Mittwoch, 12.05.2010

Spanien-GP: Die deutschen Fahrer in der Einzelkritik

"Der Glanz ist zurück"

Sechs deutsche Fahrer stehen in dieser Formel-1-Saison am Start, so viele wie noch nie. Michael Schumacher bekommt trotz seines durchwachsenen Comebacks die meiste Aufmerksamkeit, aber den echten deutschen Fan interessieren auch die Leistungen aller anderen. Haben Nico Rosberg und Sebastian Vettel eine Chance auf den Titel? Schafft Adrian Sutil den Durchbruch? SPOX blickt nach jedem Rennen durch die deutsche Brille und beurteilt die Leistungen des Sixpacks in der Einzelkritik.

Michael Schumacher lieferte sich in Spanien ein sehenswertes Duell mit Jenson Button
© Getty
Michael Schumacher lieferte sich in Spanien ein sehenswertes Duell mit Jenson Button

Und so funktioniert's: Mit Hilfe des GP-Rechners geben wir eine Prognose für jeweils vier Rennen ab. An dieser messen wir jetzt die Leistungen von Michael Schumacher, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil und Timo Glock.

Rennanalyse: Nach den Updates kommt der Schock

Wer ist im Soll, wer hat uns positiv, wer negativ überrascht?

Dabei geht es weniger um die genaue Position im Ranking, es geht um die Tendenz, darum, ob die Fahrer bei der Erfüllung ihrer Saisonziele auf Kurs sind. Denn gegen technische Ausfälle oder sonstige Zwischenfälle ist kein Fahrer gefeit. Und klar ist, dass sich solche Unwägbarkeiten unmöglich voraussagen lassen.

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Die Einzelkritik zum Spanien-GP

Platz 1: Michael Schumacher (Saisonziel: Um den WM-Titel fahren)

Prognose: Platz 8 - 4 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 4 - 12 WM-Punkte

Es geht doch: Michael Schumacher ist zurück! Platz vier, Nico Rosberg geschlagen (dessen Probleme hin oder her) und beim Duell mit Jenson Button den amtierenden Weltmeister kaltgestellt. "Er fuhr ein bemerkenswertes Rennen", lobt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Gegen Button fuhr er ausgesprochen engagiert und zeigte ein klasse Manöver."

Spanien-GP, Highlights, Michael Schumacher, Jenson Button

Bei den Bildern des rundenlangen Zweikampfs konnte man glatt vergessen, dass der Rekordweltmeister noch vor kurzem in Rente war. Kurz: "Der Glanz ist zurück", sagt Mercedes-GP-CEO Nick Fry gegenüber "Autosport". Zurück ist aber auch Schumachers Ehrgeiz. Noch mehr als sonst treibt er sein Team an. "Der Abstand zur Spitze ist einfach zu groß, um wirklich zufrieden zu sein", so Schumacher. Denn auch er weiß: der vierte Platz ist schmeichelhaft. "Wir konnten nur auf Zuverlässigkeitsprobleme der anderen hoffen", so der 41-Jährige. Und für den Kampf um den Titel reicht das eben nicht. Aber: es ist ein Anfang.

"Michael ist das ganze Wochenende sehr gut gefahren und setzt seinen Aufwärtstrend fort", lobt Teamchef Ross Brawn. Hatten einige Experten Nico Rosberg nach den ersten Rennen als Nummer eins bei Mercedes gesehen, hat Schumacher den ersten Schritt getan, um die Hierarchie zu seinen Gunsten zu kippen. Jetzt muss er allerdings auch weitermachen.

Platz 2: Sebastian Vettel (Saisonziel: Weltmeister werden)

Prognose: Sieg - 25 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 3 - 15 WM-Punkte

So klar, wie wir die Red-Bull- und Vettel-Dominanz in unserer Prognose gesehen hatten, war sie dann leider doch nicht. Spanien war zwar Red-Bull-Land, aber diesmal hatte Vettels Teamkollege Mark Webber in Qualifying und Rennen die Nase vorn.

"In den engen Ecken im letzten Sektor hat er mir schon das ganze Wochenende ein bisschen was eingeschenkt und hatte dort eigentlich bis zum Schluss einen kleinen Vorteil", räumt Vettel ein. Und auch im Rennen hatte er dann keine Chance. Er musste sich nach dem zu frühen Stopp sogar Lewis Hamilton geschlagen geben. Und dann traf ihn auch noch der Brems-Defekt. Man hat das Gefühl: wenn bei Red Bull was kaputt geht, dann bei Vettel.

"Die Chance, durchzukommen, liegt bei 50 Prozent", bemängelt der 22-Jährige. Zu wenig, wenn er den Titel will. Dennoch: Das Auto bleibt überlegen, der Titel ist weiter das Ziel.

Spanien-GP, Gridgirls: Heiße Grüße aus Barcelona
Die Gridgirls des Spanien-GP auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona
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Platz 3: Adrian Sutil (Saisonziel: Regelmäßig in die Punkte fahren, die Großen ärgern)

Prognose: Platz 9 - 2 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 7 - 6 WM-Punkte

Es ist mittlerweile ein gewohntes Bild: Adrian Sutil in den Punkten - mit einem Force India. Auch in Spanien hat er das Beste aus dem Boliden herausgeholt, seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi durchgehend in die Schranken verwiesen. Und das deutlich. Außerdem nutzte er geschickt Fehler und Defekte der Konkurrenz und kämpfte super gegen Kubica.

"Wieder einmal hat er gezeigt, dass er viel Talent hat und erwachsen geworden ist. Ich kann mir vorstellen, was in seinem Kopf vorgegangen ist, als ihm Robert Kubica 40 Runden lang auf den Fersen war", lobt Teamchef Vijay Mallya. Für den Inder ist Sutil in der Form seines Lebens: "Ich habe Adrian noch nie so glücklich erlebt, mit so viel Selbstvertrauen." Dem können wir nur zustimmen. Und jetzt kommt Monaco - Sutils Lieblingsrennen.

Platz 4: Nico Rosberg (Saisonziel: Rennen gewinnen, Schumacher schlagen)

Prognose: Platz 5 - 10 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 13 - keine WM-Punkte

Start verpatzt, mit Robert Kubica kollidiert, Probleme an der Box und dann rundenlang hinter Nico Hülkenberg festgehangen. Kurz: "Es ist halt in die Hose gegangen", sagt Nico Rosberg über sein Wochenende. Warum? Das kann er leider nicht genau sagen. "Irgendwas ist nicht ganz richtig am Auto. Zuletzt konnte ich noch mit Red Bull kämpfen und jetzt sind wir im Nirgendwo. Ich mache mir schon ein paar Sorgen", so der 24-Jährige.

Es bleibt zu hoffen, dass der Spanien-GP ein Ausrutscher war. Denn sollte Rosberg auch längerfristig mit dem neuen Mercedes nicht zurechtkommen, kann er die Saison vergessen. Der zweite Platz in der Fahrer-WM ist bereits futsch - und das Team-Duell mit Schumacher hat er erstmals ganz klar verloren. Wenn das häufiger vorkommt, übernimmt der Altmeister wieder das Ruder und Rosberg könnte sein gutes Standing im Team verlieren.

Platz 5: Nico Hülkenberg (Saisonziel: Barrichello schlagen, Punkte holen)

Prognose: keine WM-Punkte

Ergebnis: Platz 16 - keine WM-Punkte

Eine Achterbahnfahrt. Das war das Spanien-Wochenende für Nico Hülkenberg. Und das nicht nur wegen seines unnötigen Abflugs im Training. Für den bekam er von F-1-Urgestein Eddie Jordan übrigens eine kräftige Schelte. "Ich verstehe nicht, was er sich dabei gedacht hat! Warum kann er nicht vom Gas gehen? Das war einfach dumm - so etwas macht mich wütend", polterte der Ex-Teamchef im britischen Fernsehen.

Im Qualifying war Hülkenberg dann aber schneller als Teamkollege Barrichello - und im Rennen hielt er lange Zeit den überlegenen Rosberg hinter sich. Alles, nur um am Ende doch wieder leer auszugehen. Seine Begründung: "Ich hatte immer das Gefühl, dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort war, als ich in der ersten Runde in die Kurven eingelenkt habe. Nach dem ersten Stopp war ich zudem neben der Strecke und beschädigte das Auto, dadurch hatte ich weniger Abtrieb. Von da an war es ein schwieriges Rennen."

Fazit: Das Wochenende unter notwendige Rookie-Erfahrung abhaken und weitermachen.

Platz 6: Timo Glock (Saisonziel: Ins Ziel kommen, bestes der neuen Teams werden)

Prognose: keine Punkte

Ergebnis: keine Punkte

Endlich im Ziel! Zwar nicht wie erhofft als bestes der Newcomer-Teams (Trulli im Lotus kam direkt vor dem Deutschen ins Ziel) - dafür hat man aber als einziges der neuen Teams beide Autos ins Ziel gebracht - und das trotz der Probleme an Glocks überarbeitetem Virgin.

"Generell war das Rennen für uns nicht allzu schlecht", so Glock. "Offensichtlich haben wir einen ordentlichen Schritt nach vorn gemacht, haben wir doch beide Autos bis ins Ziel gebracht. Das ist heute also ein gutes Ergebnis für das Team." Und weiter: "Ich hatte einen guten Kampf mit Jarno, der das Rennen über andauerte. Aber die Intensität des Verkehrs, mit der wir es zu tun bekamen, gestaltete die Angelegenheit sehr schwierig."

Fazit: Erste Zielankunft = erster Teilerfolg. Es geht aufwärts. Schlimmer konnte es allerdings auch nicht mehr werden. Bleibt zu hoffen, dass sich der Trend fortsetzt.

So lautete die SPOX-Prognose für Spanien

SPOX

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