Mittwoch, 30.06.2010

Lewis Hamilton im SPOX-Interview

"Kritik? Das ist absoluter Müll!"

Lewis Hamilton ist der beste Rookie der Formel-1-Geschichte, wird aber häufig für seine knallharten Manöver kritisiert. Im SPOX-Interview rechnet der WM-Leader mit seinen Kritikern ab und verrät seine Tricks. Außerdem spricht er über Nicole Scherzinger, seine Reggae-Leidenschaft, Schumi und Playstation-Duelle mit Fernando Alonso.

Wollen nicht wie die Beckhams sein: Nicole Scherzinger (l.) und Lewis Hamilton
© Getty
Wollen nicht wie die Beckhams sein: Nicole Scherzinger (l.) und Lewis Hamilton

SPOX: Herr Hamilton, Sie sind im Moment der mit Abstand beste Fahrer im gesamten Formel-1-Zirkus. Korrigieren Sie uns, wenn wir da falsch liegen...

Lewis Hamilton: Danke sehr. Auch wenn ich vielleicht nicht "mit Abstand" sagen würde. Ich habe gerade einen ziemlichen Lauf. Das stimmt. Bei jedem Rennen fahre ich mir die Seele aus dem Leib, gehe immer ans Limit. Und das zahlt sich in der letzten Zeit endlich aus.

SPOX: Deshalb gelten Sie aber auch als sehr aggressiver Fahrer...

Hamilton: In der Formel 1 geht doch aber ums Racing, oder? Ums Überholen und um Spannung. Und genau das liefere ich. Natürlich will ich auch als fairer und umsichtiger Fahrer gesehen werden, der mit minimalem Risiko fährt. Aber zuallererst will ich gewinnen. Immer. Also fahre ich mir die Seele aus dem Leib. Jeder spricht von meinem aggressiven Stil und überall höre ich die Leute sagen: "Der muss ruhiger werden, der muss mehr auf die Reifen achten, der muss dies, der muss das." Leute, lasst euch sagen: Das ist absoluter Müll! Ich weiß ganz genau, wie ich mit meinen Reifen umgehen muss. Und ich habe noch nie jemanden gefährdet. Deshalb bringt mich diese Kritik nur zum Lachen.

Fahrerfrauen: Pussycats, Dessous-Models und mehr
Jessica Michibata: Das japanische Dessous-Model (rechts mit ihrer Schwester) ist die Lebensgefährtin von Jenson Button
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In der vergangebnen Woche begleitete sie den Briten erst zu den Laureus World Sports Awards (Button gewann den Breakthrough of the Year Award)...
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...und dann zum Rennen nach Bahrain
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Sie begleitete ihren Mann zum Comeback nach Bahrain (hier mit Freundin Nina)
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SPOX: Sie haben das Überholen angesprochen. Die meisten Fahrer beschweren sich immer, dass man nicht überholen kann. Sie scheinen der lebende Gegenbeweis zu sein.

Hamilton: Ich habe einfach keine Angst davor, andere Piloten zu überholen. Ganz im Gegenteil: Ich liebe einen anständigen Kampf auf der Strecke. Es macht ganz einfach Spaß, jemanden vor sich zu haben und einen Weg an ihm vorbei zu finden. Mein Auto hilft mir dabei sehr, denn es gibt mir das Vertrauen, dass man für solche Aktionen braucht. Und ganz ehrlich: Wenn ich auf der Tribüne sitzen würde, würde ich genau das sehen wollen.

SPOX: Zur kommenden Saison soll es erneut Änderungen geben, die das Vorbeiziehen erleichtern sollen. Auch im Sinne der Fans. Doch ist das überhaupt nötig?

Rennkalender 2010: Alle 19 GPs der Saison im Überblick

Hamilton: (lacht) Man hat mir neulich erzählt, dass ich alleine in den ersten vier Rennen dieser Saison 30 Autos überholt habe. Es muss also auch ohne sie möglich sein. Aber mal im Ernst: Wenn man direkt hinter einem ebenbürtigen Gegner fährt, ist das Überholen tatsächlich sehr schwer. Ich hing zuletzt zum Beispiel hinter Nico Rosberg fest - und obwohl meine Rundenzeiten viel schneller waren, habe ich fast das gesamte Rennen gebraucht, um an ihm vorbei zu kommen. Und wenn die Neuerungen einem in einer solchen Situation helfen, dann verdienen sie eine Chance. Forschung und Entwicklung gehörten schon immer zur Formel 1 dazu - und wenn eine gute Neuerung dabei ist, dann wird sie eben behalten.

SPOX: Neuerungen gibt es auch immer wieder bei den Reifen. Ist es in diesem Jahr nicht eine Art Lotterie, wann diese funktionieren - oder haben Sie ein Patentrezept entwickelt?

Hamilton: Das ist im Moment tatsächlich der wohl anspruchsvollste Teil der Formel 1. Die Reifen zu verstehen, Benzin zu sparen und genau zu wissen, wann man angreifen darf und wann nicht. Es ist eine echte Herausforderung, das während des Wochenendes auszutüfteln. Vor dem Rennen sitzen wir dann im Team zusammen und gehen unterschiedliche Szenarien durch. Mein Trick: nicht in Panik geraten.

SPOX: Hätte das der Lewis Hamilton von 2007 und 2008 auch bereits geschafft? Inwiefern unterscheidet sich der Lewis von damals vom heutigen Lewis Hamilton?

Hamilton: Als ich in die Formel 1 kam, war ich ein Jugendlicher, der noch vieles lernen musste. Ich stand plötzlich unter enormem Druck und habe Dinge gesagt, die die Medien dann völlig anders wiedergegeben haben. Aber so etwas formt den Charakter. Und ich denke, ich habe diese Herausforderung gut gemeistert. 2007 wurde ein Traum war. Ein fantastisches Jahr. Besonders wenn man bedenkt, dass ich der beste Rookie aller Zeiten war. Und das, obwohl ich am Ende den Titel verpasst habe. Aber das habe ich ja 2008 nachgeholt.

SPOX: Das stimmt. Aber dann kam 2009...

Hamilton: Oh ja. Wir fuhren der Spitze plötzlich hinterher. Das war extrem hart. Aber ich wurde mit einer Extra-Portion Entschlossenheit geboren und war deshalb immer motiviert, zu kämpfen und zu pushen. Und am Ende des Jahres waren wir dann ja auch wieder dran. Das war eine tolle Erfahrung. Dadurch fühle ich mich heute viel stärker. Besonders im Bezug auf meine Fähigkeiten als Fahrer und wie ich mit bestimmten Situationen umgehe. Zum Beispiel verstehe ich das Auto jetzt viel besser. Wie man mit den Reifen richtig umgeht. Einen Boliden weiterentwickelt. Solche Dinge. Ich bin jetzt viel besser involviert. Es ist mein viertes Jahr in der Formel 1 und die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung.

SPOX: Und wie hat Ihnen das geholfen, sich als Mensch weiterzuentwickeln?

Hamilton: Zu verlieren ist eine wichtige Erfahrung. Es hat mich stärker gemacht. Mental. Wir waren davor so überlegen, dass wir nie mit einem so tiefen Absturz gerechnet hätten. Aber es ist passiert. Und anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, haben wir hart gearbeitet und den Spieß umgedreht. Es gehört zum Leben dazu, nicht immer gewinnen zu können.

SPOX: Sie sind in Ihrer Anfangszeit erst gegen Fernando Alonso und dann gegen Heikki Kovalainen gefahren. Können Sie die Unterschiede zwischen beiden beschreiben?

Hamilton: Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen. Aber ich hatte nie Probleme mit einem Teamkollegen. Klar, Alonso und ich waren nicht die besten Freunde. Das ist wohl bekannt. Aber wir haben uns respektiert und manchmal sogar auf der Playstation gegeneinander gezockt. Auf der Strecke wollten wir uns dann natürlich schlagen. Das ist doch klar. Das gehört zum Job. Wir sind schließlich Rennfahrer. Und Heikki? Der ist ein sehr freundlicher, aufmerksamer und talentierter Typ. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir jetzt wieder an der Spitze stehen. Es hat wirklich Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten.

SPOX: Mit Ihrem aktuellen Teamkollegen Jenson Button scheinen Sie noch besser auszukommen ...

Reebok-Challenge: Henry vs. Hamilton
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Der Parcour hielt so einige Hindernisse bereit. Who is the fittest?
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Die beiden hatten sichtlich ihren Spaß. Lewis Hamilton präsentiert die neuen Treter. Besser gesagt, die Sohle
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Der Formel-1-Star beweist sogar, dass er auch kicken kann. Mindestens genauso gut wie Thierry Henry vom FC Barcelona
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Wer das Duell für sich entscheiden konnte und den Pokal mit nach Hause nehmen durfte, wurde nicht überliefert
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Hamilton: Wir respektieren uns sehr. Jenson macht einen hervorragenden Job - und ich liebe es, gegen ihn zu fahren. Man darf nicht vergessen: Er ist der amtierende Weltmeister. Außerdem ist es natürlich cool, zwei britische Fahrer im Team zu haben. Auch wenn die Formel 1 natürlich kein Nationenkampf ist. Jenson ist einfach ein hervorragender Fahrer und wir können noch immer viel voneinander lernen. Nur so konnten wir das aktuelle Auto siegfähig machen. Und ich denke, wir können es zusammen sogar noch besser machen.

SPOX: Zu Beginn Ihrer Karriere haben Sie gesagt, dass es das Größte gewesen wäre, einmal gegen Michael Schumacher zu fahren. Nachdem die Chance erst für immer vertan schien, tun Sie jetzt genau das. Was halten Sie von seiner aktuellen Leistung?

Hamilton: Als ich ein Kind war, habe ich Michael für seine Erfolge bewundert. Und gegen einen siebenmaligen Weltmeister zu fahren und ihn auch noch zu schlagen, ist wohl das Größte für jeden Piloten. Jetzt, nach seinem Comeback, habe ich endlich die Chance dazu. Leider ist sein Auto im Moment wohl einfach nicht schnell genug für ein direktes Duell. Aber ich will mich lieber nicht beschweren. Denn das ist schließlich auch ganz gut für uns (lacht).

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SPOX: Und wie stark schätzen Sie Sebastian Vettel ein?

Hamilton: Sebastian hat sich im letzten Jahr enorm verbessert. Schon bei Toro Rosso war er schnell, aber bei Red Bull sitzt er in einem echten Sieger-Auto. Nach dem verpassten Titel im Vorjahr wird er jetzt alles daran setzen, Weltmeister zu werden. Aber genau das tue ich auch. Es war schon fast lächerlich, wie viel er und sein Team beim Saisonstart schneller waren. Aber mittlerweile haben wir enorm aufgeholt. Jetzt ist es ein Kampf auf Augenhöhe.

SPOX: Mehr noch: Sie führen die WM an. Doch sprechen wir über den privaten Lewis Hamilton. Viele britische Boulevard-Medien sehen in Ihnen und Nicole Scherzinger bereits die legitimen Nachfolger der Beckhams als Glamour-Paar Nummer eins....

Hamilton: Ich respektiere David Beckham für seine Fußballer-Karriere. Aber ich glaube nicht, dass ich jemals eine solche Medien-Figur werde. Man hat mich ja auch schon mit Tiger Woods vergleichen. Vor dem Skandal, versteht sich. Aber am Ende bin ich Lewis Hamilton. Nicole und ich arbeiten hart an unserer Beziehung. Denn wenn es etwas Wert ist, dann tut man alles dafür. Wir haben beide wenig Zeit, aber wir versuchen alles, damit es klappt.

Als ich ein Kind war, habe ich Michael für seine Erfolge bewundert. Lewis Hamilton

SPOX: Neben Nicole ist Musik vermutlich Ihre größte Leidenschaft. Sie haben einmal gesagt, dass Sie am liebsten Reggae hören. Was noch? Gibt es vielleicht einen speziellen Motivations-Song vor dem Rennen - so wie bei Fußballern in der Kabine?

Hamilton: Das nicht, nein. Ich höre einfach von allem ein bisschen. Ehrlich. Bob Dylan, Lenny Kravitz, Jimmy Hendrix. Alles. Aber Reggae ist immer noch das Beste, um zu entspannen. Ich wuchs mit der Musik auf. Wann immer meine Familie zusammenkam, wurde Reggae gehört. Und wenn man viel unterwegs ist, ist es nicht einfach, die ganze Zeit totzuschlagen. Irgendwann gehen einem einfach die guten Filme aus, ist man vom Lesen gelangweilt - und auch im Internet gibt es nur wenige Dinge, die sich wirklich lohnen. Also höre ich eben extrem viel Musik aus allen möglichen Stilrichtungen.

Wird Hamilton Weltmeister? Jetzt die ganze Saison durchtippen!

SPOX: Angeblich sollen Sie ja auch ein guter Sänger sein. Wird es bald ein Duett mit Nicole geben? Oder sehen wir Sie vielleicht sogar bei einer Promi-Gesangs-Sendung?

Hamilton: (lacht) Wohl kaum. Ich kann zwar stundenlang Gitarre spielen, tue das aber nur für mich - nicht vor Publikum. Obwohl man mir tatsächlich schon häufiger gesagt hat, dass ich eine gute Stimme habe. Bei Songs im Radio kann ich schnell mitsingen, was in letzter Zeit irgendwie häufiger vorkommt. Mein Lieblingssänger ist übrigens Michael Jackson.

SPOX: Singen Sie eigentlich auch beim Wandern? Denn in Ihrem Lebenslauf führen Sie Bergsteigen als eine Ihrer Lieblingssportarten auf...

Hamilton: Als ich in die Schweiz gezogen bin, habe ich die Berge als meinen Trainingsplatz entdeckt. Man ist in der Natur, die Landschaft dort ist unglaublich und ganz nebenbei ist das Wandern ein hervorragendes Ausdauertraining. Ich versuche immer, meine eigenen Rekorde zu brechen und halte den Puls im Schnitt immer bei 170 Schlägen pro Minute. Ich mache einfach immer schneller. Ohne Pause. Besonders der schnelle Abstieg fördert die Balance, kräftigt die Beinmuskulatur und stabilisiert die Knie. Für einen Rennfahrer extrem wichtige Aspekte. Für mich ist es das perfekte Training. Ich liebe es. Das merkt man, oder?

SPOX: Ja, das tut man. Angeblich sind Sie auch immer noch ein großer Fan von ferngesteuerten Autos. Schließlich haben Sie damit Ihre Karriere begonnen...

Hamilton: Das stimmt. Als Kind habe ich tatsächlich mit ferngesteuerten Autos meine ersten größeren Klub-Meisterschaften gegen Erwachsene gewonnen und habe sie danach auch immer mal wieder geschenkt bekommen. Vor dieser Saison zum Beispiel. Da haben zwei Fans dem Team ein Video von ihrem eigenen kleinen McLaren geschickt, den sie mit ihrem iPhone steuern konnten. Meine Mechaniker waren so begeistert, dass sie auch in meinen tatsächlichen Einsatzwagen eine Fernsteuerung eingebaut haben. Kein Witz. Ich saß da und konnte meinen Boliden mit dem Telefon steuern. Das war verdammt beeindruckend!

Lewis Hamilton und McLaren im Steckbrief

Interview: Harry Miltner / Alexander Mey

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