Formel 1

Dreimal Ardennen-Wunder, bitte!

Von Alexander Mey
Die Wettervorhersagen prophezeien einen trockenen Belgien-GP in Spa
© Getty

Sebastian Vettel wird beim Belgien-GP (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) von der Meute gehetzt. Stars wie Fernando Alonso, Jenson Button und Michael Schumacher setzen auf ein Ardennen-Wunder.

Das Qualifying zum Belgien-GP hatte drei ganz prominente Verlierer: Fernando Alonso, Jenson Button und Michael Schumacher. Und es hatte einen großen Sieger: Sebastian Vettel.

Der Weltmeister startet von der Pole-Position aus ins Rennen und hat daher optimale Voraussetzungen, zum ersten Mal seit dem Rennen in Valencia wieder ganz oben aufs Podium zu klettern.

Von seinem Sieg überzeugt ist er aber nicht. "Das wird eines dieser Rennen werden, in denen von der ersten bis zur letzten Runde alles passieren kann", sagte Vettel und spielte auf das wechselhafte Ardennenwetter an. "Die beste Vorhersage ist, an den Himmel zu schauen und zu sehen, was passiert."

Top-Teams setzen auf Trockenabstimmung

Mag sein, aber das hilft den Ingenieuren und Strategen sehr wenig, wenn es darum geht, sich optimal aufs Rennen vorzubereiten. Sie sind auf längerfristige Vorhersagen angewiesen, und die besagen, dass es während des Rennens trocken bleiben soll.

Folglich haben die Top-Teams schon im Qualifying auf eine Trockenabstimmung gesetzt. Im Fall von Red Bull heißt das, dass die Heckflügel der Autos einen Tick flacher eingestellt sind als bei der Konkurrenz, um den Nachteil beim Top-Speed auszugleichen. Dank der guten Aerodynamik kann sich Red Bull das leisten.

Top Ten mit ungewohntem Reifennachteil

Viel entscheidender als ein paar Einstellungen am Heckflügel werden aber die Reifen für den Rennausgang sein. Denn wenn es trocken sein sollte, dann hätten die Top Ten ein Problem, das sie bisher nie kennen gelernt haben.

Die Reifen, mit denen sie ins Rennen starten müssen, haben nicht wie sonst eine oder höchstens zwei schnelle Runden auf dem Buckel sondern aufgrund der abtrocknenden Strecke in Q3 mindestens fünf. Das könnte für sehr frühe erste Boxenstopps sorgen. Eine Chance für alle, die mit frischen Reifen starten können - Button und Schumacher zum Beispiel.

Button spricht noch vom Sieg

"Wenn ich versuche, etwas Gutes aus meiner Misere zu ziehen, dann kann ich sagen, dass ich wenigstens noch genügend frische Reifensätze habe", sagte Schumacher, der nach seinem Unfall im Zeittraining als Letzter in sein Jubiläumsrennen starten muss. "Und es kann nur eine Richtung geben: nach vorne." Sein Ziel: Irgendwie noch in die Punkte fahren.

Button hat von Position 13 aus noch deutlich höhere Ziele: "Unser Auto ist sehr schnell hier. Ich war in jedem Training unter den Top Drei. Es wird sehr, sehr schwierig werden, von Position 13 aus das Rennen noch zu gewinnen, aber wir müssen das Beste daraus machen."

Alonso setzt auf bessere Reifen

Alonso hat zwar als Achter nicht den Vorteil, ganz frische Reifen zu haben, trotzdem verspricht er sich im Falle eines Trockenrennens von den Pneus eine Menge.

"Vielleicht können wir bei Trockenheit unsere Trumpfkarte ausspielen. Denn unser Auto geht pfleglicher mit den Reifen um als die Konkurrenz", sagte Alonso, der wie so oft im Qualifying die Pneus am Ferrari nicht auf Betriebstemperatur gebracht hatte.

Aber: "Spa ist eine Strecke, die die Reifen stark beansprucht. Vielleicht sieht das Bild dann ganz anders aus", sagte Alonso. Er hat die Hoffnung, wenigstens noch aufs Podest zu kommen, noch lange nicht aufgegeben.

Überholen leicht gemacht

Warum auch? Schließlich ist Spa eine Strecke, auf der man schon immer gut überholen konnte. In diesem Jahr dank der Reifen und des verstellbaren Heckflügels erst recht. "Der Startplatz ist hier nicht ganz so wichtig wie auf anderen Strecken", gab Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu.

Seine Devise für die Mission Vettel-Sieg: "Wichtig wird sein, die Wetterlage richtig einzuschätzen und einen guten Start zu erwischen."

Beides hat Vettel selbst in der Hand. Der Weg zur ersten Kurve ist kurz und den Blick richtet er ja nach eigener Aussage ohnehin gerne gen Himmel.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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