Sonntag, 11.07.2010

Großbritannien-GP: Rennanalyse

Webber siegt und sorgt für einen Eklat

Red Bull ist seiner Favoritenrolle beim Großbritannien-GP in Silverstone gerecht geworden. Allerdings nur in Person von Mark Webber, der souverän gewann. Sebastian Vettel hatte am Start großes Pech, kämpfte sich aber noch in die Punkte. Das Duell der beiden Piloten bleibt brisant, wie ein Funkspruch Webbers nach der Zieldurchfahrt beweist. Nico Rosberg fuhr für Mercedes aufs Podium.

Mark Webber liegt nach seinem Sieg in Silverstone vor Sebastian Vettel in der Fahrer-WM
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Mark Webber liegt nach seinem Sieg in Silverstone vor Sebastian Vettel in der Fahrer-WM

Pure Freude hört sich anders an. Als Mark Webber nach seinem souveränen Sieg in Silverstone über Funk eigentlich jubeln sollte, sagte er nur zu seinem Renningenieur: "Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Fahrer!"

Webber hatte den Vorfall mit dem neuen Frontflügel im Qualifying am Samstag nicht vergessen, als Vettel den einzigen verbliebenen neuen Flügel bekam, weil er in der WM zu diesem Zeitpunkt vorne lag.

Webber contra Horner

Darüber war er so geladen, dass er sich auch einige Zeit nach dem Rennen nicht beruhigen konnte. Auf der Pressekonferenz sagte er: "Ganz ehrlich, ich hätte niemals einen Vertrag für nächstes Jahr unterschrieben, wenn ich gewusst hätte, dass dies die Art ist, wie sich die Dinge entwickeln."

Starker Tobak, auf den Teamchef Christian Horner in einem ersten Statement gefasst reagierte: "Wir geben wirklich unser Bestes, beide Fahrer gleich zu behandeln. Mark spricht immer noch über den Frontflügel, aber der macht für den Speed wirklich kaum einen Unterschied. Und wir können ihn ja nicht in der Mitte durchschneiden."

Vettel nach großem Pech mit Kampfgeist

Vettel hatte im Rennen riesiges Pech. Am Start gab es eine leichte Berührung mit Lewis Hamilton, bei der sich der Deutsche den rechten Hinterreifen aufschlitzte. Er verlor unglaublich viel Zeit und lag weit zurück.

Nach einer Safety-Car-Phase und einigen tollen Überholmanövern unter anderem gegen Michael Schumacher und Adrian Sutil rettete er am Ende Platz sieben ins Ziel.

"Man begreift nach so einem Zwischenfall sehr schnell, dass da nichts mehr geht", sagte Vettel. "Wir konnten nur noch auf eine Safety-Car-Phase hoffen, die kam dann auch gegen Ende. Ich bin dann noch ganz gut durchs Feld gekommen, aber wenn man gewinnen kann, ist Rang sieben kein Trost."

Rosberg rast aufs Podium

Hinter Webber bescherte Hamilton seinen heimischen Fans ein Podium und behauptete die Führung in der Fahrer-WM. Nico Rosberg wurde im Mercedes nach einem guten Start Dritter vor Jenson Button, der von Rang 14 nach vorne gekommen war.

england-gp, Silverstone, rennen, sebastian vettel, lewis hamilton

"Wir haben mit dem Auto, das wir hatten, das absolut Beste herausgeholt. Fast ein Wunder, aber vor allem ein Verdienst der harten Arbeit des Teams", sagte Hamilton. "Red Bull war hier einfach zu schnell. Ich habe in jeder Runde eine Quali-Runde hingelegt, aber Mark ist trotzdem weggezogen. Tolle Fahrt von ihm."

Rosberg freute sich sehr über das Podium für Mercedes: "Der dritte Platz ist gigantisch. Die tolle Strategie hat mich aufs Podium gebracht. Es war genau die richtige Entscheidung, länger auf den weichen Reifen draußen zu bleiben."

Schumacher gesteht folgenschweren Fahrfehler ein

Michael Schumacher fiel durch einen frühen Boxenstopp zwei Plätze zurück und belegte am Ende den neunten Rang hinter Vettel und Sutil und vor Nico Hülkenberg. Timo Glock wurde 18.

"Bei mir sind einige Sachen schief gelaufen", gab Schumacher zu. "Besonders nach meinem Boxenstopp habe ich einen Fahrfehler gemacht. Weil ich wusste, dass sich in dieser Runde meine Position entscheidet, habe ich zu hart gepusht und habe im Dreck viel Zeit verloren. Dadurch lag ich dann nicht wie erhofft vor Barrichello sondern sogar noch hinter Kobayashi. Danach war mein Rennen vorgezeichnet.

Riesiges Pech hatte Fernando Alonso im Ferrari. Er erhielt für ein hartes Manöver gegen Robert Kubica eine Durchfahrtsstrafe, die er direkt nach der Safety-Car-Phase antreten musste. Das warf ihn aussichtslos zurück.

Gridgirls: Gruppenbild mit Damen
Die heißesten Gridgirls vom Großbritannien-GP in Silverstone
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Die Schlüsselszenen des Rennens:

Start: Katastrophenstart für Vettel! Er kommt nicht so gut weg wie Webber und verliert in der ersten Kurve die Führung. Er berührt Hamiltons Frontflügel, räubert über die Kerbs und handelt sich dabei einen Plattfuß hinten rechts ein. Er wird bis ans Ende des Feldes durchgereicht. Ist das bitter! Hamilton profitiert ebenso von Vettels Pech wie Kubica und Rosberg, die hinter Webber liegen. Hamilton macht sogar Druck auf den Führenden. Alonso hat einen schlechten Start und kollidiert dann auch noch mit Ferrari-Kollege Massa. Dabei geht Massas Hinterreifen kaputt. Schumacher hält sich aus allem Geplänkel raus und ist Siebter.

Runde 1: Vettel und Massa humpeln zurück an die Box und holen sich neue Reifen. Vettel wird mit den harten Pneus das Rennen bis zum Ende fahren, hat aber eine halbe Minute Rückstand auf den Vorletzten.

Runde 12: Schumacher eröffnet den Reigen der planmäßigen Boxenstopps, verliert dabei allerdings einen Platz gegen Kobayashi.

Runde 16: Rosberg macht es besser und schiebt sich an der Box an Kubica vorbei.

Runde 19: Kubica verliert erst auf der Strecke ein beinhartes Duell gegen Alonso, bei dem der Spanier allerdings auf der Wiese überholt, um eine Kollision zu vermeiden, und scheidet wenig später mit technischem Defekt aus.

Runde 28: Das Safety-Car kommt auf die Strecke, weil Teile von einem gebrochenen Heckflügel von de la Rosa auf der Strecke liegen. Dadurch schiebt sich das Feld wieder zusammen.

Runde 31: Das Safety-Car kommt wieder rein, Webber gewinnt den Restart. Alonso kommt direkt zu einer Durchfahrtsstrafe rein, die er für seine Abkürzung gegen Kubica bekommen hat. Vettel ist durch die Gelbphase wieder am Feld dran und hat jetzt wieder Chancen auf die Punkteränge.

Runde 38:Vettel geht nach Buemi, Alguersuari und Massa auch noch an Petrow vorbei und liegt damit wieder in den Punkten. Ganz starkes Kämpferherz.

Rennen: Der fliegende Australier
Captain auf die Brücke! Enterprise-Kapitän Jean-Luc Picard alias Patrick Stewart frönte in Silverstone seiner Leidenschaft für den Rennsport
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Vorhang auf zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone! Ganz vorne: Die Red Bull von Sebastian Vettel und Mark Webber - noch
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Denn während Webber in der ersten Runde von Platz zwei aus nach vorne schießt, kommt Vettel von der Strecke ab
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Doch damit nicht genug: Im Infight mit dem McLaren von Lewis Hamilton berühren sich die beiden Autos. Nur leicht zwar, aber trotzdem mit fatalen Folgen für Vettel
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Und diese Folgen sehen wir hier: Vettel macht sich bei der Aktion den Reifen rechts hinten kaputt. Hinter ihm fährt das Medical Car, das beim Start immer bereit steht
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Vettel war nicht der einzige Pechvogel des Großbritannien-GPs: Fernando Alonso bekam nach einem Manöver gegen Kubica eine umstrittene Durchfahrtsstrafe
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Felipe Massa, Alonsos Teamkollege bei Ferrari, wirbelt hier ordentlich Staub auf. Erstmals in dieser Saison ging Ferrari komplett leer aus
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Mark Webber fuhr derweil an der Spitze ein dominantes Rennen. Der Australier hielt Hamilton klar in Schach und diktierte das Tempo
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Trotz aller Freude: Ein Funkspruch Webbers kurz nach der Zieldurchfahrt sorgte für Aufregung: "Nicht schlecht für einen Nummer-zwei-Fahrer, oder?"
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Hamilton hielt mit Platz zwei die britische Fahne hoch. Da lässt es sich auf dem Podium umso ausgelassener feiern
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Runde 41: Vettel im Heck von Schumacher. Ganz enges Duell, Schumacher lässt seinem Kumpel so gut wie keinen Platz. Trotzdem presst sich Vettel innen vorbei und ist schon Achter. Er fliegt jetzt durch das Feld.

Runde 52:Vettel setzt im Kampf gegen Sutil alles auf eine Karte und presst sich am Force India vorbei. Beide berühren sich, aber es geht ohne einen Schaden an den Autos ab. Knallhart, aber es gibt zwei wichtige WM-Zähler mehr für Vettel.

Ziel: Webber gewinnt das Rennen souverän vor einem bärenstarken Hamilton beim Heimspiel. Rosberg fährt für Mercedes aufs Podium und hält den sensationell aufholenden Button hinter sich.

Mann des Rennens:

Sebastian Vettel: Zunächst fällt er negativ auf, als er schwach startet und Webber ziehen lassen muss. Dann hat er großes Pech, als er wegen einer leichten Berührung mit Hamilton einen Plattfuß erleidet und eigentlich aussichtslos zurückfällt. Nach dem Notstopp liegt er eine halbe Minute hinter dem Vorletzten und kann die Sache eigentlich abhaken. Doch dann kommt das Safety-Car und bringt ihn wieder ins Geschäft. Er ist danach 14., hat aber Tuchfühlung nach vorne. In den folgenden Runden pflügt er geradezu durch die Reihen, schnappt sich einen Gegner nach dem anderen und kommt sogar noch locker in die Punkte.

Flop des Rennens:

Das Rennen von Fernando Alonso: Der Spanier muss sich im Moment verflucht vorkommen. Erst verliert er am Start einige Plätze, dann wird er für das Duell gegen Kubica bestraft. Eine diskutable Entscheidung, denn wäre Alonso nicht über die Wiese gefahren, hätte es gekracht. Auf der anderen Seite hätte er Kubica auch wieder passieren lassen können. Zu allem Überfluss wird Alonso vor dem Antritt der Strafe auch noch vom Safety-Car überrascht. Das Feld schiebt sich zusammen, sodass Alonso durch seine Strafe nicht nur ein paar Plätze verliert, sondern ganz weit nach hinten durchgereicht wird. Das kostet ihn am Ende jegliche WM-Punkte. Zum krönenden Abschluss handelt er sich im Duell mit Liuzzi auch noch einen Reifenschaden ein. Besonders bitter, nachdem ihm schon in Valencia das Safety-Car das Rennen zerstört hat.

Szene des Rennens:

Letzte Runde: Vettel liefert sich ein rundenlanges Duell mit Sutil um Rang sieben. Der Red Bull ist auf der Geraden aber nicht annähernd schnell genug und kommt nicht vorbei, obwohl er viel schnellere Rundenzeiten fahren könnte. In der letzten Runde setzt Vettel dann alles auf eine Karte und boxt sich in der Kurve innen vorbei - inklusive Berührung. Aber er hat Glück, beschädigt sich diesmal nichts und bringt sechs wichtige WM-Punkte nach Hause.

Lehren des Rennens:

Bei Red Bull brennt die Luft. Auch nach dem überlegenen Sieg von Mark Webber sind die Wogen noch nicht geglättet. Das hat der Funkspruch des Australiers nach der Zieldurchfahrt gezeigt. Zusätzliche Brisanz erhält das Duell durch den Stand in der Fahrerwertung, wo er und Vettel nur sieben Punkte auseinander liegen. Vettel war nach dem schwachen Start mal wieder im Pech und hat erneut wichtige und fast sichere WM-Punkte verloren. Sein Kampfgeist bei der Aufholjagd war aber groß.

Im Rennen ist Red Bull aber nicht so überlegen wie im Qualifying. Es war klar zu sehen, dass das Auto mit leerem Tank viel schneller war als alle anderen, mit vollen Tanks ist vor allem McLaren aber mindestens gleichwertig. Hamilton und Button haben durch erneut großartige Renn-Leistungen den heimischen Fans ein Fest geboten und zugleich optimale Schadensbegrenzung an einem an sich verkorksten Wochenende betrieben.

Bei Mercedes geht es wieder aufwärts, weil die Reifen gut funktioniert haben. Wirklich umsetzen konnte das aber nur Rosberg. Während er ein tolles Rennen gefahren ist, hat Schumacher die engen Zweikämpfe mal wieder magisch angezogen und an der Box wichtigen Boden verloren.

Ferrari bekommt es einfach nicht hin, das zweifellos gute Potenzial des Autos zu nutzen. Strafen, Pech, Kollision, Fahrfehler. Bei Alonso und Massa kommt im Moment wirklich alles zusammen.

LIVE-TICKER: Das Rennen in Silverstone zum Nachlesen

Alexander Mey

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