Formel 1

Schumi sollte disqualifiziert werden

Von Alexander Mey
Michael Schumacher und Rubens Barrichello fuhren lange Jahre gemeinsam bei Ferrari
© xpb

Michael Schumacher sollte für sein gefährliches Manöver gegen Rubens Barrichello beim Ungarn-GP eigentlich disqualifiziert werden. Das verriet Rennkommissar Derek Warwick. Mercedes-Teamchef Ross Brawn verteidigt dagegen seinen Fahrer.

Um ein Haar hätte Michael Schumacher ein Deja-vu des Großbritannien-GP 1994 erlebt. Damals wurde er nach mehreren Regelverstößen per Schwarzer Flagge disqualifiziert. Genau das gleiche sollte ihm beim Ungarn-GP eigentlich wieder passieren.

Dafür, dass Schumacher Rubens Barrichello bei dessen Überholmanöver fast in die Mauer gedrängt hätte, wollte ihn die Rennleitung disqualifizieren. Es kam nur nicht dazu, weil nicht mehr genug Zeit blieb, das Videomaterial auszuwerten und Schumacher danach die Schwarze Flagge zu zeigen.

Das verriet Rennkommissar und Ex-Formel-1-Fahrer Derek Warwick der BBC: "Wir hätten ihn disqualifizieren können, wenn noch genügend Runden übrig gewesen wären. Als wir aber den Video-Beweis hatten, ist uns die Zeit ausgegangen. So mussten wir ihn nachträglich bestrafen. Eine Schwarze Flagge wäre aber sicher ein besseres Beispiel für die jungen Fahrer gewesen."

Brawn verteidigt Schumacher

Schumacher hatte sich bereits am Montag für die Aktion bei Barrichello entschuldigt und sie selbst als zu hart bezeichnet. Die Strafe der Stewards, ihn beim Belgien-GP zehn Startplätze nach hinten zu versetzen, akzeptierte er.

Dabei hatte ihn sein Teamchef Ross Brawn direkt nach dem Rennen noch verteidigt: "Ich habe nicht einen Moment gedacht, dass Michael Rubens in die Mauer drängen will. Er wollte ihm nur den Mut nehmen, ihn innen anzugreifen. Am Ende hat er ihm genug Platz gelassen."

Schumi zunächst uneinsichtig

Das sah Schumacher direkt im Anschluss an das Rennen bei der Anhörung durch die Stewards noch genauso. Eine Reaktion, die Warwick zusätzlich übel aufgestoßen ist.

"Es war enttäuschend, wie Michael mit der Situation umgegangen ist. Von daher war uns sofort klar, dass wir ihm die Zehn-Plätze-Strafe aufbrummen müssen", sagte Warwick.

Schumacher entschuldigt sich für Aktion gegen Barrichello

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung