, die aber nicht zu Titelgewinnen führte, kam es 2005 zum Bruch. In gegenseitigen Vorwürfen der Unfähigkeit warfen die Bayern und die Briten das Handtuch.

Kontinuität wurde auch danach nicht geschaffen. Mit Toyota und Cosworth-Motoren fuhr das Team einen Zick-Zack-Kurs mit wenigen Achtungserfolgen vor allem durch Nico Rosberg. Heute steht das Team, wie auch Frank Williams betont, nicht zu Unrecht im Niemandsland der F1.

Die Fahrer: Die Liste der Fahrer von Williams liest sich wie eine Hall of Fame der gesamten Formel-1-Geschichte. Mit Ayrton Senna, Nigel Mansell, Alain Prost oder Nelson Piquet konnten die Briten einige der besten Piloten aller Zeiten verpflichten. Immer unter einem Credo - den Glauben an den unverfälschten Rennsport. Williams verzichtete auf Stallorder und ließ die Piloten epische Schlachten schlagen - die Weltmeisterschaften gaben ihnen Recht.

Doch im Zuge der Motorenwechsel und dem damit verbundenen Abstieg verschlechterte sich fast zwangsläufig das Niveau der Piloten. Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya waren zu BMW-Zeiten zwar talentierte Siegfahrer, doch die fehlende Konstanz von Schumacher und die häufig zu sehende Hitzköpfigkeit des Südamerikaners verbauten Titelchancen. Dass es Zeiten gibt, wo lieber Piloten installiert werden, die mehr Sponsorengelder generieren, als talentiertere Fahrer, gleicht einem Armutszeugnis (Maldonado - Hülkenberg).

Einstieg von Investoren bei der Konkurrenz: Red Bull hat es vorgemacht. Mit viel Geld, aber auch einer exzellent durchdachten Strategie hat sich der Rennstall an die Spitze der Königsklasse gesetzt. Traditionsrennställe wie Ferrari und McLaren haben das Nachsehen. Durch die Liquidität wächst das Interesse, die besten Fahrer und Ingenieure wechseln zu den neuen Rennställen - Williams musste es schmerzhaft selber erfahren.

Weggang von Adrian Newey: Der Erfolg von Williams war lange mit einem Namen verbunden - Adrian Newey. Das britische Ingenieurwunder hatte von 1990 bis Ende 1997 die Zügel der Entwicklung in der Hand und setzte mit den Williams-Boliden neue Maßstäbe. Vor allem in Sachen Aerodynamik war und ist er seinen Konkurrenten oftmals meilenweit voraus. Sechs Weltmeisterschaften in acht Jahren sprechen eine eindeutige Sprache.

Das Bild veränderte sich jedoch drastisch. 1998 stand Williams vor einem Scherbenhaufen: Das Reglement wurde verändert, Renault stieg als Motorenlieferant aus und Newey verließ die Briten in Richtung McLaren-Mercedes. Eine Lücke, die nie wieder komplett geschlossen werden konnte.

Ausblick: Für die Zukunft scheint Williams wieder konkurrenzfähiger aufgestellt zu sein. Ab dem Jahr 2012 sind Motorenlieferant Renault und der britische Rennstall wieder vereint. Für Frank Williams wohl der erste Schritt zur Rückgewinnung der Reputation seines Teams: "Diese Wiedervereinigung unseres F-1-Teams mit einem führenden Automobilhersteller passt perfekt zu unserer neuen Beziehung zu Jaguar. Trotzdem müssen wir uns auf die Zukunft konzentrieren und unseren Ruf auf der Rennstrecke wiederherstellen."

Eine Frage bleibt dennoch: Wer wird am Steuer des Williams sitzen? Viel wurde spekuliert, von Kimi Räikkönnen bis Adrian Sutil, von Pastor Maldonado bis Rubens Barrichello. Mit der Entscheidung über die Fahrerpaarung entscheidet sich auch die zukünftige Ausrichtung des Teams und ob es gelingt, wieder im Konzert der Großen mitspielen zu können.

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