Formel 1

Rosberg nach Tank-Panne stinksauer

SID
Nico Rosberg wurde beim China-GP Fünfter hinter Jenson Button im McLaren
© Getty

Mercedes ist nach dem dritten Saisonrennen in China endlich dort angekommen, wo man schon zu Saisonbeginn sein wollte: im Dunstkreis der Spitze. Nico Rosberg führte das Rennen sogar lange Zeit an und hatte Hoffnung auf den Sieg. Entsprechend sauer war er auf eine Tank-Panne des Teams.

Zu sparsame Schwaben: Eine Tank-Panne hat Mercedes nach einer eigentlich starken Leistung um den möglichen ersten Podiumsplatz der Saison gebracht.

Nico Rosberg war trotz des beachtlichen fünften Rangs und seinen ersten zehn Punkten der laufenden Formel-1-Saison nach dem Rennen in China jedenfalls stocksauer. "Ich bin total enttäuscht, da war viel mehr drin", sagte er und musste seine Emotionen sichtlich im Zaum halten. Er ging sogar so weit zu behaupten: "Heute wäre vielleicht sogar der Sieg drin gewesen."

Mercedes wird eigene Stärke zum Verhängnis

"Dass Nico sauer ist, kann man verstehen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der eigentlich ein "Hammer-Rennen" gesehen hatte und "happy" war. Mit dem Sparen habe es man "natürlich unbewusst ein bisschen übertrieben", sagte der Schwabe auf eine entsprechend ironische Nachfrage von "RTL"-Experte Niki Lauda.

Man habe das Auto "aufgrund der Werte aus den Tests betankt. Doch wenn man schneller fährt, verbraucht man auch mehr Sprit", erklärte Haug den Fauxpas. Damit wurde den Silberpfeilen praktisch ihr eigener Aufwärtstrend zum Verhängnis, denn einen solche Entwicklung beim Speed hatten sie offenbar selbst nicht erwartet.

"Unsere Autos waren heute wettbewerbsfähig und ohne unseren Krafstoffmangel wären hier für Nico und Michael nicht nur sehr gute Rundenzeiten, sondern auch sehr gute Ergebnisse möglich gewesen", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche, der selbst beim Rennen in Shanghai zu Gast war.

Rosberg wegen Spritmangels hilflos

Rosberg, der das Rennen nach der Serie der ersten Boxenstopps sogar lange Zeit angeführt hatte, musste plötzlich mehrere Rivalen passieren lassen. "Ich musste Sprit sparen. Und wer Sprit sparen muss, muss andere vorbeilassen", sagte er frustriert.

Nach dem unverschuldeten Ausfall von Australien und dem verpatzten Start von Malaysia die nächste Ernüchterung für den 25-Jährigen, dem nahezu alle Experten das Potenzial eines künftigen Weltmeisters bescheinigen.

Am Sonntag kostete ihn die Tank-Panne vielleicht nicht den Sieg, denn die Konkurrenten Hamilton, Vettel, Webber und Button waren ihm dicht auf den Fersen, aber ein greifbar nahes Podium. "Unser Speed war endlich prima, gut genug, um in der Spitzengruppe um den Sieg zu kämpfen", bestätigte Haug Rosbergs Einschätzung der Möglichkeiten in diesem Rennen.

"Das Wichtigste ist, dass der Speed stimmt"

Diese Erkenntnis, flankiert vom besten Saison-Ergebnis von Rekordweltmeister Michael Schumacher mit Rang acht, machen bei Mercedes aber Mut für die Zukunft. "Wir haben einen Riesenschritt gemacht, das macht Hoffnung", sagte Rosberg: "Wer hätte überhaupt gedacht, dass ich hier das Rennen anführe, das ist ja unglaublich."

Haug will sein Team "sicher nicht als Favoritenschreck" sehen, ist vor der dreiwöchigen Pause bis zum nächsten Rennen in der Türkei aber optimistisch. "Wir arbeiten weiter, wir verstehen das Auto besser", sagte er: "Das Wichtigste ist, dass der Speed stimmt. Wir haben uns in die Verfolgergruppe gehängt und wollen uns stabilisieren. Dann haben wir mit Sicherheit eine schöne Saison vor uns."

Schumi "war der Überholkönig"

Schumacher wollte sich nach dem Rennen "nicht beklagen" und gab an, Spaß gehabt zu haben. Ihn störte allenfalls, dass er zu Rennbeginn hinter Force-India-Pilot Adrian Sutil und dessen Teamkollege Paul di Resta hängen geblieben ist. "Ansonsten wäre es ein noch schöneres Rennen gewesen", sagte er.

Haug lobte den 42-Jährigen nach der Aufholjagd vom 14. Startplatz auch so in den höchsten Tönen: "Er war der Überholkönig des Rennens." Red-Bull-Pilot Webber, der von Startplatz 18 auf Rang drei vorstürmte, und Sieger Hamilton hatte Haug dabei aber außer Acht gelassen.

China-GP: Das komplette Rennergebnis

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