Samstag, 25.09.2010

Machen die WM-Rivalen zu viele Fehler?

Vettel und Alonso wehren sich gegen Kritik

Fernando Alonso und Sebastian Vettel sind im Titelkampf Konkurrenten. Aber neben der Strecke ziehen beide an einem Strang. Zumindest, wenn es darum geht, die Kritik an vermeintlich zu vielen Fahrfehlern der WM-Rivalen zu kontern.

Fernando Alonso rutschte in Monaco im Training mit seinem Ferrari in die Leitplanken
© xpb
Fernando Alonso rutschte in Monaco im Training mit seinem Ferrari in die Leitplanken

Sebastian Vettel hat es in Ungarn (zu viel Abstand hinter dem Safety-Car) und Belgien (Crash mit Button) getan, Fernando Alonso in China (Frühstart), Monaco (Crash im Training) und Belgien (Dreher), Lewis Hamilton in Belgien (Ausrutscher ins Kiesbett) und Italien (Crash mit Massa), Jenson Button im Qualifying von Malaysia (Dreher) und Mark Webber in Australien (Crash mit Hamilton). Sie alle haben in dieser Saison Fahrfehler begangen, trotzdem kämpfen sie gemeinsam um den WM-Titel.

Muss man anno 2010 kein perfekter Fahrer mehr sein, um Weltmeister werden zu können? Diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man in den letzten Wochen und Monaten die öffentliche Kritik vor allem an den Fehlern von Vettel und Alonso verfolgt hat.

Völlig untypisch für einen Champion, lautete die Reaktion auf Alonsos Fehler. Völlig unreif und viel zu ungeduldig, sagte man über Vettels Fehltritte.

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Alonso: "Es ist unfair"

Aber ist es wirklich so einfach? Nein, sagt Alonso und wehrt sich zum ersten Mal öffentlich gegen die Kritiker. "Es ist unfair zu sagen, dass alle mehr Fehler machen. Denn in einem so engen Kampf um den Titel riskieren eben alle mehr - die Fahrer, die Teams, die Ingenieure."

Alonso schiebt die Kritik auf die gestiegene Aufmerksamkeit: "Früher gab es meistens nur zwei Anwärter auf den Titel, die genau beobachtet wurden. Wenn der WM-Vierte oder WM-Fünfte einen Fehler gemacht hat, hat das niemanden interessiert. Jetzt können aber sechs Fahrer Rennen gewinnen. Und wenn einem von denen etwas passiert, dann steht das am nächsten Tag auf allen Titelseiten."

Vettel teilt Alonsos Meinung

Vettel, der in den letzten Wochen selbst oft genug Ziel von harter Kritik war, teilt Alonsos Meinung: "Fehler wie meiner in Spa oder zuletzt der von Hamilton in Monza bieten die wunderbare Möglichkeit, auf einen Fahrer einzuprügeln. Aber im Cockpit ist die Entscheidung, ob so ein Manöver gelingen kann, unglaublich eng. Manche Fahrer riskieren es, manche nicht. Und wenn Hamilton in Monza nur ein bisschen Glück hat und die Aufhängung nicht bricht, redet am nächsten Tag kein Mensch darüber."

Was Vettel zu Gunsten von Hamilton sagt, möchte er aber auch für sich selbst in Anspruch nehmen. In einem Interview mit dem "Telegraph" sagt er: "Ich bin nicht der einzige Fahrer, der Fehler macht. Und ich mache auch nicht mehr als andere, auch wenn das so rübergebracht wird. Ich könnte auch mit dem Finger auf Hamilton zeigen und sagen, dass er bei seinem Ausrutscher ins Kiesbett in Spa einfach nur riesiges Glück hatte. Aber so bin ich nicht."

WM-Rivalen schmieden Bündnis gegen Kritiker

Seht her, wir sitzen alle in einem Boot, auch wenn wir auf der Strecke und in der Gesamtwertung gegeneinander kämpfen. Es ist interessant zu sehen, wie sich  die größten Konkurrenten gegen die öffentliche Kritik verbünden.

Nicht ganz zu Unrecht, denn immerhin bieten sie den Fans durch ihren engen Fünfkampf um den Titel auch eine außergewöhnliche Show.

Fernando Alonso tippt sich selbst als Weltmeister

Alexander Mey

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