Formel 1

McLaren-Boss kritisiert Hamilton

SID
McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh (r.) bremst Lewis Hamilton ein
© Getty

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh bremst Lewis Hamilton wegen dessen Reifenverschleiß ein, Michael Schumacher wird mittlerweile selbst von den Hinterbänkler-Teams kritisiert und Jacques Villeneuve goes to Hollywood.

McLaren-Boss kritisiert Hamilton: Lewis Hamilton ist einer der besten Überholer in der Formel 1. Das werden selbst seine Kritiker kaum bestreiten können. Allerdings hat die spektakuläre Fahrweise des Briten auch einen großen Nachteil: Sie nimmt seinen McLaren-Boliden und besonders dessen Pirelli-Reifen zu hart ran. So wie zuletzt in der Türkei. Dort versuchte sich Hamilton gleich in der ersten Runde an Mark Webber vorbeizubremsen - und verlor durch den damit verbundenen Ausrutscher nicht nur zwei Plätze, sondern ruinierte sich auch noch die Reifen. "Wir wollen ja, dass Lewis attackiert", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh jetzt gegenüber britischen Medienvertretern. "Aber die Reifen sind derzeit so wichtig, dass man sie sich in keinem Fall bei einem solchen Manöver ruinieren darf."

Hamilton selbst gibt sich mittlerweile einsichtig: "Nach meinem schlechten Start war ich einfach zu ungeduldig. Man gewinnt das Rennen nicht in der ersten Runde. Wenn ich mir nicht die Reifen beschädigt hätte, wäre mehr drin gewesen. Das war klar mein Fehler."

Schumi-Bashing, Teil X: Michael Schumacher zu kritisieren scheint mittlerweile zu einer Art Volkssport im Fahrerlager geworden zu sein. Die neueste Episode liefert Lotus-Chefingenieur Mike Gascoyne. "Seine Form enttäuschend. Er hatte seine Zeit und war ein großer Champion. Aber mit den vielen guten Fahrern, die es aktuell gibt, wäre es das Beste für ihn, wenn er aufhört." Selbst HRT-Pilot Karun Chandhok meldet sich mittlerweile zu Wort. "Ich verstehe, warum Michael in einem Interview nach dem Rennen sag, dass es ihm keine Freude mehr macht", sagte er in einem "ESPN"-Interview.

Dreht Schumacher noch auf? Nico Rosberg hat in dieser Saison jedes Quali-Duell gegen Michael Schumacher gewonnen und liegt auch in der WM-Wertung klar vor dem Rekordweltmeister. Dennoch warnt er davor, seinen Teamkollegen zu früh abzuschreiben. "Er ist und bleibt der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten. Und es ist nach wie vor sehr schwer, schneller zu sein als er", sagte Rosberg in einem Interview mit "Auto, Motor und Sport". "Ich muss mir das in jeder Session hart erarbeiten. Bei mir muss alles passen, um die Nase vorn zu haben. Ich bin glücklich, dass es bisher gegen ihn gut geklappt hat. Aber ich weiß auch, dass es beim nächsten Rennen schon wieder anders sein kann."

Force India greift Mercedes an: Für Force India war Platz 13 von Adrian Sutil und der Ausfall von Paul di Resta in der Türkei das schlechteste Ergebnis der Saison. Doch nach dem Tiefpunkt soll es nun steil bergauf gehen - dank des Updates für Barcelona. "Wir rechnen mit einem großen Schritt nach vorne", sagt Adrian Sutil. Sein Ziel: Mercedes schlagen. "Die sind keine Millionen von Meilen vor uns. Mercedes zu überholen ist unser Ziel", sagt Sutil.

Pirelli von Reifen-Lob überrascht: Was wurde vor dieser Saison nicht alles im Bezug auf die neuen Reifen befürchtet. Vom totalen Chaos war sogar die Rede. Und jetzt? Jetzt sind viele Fans und Experten ob der spannenden Rennen entzückt. "Um ehrlich zu sein, hat und das selbst überrascht. Wir haben nicht damit gerechnet, Komplimente zu bekommen", erklärte Pirelli-Sportchef Paul Hembery auf der offiziellen Formel-1-Website.

Audi-Absage an die Formel 1: Audi zeigt der Formel 1 trotz ständiger Gerüchte weiter die kalte Schulter. Die Ingolstädter setzen in ihrem künftigen Motorsport-Programm auf die DTM, Le Mans und den Bereich Kundensport. Das sagt der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler. Und warum? Stadlers einfache Erklärung: "Wenn Sie fragen: Wer hat gewonnen? Dann heißt es meistens: Das war der Vettel, oder der Hamilton. Ich hätte aber eigentlich ganz gerne, dass, wenn wir über den Sieger sprechen, wir auch über die Marke reden", sagte er der "dapd".

Villeneuve goes Zeichentrick: Zum Abschluss noch eine amüsante Anekdote am Rande. Jacques Villeneuve wird nämlich jetzt ein Hollywood-Star - also jedenfalls seine Stimme. Denn der Weltmeister von 1997 spielt im neuen Disney-Animationsfilm "Cars 2" einen Jaguar Coombs Lightweight E-Type, Baujahr 1963. "Ich war ein großer Fan des ersten Teils", sagt der Kanadier. "Am zweiten Teil beteiligt zu sein, war eine großartige Erfahrung und hat viel Spaß gemacht." In die Kinos kommt der Film übrigens am 28. Juli.

Der Rennkalender der Formel-1-Saison 2011 im Überblick

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