Freitag, 05.11.2010

Brasilien-GP: Training

Vettel auf Sieg gepolt - Ferrari in Problemen

Red Bull hat das Training zum Brasilien-GP in Sao Paulo dominiert. Sebastian Vettel schaffte in beiden Sessions die Bestzeit - ein Fingerzeig an Teamkollege und WM-Rivale Mark Webber, der Zweiter wurde. Fernando Alonso wurde Dritter, hatte aber wie Ferrari-Kollege Felipe Massa technische Probleme.

Sebastian Vettel liegt in der Fahrerwertung nur auf dem vierten Rang
© Getty
Sebastian Vettel liegt in der Fahrerwertung nur auf dem vierten Rang

Sebastian Vettel ist voll da. Mit zwei Bestzeiten in den Trainings zum Brasilien-GP hat er eindrucksvoll unterstrichen, dass für ihn der WM-Titel trotz des Ausfalls in Südkorea und 25 Punkten Rückstand auf Fernando Alonso noch nicht außer Reichweite ist.

In 1:11,968 Minuten war Vettel eine Zehntel schneller als sein größter Rivale, Teamkollege Mark Webber. Der Australier hat 14 WM-Punkte Vorsprung auf Vettel und fordert lautstark, dass der Deutsche ihm hilft. Doch das wird nicht passieren, denn Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat Teamorder definitiv ausgeschlossen.

Regen am Samstag vorhergesagt

So wird es also auf der Strecke ausgetragen. Und dort ist Red Bull in Sao Paulo derart überlegen, dass nur der angekündigte starke Regen am Samstag die 15. Pole-Position im 18. Rennen verhindern kann.

"Wir haben zwar erst Freitag, aber das war schon mal kein schlechtes Zeichen", sagte Vettel sichtlich zufrieden: "Wir sind hier sehr gut unterwegs." Auch Webber lobte das Auto, sah aber keine Vorteile bei seinem deutschen Rivalen aus dem eigenen Lager: "Wir sind auf einem Niveau."

Training: Gruppenbild mit Dame
So gut geht es Brasilianern im eigenen Land. Felipe Massa, Bruno Senna und Lucas di Grassi auf einem PR-Termin in charmanter Begleitung
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Was hatten denn die beiden Brasilianer Rubens Barrichello und Felipe Massa hier miteinander zu tuscheln?
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Das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button vor einem eigentlich typisch englischen Taxi. Gibt's aber auch in Brasilien
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Jarno Trulli auf dem Weg zur Tour de France? Mit dem Rad könnte er sich bei jedem Zeitfahren blicken lassen. Nur ein Helm würde aerodynamisch noch helfen
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Sebastian Vettel hatte nicht einmal während eines TV-Interviews vor den Fotografen seine Ruhe
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Dafür dachten sich seine Mechaniker etwas Nettes aus und gaben ihm auf seinem Sitz Autogramme
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Ein Mechaniker von Red Bull zeigte Bein und Mut zum Tiger-Tattoo
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Bei der Verpackung des Autos war dagegen Vorsicht geboten. Damit der Frontflügel bloß nicht kaputt geht, wurde er entsprechend geschützt
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Alonso und Massa mit technischen Problemen

Alonso hätte sicher nichts dagegen, wenn er im Nassen vor die beiden Bullen fahren könnte, doch auch Platz drei wie im Training würde ihm womöglich zum Titelgewinn reichen.

Im Training musste er aber auch einmal zu Fuß zurück an die Box, weil einer seiner verbliebenen Motoren streikte. Kein großes Problem, weil es ein altes Aggregat war, aber kurz vor Saisonende wird das Kontingent auf jeden Fall knapp. Felipe Massa blieb im zweiten Ferrari ebenfalls stehen, bei ihm waren Getriebeprobleme schuld.

"In Wahrheit habe ich nur ein paar Runden verloren, mehr nicht", gab sich Alonso gelassen. "Dass Red Bull hier überlegen ist, ist keine Überraschung. Wir müssen nur sehen, dass wir vor McLaren und den anderen Teams bleiben." Massa meinte: "Meine Kupplung ging plötzlich nicht mehr. So etwas ist mir noch nie passiert. Erst in der Garage haben wir festgestellt, das es ein elektrisches Problem war."

Rosberg schlägt Schumacher knapp

Lewis Hamilton hatte als weiterer WM-Anwärter auf Platz vier knapp sieben Zehntel Rückstand auf Vettel. Sein McLaren-Kollege Jenson Button wurde hinter Massa und Robert Kubica Siebter.

Das interne Mercedes-Duell entschied Nico Rosberg als Neunter mit 13 Tausendsteln Vorsprung vor dem Zehnten Michael Schumacher für sich. Vor die beiden schob sich Nick Heidfeld mit einer starken Runde im Sauber. "Ich bin ziemlich zufrieden, weil ich nicht erwartet hatte, dass wir hier so stark sind. Bei der Rundenzeit ist auch noch Luft drin. Die Long-Runs waren noch besser als Platz acht", freute sich Heidfeld.

Haug: "Vielleicht hilft uns Regen"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sagte: "Wir waren heute nicht ganz auf dem Niveau der letzten Rennen, aber auch nicht weit davon entfernt. Für morgen ist Regen angesagt - vielleicht hilft uns das, denn bisher waren wir dann im Konkurrenzvergleich besser."

Nico Hülkenberg und Adrian Sutil beendeten den Tag auf den Rängen 13 und 14, Timo Glock enttäuschte als Letzter.

LIVE-TICKER: Das Training in Sao Paulo zum Nachlesen

Alexander Mey

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