Formel 1

"Es wird schlimmer als bei Schumacher"

Von Alexander Mey
Sebastian Vettel hat sich in Japan vor einigen Wochen zum Doppel-Weltmeister gekrönt
© Getty

Sebastian Vettels Ex-Kollege Sebastien Bourdais erklärt die Stärken des Doppel-Weltmeisters und droht der Konkurrenz mit einer langen Vettel-Dominanz. Am Engagement von Red Bull soll es nicht scheitern.

Wer erinnert sich noch an den Teamkollegen, den Sebastian Vettel in seiner ersten kompletten Saison als Stammfahrer in der Formel 1 hatte? Es war Sebastien Bourdais, der 2008 neben Vettel bei Toro Rosso fuhr.

Wenn man so will, war er also das erste Opfer von Vettels Talent. Als Seriensieger bei den Champ Cars kam er mit vielen Vorschusslorbeeren in die Formel 1, musste aber schnell erkennen, dass er mit dem jungen Deutschen an seiner Seite nicht Schritt halten konnte.

"Im ersten Saisondrittel waren wir noch gleich stark. Dann haben wir ein neues Auto bekommen und mit dem ist er mir davongeflogen", sagte der Franzose "Auto Bild motorsport".

Bourdais erklärt Vettels Stärken

Aber woran lag es, dass der zweifellos talentierte und deutlich erfahrenere Bourdais nicht mit Vettel mithalten konnte? "Gerade bei Toro Rosso hatten wir keine Kapazitäten, das Auto speziell für den einen oder anderen Fahrer zu entwickeln. Sebastian kam trotzdem instinktiv mit dem Auto klar", sagte Bourdais.

Und weiter: "Sebastian kann um Probleme einfach herumfahren, ist extrem schnell mit Autos, die schwer zu beherrschen sind. Er hat eine außergewöhnliche Fahrzeugkontrolle. Und wenn das Auto oder die Bedingungen kompliziert werden, sticht er hervor."

Vettel hat schnell Italienisch gelernt

Kompliziert waren die Bedingungen zum Beispiel beim verregneten Italien-GP 2008, dem ersten Rennen, das Vettel gewonnen hat. Der einzige Sieg für das Toro-Rosso-Team bis heute - und das ausgerechnet beim Heimspiel.

Das italienische Team ist für Bourdais auch ein Grund dafür gewesen, dass ihn Vettel abgehängt hat, denn: "Wir beide hatten Probleme mit unserer Crew, weil die Mechaniker kaum Englisch sprachen. Für mich war das umso schlimmer, weil ich zu Hause schon Familie hatte und meine wenige Freizeit nicht mit Italienisch lernen verschwenden wollte. Sebastian hat da mehr Zeit und Energie investiert und konnte deshalb besser mit dem Team kommunizieren."

Bourdais warnt vor langer Vettel-Dominanz

Die Akribie, mit der sich Vettel auf neue Herausforderungen vorbereitet, seien es fahrerische oder andere, wird noch heute von seinen Teammitgliedern immer wieder hervorgehoben. Er erarbeitet sich seinen Erfolg.

Darin ähnelt er am ehesten Michael Schumacher, mit dem er seit dem Beginn seiner Karriere ständig verglichen wird. Auch von Bourdais. "Wenn die Leute damals bei Schumachers Dominanz schon gestöhnt haben, sage ich: Die Vettel-Ära wird noch schlimmer", drohte der Franzose allen Nicht-Vettel-Fans.

Red Bull bekennt sich zur Formel 1

Natürlich funktioniert Dominanz in der Formel 1 nur mit dem richtigen Auto. Zurzeit ist aber nicht abzusehen, wann Red Bull aufhören sollte, sich an der Spitze des Feldes zu bewegen. Am nachlassenden Engagement nach zwei gewonnenen Titeln soll es auf jeden Fall nicht scheitern.

Das machte Teamchef Christian Horner gegenüber "Autosport" noch einmal klar: "Red Bull steht hinter der Formel 1. Unser Ziel ist es, auf den Erfolgen aufzubauen. Wenn man sich ansieht, wo Red Bull in den Siegerlisten bereits jetzt steht, dann haben wir ziemlich viel erreicht. In kurzer Zeit konnten wir einige große Namen hinter uns lassen. Daran wollen wir in der Zukunft anknüpfen."

Coulthard: "Konkurrenz verzweifelt an Sebastian"

Bis mindestens 2014 wird Vettel laut Vertrag an Bord sein und seinen Kollegen Freude machen. Seinen Gegnern weniger, denn ihnen gehen langsam die Ideen aus, wie sie ihm in Zukunft beikommen sollen. Schließlich ist er erst 24 Jahre alt und wird noch weiter dazulernen.

"Die Konkurrenz verzweifelt an Sebastian, denn offensichtlich haben sie keine Antwort auf seine derzeitige Dominanz", sagte David Coulthard dem Sender "ServusTV".

Der Fan habe im Moment noch keine Probleme damit, dass Vettel alles gewinnt, weil er über die Grenzen Deutschlands hinaus beliebt ist. Aber: "Was man nicht mag, ist, dass das jetzt die nächsten zehn Jahre so bleibt."

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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