Freitag, 24.09.2010

Vor dem Singapur-GP

Alonso tippt auf sich selbst als Weltmeister

Selbstbewusst geht Fernando Alonso in die heiße Phase des Formel-1-Titelkampfs. Er erwartet sich selbst am Saisonende auf Platz eins - gefolgt von Mark Webber und Sebastian Vettel.

Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 Formel-1-Weltmeister
© Getty
Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 Formel-1-Weltmeister

Nach seinem Sieg in Monza geht Ferrari-Pilot Fernando Alonso mit gestärktem Selbstbewusstsein in den heißen Titel-Endspurt der Formel 1 und tippt sich selbst als neuen Weltmeister. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung reihte der Spanier in der Endabrechnung sich selbst vor die beiden Red-Bull-Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel ein, dem er den ganz großen Wurf in dieser Saison nicht zutraut.

"Es ist eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Das Auto hat Sebastian schon zu oft im Stich gelassen, er hatte ein paar schlechte Starts und ein paar Unfälle zuviel", sagte Alonso: "Mark dagegen hat alle überrascht. Er fährt am beständigsten von uns allen, deshalb führt er momentan auch verdient."

Vor dem 15. von 19 WM-Läufen am Sonntag in Singapur liegt der Australier Webber mit 187 Punkten an der Spitze. Alonso (166) selbst ist hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton (182) Dritter, Vettel (163) liegt hinter Hamiltons Teamkollegen Jenson Button (165) auf Rang fünf.

Alonso setzt auf seine Routine

Als eigenen Trumpf im Titelrennen sieht Alonso die Erfahrung. "Hier bei Ferrari wird keiner nervös, bloß weil wir um den Titel fahren, und ich selbst war schon zweimal Weltmeister. Ich stehe also nicht unter Super-Druck", meinte der 29-Jährige.

Bei Ferrari werde man in einem schlechten Jahr halt mal Dritter. "Andere Fahrer vertun hingegen vielleicht ihre einzige WM-Chance", sagte er. Das Problem von Webber und Vettel sei, "dass sie sich in den letzten 14 Rennen nicht absetzen konnten, obwohl sie das schnellste Auto haben".

Webber und auch Hamilton, der in Monza ausgefallen war, könnten dennoch etwas entspannter sein "und sich noch einen Ausfall erlauben. Vettel, Button und ich müssen aggressiv fahren und sie jagen, gleichzeitig dürfen wir uns keinen Fehler mehr erlauben."

Nur Anerkennung und keine Kritik hat Alonso indes für seinen früheren Titelkonkurrenten und Ferrari-Vorgänger Michael Schumacher parat. "Ich sage nur so viel: Michael ist eine Legende, er hat mit Ferrari fünf Titel geholt. Ich mit Ferrari noch nicht mal einen", meinte Alonso: "Michael muss niemandem mehr was beweisen, und er wird nächstes Jahr schneller sein."

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