Montag, 02.08.2010

Pressestimmen zum Ungarn-Grand-Prix

"Rücksichtslosigkeit und Verzweiflung"

Die internationale Presse reagiert mit Empörung auf Schumachers kompromissloses Manöver gegen seinen Ex-Kollegen Rubens Barrichello. Von einem "offenen Krieg" der beiden ist die Rede. Was Schumi zu diesem riskanten Verhalten veranlasste? "Die Rücksichtslosigkeit seiner Jugend" und die "Verzweiflung seiner Altersschwäche". Die Pressestimmen zum Ungarn-Grand-Prix.

Michael Schumacher muss für sein Manöver gegen Barrichello reichlich Kritik eintstecken
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Michael Schumacher muss für sein Manöver gegen Barrichello reichlich Kritik eintstecken

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Super-Webber gewinnt in Budapest, doch Alonso bleibt im Rennen. In acht Tagen hat Ferrari die Saison gerettet, jetzt könnte die zweite Halbzeit der Meisterschaft für Maranello einfacher sein. Vettel muss sich mit dem dritten Platz begnügen. Zum dritten Mal in Folge hat Vettel die Pole Position nicht ausgenutzt. Vettel hat den Sieg aber wegen seiner Zerstreuung weggeworfen. Von dem stets lächelnden und heiteren Vettel ist keine Spur mehr geblieben."

Corriere dello Sport: "Webber siegt, doch Alonso gelingt ein historischer zweiter Platz. Alonso ist ein Riese, der gegen Red Bulls Domäne kämpft. Red Bull ist deutlich stärker als Teams mit Tradition wie Ferrari und McLaren. Doch Maranellos Mission Impossible, wieder um den WM-Titel zu kämpfen, scheint Resultate zu zeigen. Jetzt kann die Formel 1 bis Ende August in den Urlaub gehen, den nur Webber wirklich genießen wird."

Tuttosport: "Alonso, Zweiter und glücklich. Vettel verschwendet wieder einmal ein phantastisches Auto und nutzt die Pole Position nicht für einen Sieg aus. Webber ist ein außerordentlicher Pilot mit einem außerordentlichen Auto. Er verdient die Führungsposition voll. Schumacher verhält sich gegen Barrichello unkorrekt. Sein Verhalten ist seiner großartigen Karriere unwürdig."

La Repubblica: "Verrückte WM: Webber führt, doch Ferrari hofft jetzt auf den Titel. Auch in Budapest hat Red Bull das Rennen dominiert. Trotz eines perfekten Autos hat der Rennstall jedoch nicht alle Punkte erobert, die er verdient hätte. Alonso ist es gelungen, sich vor Vettel auf den zweiten Platz zu drängen."

Corriere della Sera: "Alonso, goldene Punkte. Red Bull super, mit Webber an der Spitze. Das schnellste Auto siegt in Budapest. Zwei Red Bulls und zwei Ferraris erobern die ersten vier Plätze. Der Australier siegt mit einer perfekten Strategie. Vettel schläft am Lenkrad ein und muss sich mit dem dritten Platz begnügen. Schumacher zerstört sein Image mit einem aggressiven Verhalten. Von dem alten Schumi ist nur die lästige Gewohnheit geblieben, die Rivalen von der Bahn zu drängen. Zwischen den beiden Opas der Formel 1, Schumi und Barrichello, ist ein offener Krieg ausgebrochen."

Ungarn-GP: Schumi drängt Barrichello in die Mauer
Es ist eine der Szenen des Rennens: Rubens Barrichello holt nach seinem späten Boxenstopp in Riesenschritten auf Michael Schumacher auf
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Es ist eine der Szenen des Rennens: Rubens Barrichello holt nach seinem späten Boxenstopp in Riesenschritten auf Michael Schumacher auf
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Auf der Start- und Zielgeraden will er an seinem ehemaligen Teamkollegen vorbei, doch der Mercedes-Pilot hält dagegen
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Auf der Start- und Zielgeraden will er an seinem ehemaligen Teamkollegen vorbei, doch der Mercedes-Pilot hält dagegen
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Mit weit mehr als 250 Stundenkilometern drängt er ihn in Richtung Boxenmauer - da passt kein Reifen mehr dazwischen
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Mit weit mehr als 250 Stundenkilometern drängt er ihn in Richtung Boxenmauer - da passt kein Reifen mehr dazwischen
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Barrichello weicht auf die Boxenausfahrt aus - doch Schumacher lässt nicht locker
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Barrichello weicht auf die Boxenausfahrt aus - doch Schumacher lässt nicht locker
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Als Barrichello wieder auf die Strecke zieht, muss er mit dem Vorderrad über den Rasen
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Als Barrichello wieder auf die Strecke zieht, muss er mit dem Vorderrad über den Rasen
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Erst dann macht Schumacher Platz und Barrichello kann auf die Strecke zurückkehren
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Erst dann macht Schumacher Platz und Barrichello kann auf die Strecke zurückkehren
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Auch beim Anbremsen auf die erste Kurve wird es eng. Doch diesmal geht Barrichello an Schumacher vorbei
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Auch beim Anbremsen auf die erste Kurve wird es eng. Doch diesmal geht Barrichello an Schumacher vorbei
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Für spektakuläre Bilder sorgt auch Jaime Alguersuari. Gleich zu Beginn des Rennens streikt sein Toro Rosso
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Für spektakuläre Bilder sorgt auch Jaime Alguersuari. Gleich zu Beginn des Rennens streikt sein Toro Rosso
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Auch für Lewis Hamilton ist es ein Tag zum Vergessen. Er muss seinen Boliden mit Getriebeproblemen abstellen und verliert die WM-Führung
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Auch für Lewis Hamilton ist es ein Tag zum Vergessen. Er muss seinen Boliden mit Getriebeproblemen abstellen und verliert die WM-Führung
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Und zwar an Mark Webber. Der Red-Bull-Pilot gewinnt das Rennen auf dem Hungaroring
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Und zwar an Mark Webber. Der Red-Bull-Pilot gewinnt das Rennen auf dem Hungaroring
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Zweiter wird Fernando Alonso - beide profitieren dabei von einer Durchfahrtsstrafe gegen Sebastian Vettel
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Zweiter wird Fernando Alonso - beide profitieren dabei von einer Durchfahrtsstrafe gegen Sebastian Vettel
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Für Webber ist es der vierte Sieg in der laufenden Saison. In der WM liegt er jetzt vier Punkte vor Lewis Hamilton
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Für Webber ist es der vierte Sieg in der laufenden Saison. In der WM liegt er jetzt vier Punkte vor Lewis Hamilton
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Entsprechend groß die Freude auf dem Podest
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Entsprechend groß die Freude auf dem Podest
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Ganz anders die Stimmung bei Sebastian Vettel. Er versteht nach seiner Bestrafung die Welt nicht mehr
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Ganz anders die Stimmung bei Sebastian Vettel. Er versteht nach seiner Bestrafung die Welt nicht mehr
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ENGLAND

The Sun: "'Schumacher wollte mich in den Himmel schicken.' Rubens Barrichello hat Michael Schumacher vorgeworfen, er hätte ihn mit dem Horror-Manöver bei 320 km/h beinahe 'in den Himmel' geschickt. Vettel sah wie der sichere Sieger aus, als er einen deutlichen Vorsprung herausfahren konnte und Webber hinter Alonso zurückfiel. Aber seine fehlende Erfahrung zeigte sich, als das Safety Car herausgerufen wurde, um Teile der Verkleidung eines Force India aufzusammeln."

The Times: "Webbers Sieg wird von Schumachers Rückkehr zu schmutzigen Methoden überschattet. Michael Schumacher tauchte gestern bei einem chaotischen Großen Preis von Ungarn aus der Anonymität auf - in der Gestalt des Bösewichts. Der skrupellose siebenmalige Weltmeister nötigte Rubens Barrichello, in Richtung einer Betonmauer zu fahren, weshalb dieser anschließend behauptete, sich glücklich schätzen zu können, noch lebendig zu sein. Für beinahe noch größere Schlagzeilen sorgten einerseits die Mechaniker, die ihre Schutzanzüge auch gut gegen Clownskostüme hätten austauschen können, und andererseits Sebastian Vettel, der schon wieder den Faden verlor. Auf dem Podium schaute er düster drein und hielt seinen Pokal für den dritten Platz mit einer Miene, als hätte ihm jemand vergammeltes Obst überreicht. Vettel könnte eine Lehrstunde von Schumacher im Fach 'eiskalt bleiben' gebrauchen, der unter der brennenden Sonne von Budapest einen bleibenden Eindruck hinterließ. Was für ein Glück, dass seine Fahrweise keinen bleibenden Abdruck von Barrichello auf der Wand des Hungarorings hinterließ."

Daily Mail: "'Du hättest mich beinahe umgebracht!' Schumacher sollte nach dem gefährlichen Manöver gegen Barrichello zurücktreten. Michael Schumacher, der Rücksichtslosigkeit seiner Jugend mit der Verzweiflung seiner Altersschwäche vermischte, zeigte einen schrecklichen Auftritt, von dem man nur hoffen kann, dass es der letzte seiner Formel-1-Karriere war. Niemand dürfte da mehr zustimmen, als Rubens Barrichello, der zwischen Schumacher und der Betonwand zur Boxengasse beinahe ausradiert worden wäre."

Daily Telegraph: "Michael Schumacher fand sich am Sonntag abend in altbekannten Gefilden wieder - im Zentrum einer Debatte über gefährliche Rennmanöver, in der ihn sein ehemaliger Teamkollege von Ferrari bezichtigt, ihn und sich selbst beim Großen Preis von Ungarn beinahe umgebracht zu haben. Schumachers Fahrstil war eine Erinnerung an frühere Kontroversen, etwa als er 1994 in Adelaide in Damon Hills Williams fuhr oder ähnlich 1997 mit Jacques Villeneuve in Jerez. Und die Aktion brachte ihm Verachtung auf breiter Front sowie eine Strafversetzung um zehn Plätze beim nächsten Rennen in Spa am 29. August ein."

FIA: Harte Strafe gegen Schumacher!


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