Mittwoch, 19.05.2010

Monaco-GP: Die deutschen Fahrer in der Einzelkritik

Wochenende der verpassten Chancen

Sechs deutsche Fahrer stehen in dieser Formel-1-Saison am Start, so viele wie noch nie. Michael Schumacher bekommt trotz seines durchwachsenen Comebacks die meiste Aufmerksamkeit, aber den echten deutschen Fan interessieren auch die Leistungen aller anderen. Haben Nico Rosberg und Sebastian Vettel eine Chance auf den Titel? Schafft Adrian Sutil den Durchbruch? SPOX blickt nach jedem Rennen durch die deutsche Brille und beurteilt die Leistungen des Sixpacks in der Einzelkritik.

Nico Rosberg liegt in der Fahrer-WM auf Rang acht
© Getty
Nico Rosberg liegt in der Fahrer-WM auf Rang acht

Und so funktioniert's: Mit Hilfe des GP-Rechners geben wir eine Prognose für jeweils vier Rennen ab. An dieser messen wir jetzt die Leistungen von Michael Schumacher, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg, Adrian Sutil und Timo Glock.

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Dabei geht es weniger um die genaue Position im Ranking, es geht um die Tendenz, darum, ob die Fahrer bei der Erfüllung ihrer Saisonziele auf Kurs sind. Denn gegen technische Ausfälle oder sonstige Zwischenfälle ist kein Fahrer gefeit. Und klar ist, dass sich solche Unwägbarkeiten unmöglich voraussagen lassen.

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Die Einzelkritik zum Monaco-GP:

Platz 1: Sebastian Vettel (Saisonziel: Weltmeister werden)

Prognose: Keine WM-Punkte

Ergebnis: Platz zwei - 18 WM-Punkte

Gemessen an seinen Saisonzielen ist das Rennen für Vettel noch ganz gut gelaufen. Er liegt nun punktgleich mit seinem Red-Bull-Kollegen Mark Webber an der Spitze der Fahrerwertung. Allerdings kann er gar nicht damit glücklich sein, fahrerisch gegen Webber zum zweiten Mal in Folge keine Chance gehabt zu haben.

Zufrieden gab sich Vettel nach dem Rennen trotzdem: "Es hätte heute deutlich schlimmer kommen können", sagte er am Sonntag. "Soweit ich weiß, gibt es für den zweiten Platz immer noch Punkte, von daher ist es kein komplettes Desaster. Im Ernst: Ich bin glücklich mit dem zweiten Platz, auch wenn ich natürlich lieber gewonnen hätte."

Platz 2: Nico Rosberg (Saisonziel: Rennen gewinnen, Schumacher schlagen)

Prognose: Platz 7 - 6 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 7 - 6 WM-Punkte

Mission erfüllt, könnte man beim Blick auf das nackte Ergebnis sagen. Aber Rosberg war in Monaco deutlich besser, als es Zahlen aussagen. Hätte ihn Mercedes im Qualifying nicht zu spät auf die Strecke geschickt und hätte er weniger Pech mit dem Verkehr gehabt, hätte er von ganz weit vorne starten können.

Gleiches Spiel im Rennen. Hätte Kamui Kobayashi vor seinem Ausfall das Paket aus Massa, Hamilton, Alonso und Schumacher noch ein paar Runden länger aufgehalten, dann wäre Rosberg dank unglaublich schneller Rundenzeiten vor seinem Boxenstopp an allen vorbeigezogen. Hätte, wenn und aber gibt es aber leider nicht.

"Ich bin mit hohen Erwartungen nach Monaco gekommen und deshalb über Platz sieben enttäuscht", sagte Rosberg. "Im Qualifying war auf jeden Fall die erste Startreihe drin und somit im Rennen ein Podestplatz. Mir war es insgesamt wichtig zu zeigen, wie stark wir sind."

Platz 3: Michael Schumacher (Saisonziel: Um den WM-Titel fahren)

Prognose: Platz 3 - 15 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 12 nach Zeitstrafe - keine WM-Punkte

Über sein Manöver in der letzten Kurve ist schon fast alles gesagt worden. Es hat gezeigt, dass Schumacher seinen Racer-Instinkt noch nicht verloren hat. Insgesamt war sein Wochenende solide. Er lag im Qualifying nur knapp hinter Rosberg und im Rennen auf der Strecke sogar vor ihm. Man muss aber aufpassen. Denn in beiden Fällen profitierte Schumi davon, dass Rosberg sein Potenzial nicht annähernd ausschöpfen konnte. Nach dem Lichtblick in Barcelona war der 41-Jährige diesmal wieder langsamer als sein Teamkollege.

"In meinen Augen bin ich Sechster", sagte Schumacher. "Insgesamt war es in Monaco wie immer ganz speziell. Es wäre natürlich noch viel schöner, das Ganze auf dem Podium genießen zu können. Aber nach dem Qualifying war uns allen, zumindest mir, schon klar, dass die Chancen sehr gering sein werden."

Monaco-GP, Rennen: Viel Gelb bei Webber-Sieg
Auf die Sektdusche nach dem Rennen folgte das kalte Bad: Vettel (l.) und Webber auf dem Sprung in den Hafen von Monaco
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Auf die Sektdusche nach dem Rennen folgte das kalte Bad: Vettel (l.) und Webber auf dem Sprung in den Hafen von Monaco
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Mit einem Rückwärts-Salto klatscht Mark Webber in den Red-Bull-Swimming Pool von Monaco
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Mit einem Rückwärts-Salto klatscht Mark Webber in den Red-Bull-Swimming Pool von Monaco
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Später plantschen Sebastian Vettel und Mark Webber gemeinsam im Becken
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Später plantschen Sebastian Vettel und Mark Webber gemeinsam im Becken
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Anschließend ließ sich der Australier noch ausgiebig feiern
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Anschließend ließ sich der Australier noch ausgiebig feiern
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Bei dem Rennen vor seiner Haustür durfte Prinz Albert von Monaco (r.) natürlich nicht fehlen
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Bei dem Rennen vor seiner Haustür durfte Prinz Albert von Monaco (r.) natürlich nicht fehlen
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Mark Webber kam gut weg und führte das Feld vom Start weg souverän an
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Mark Webber kam gut weg und führte das Feld vom Start weg souverän an
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Jenson Button musste seinen McLaren gleich zu Beginn abstellen. Sein Team hatte vergessen, eine Kühlerabdeckung vor dem Rennen abzunehmen
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Jenson Button musste seinen McLaren gleich zu Beginn abstellen. Sein Team hatte vergessen, eine Kühlerabdeckung vor dem Rennen abzunehmen
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Die Streckenposten hatten einen intensiveren Tag als Kurzarbeiter Button und mussten immer wieder ihre gelben Flaggen schwenken
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Die Streckenposten hatten einen intensiveren Tag als Kurzarbeiter Button und mussten immer wieder ihre gelben Flaggen schwenken
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Mark Webber steuerte seinen Red Bull souverän durch die Gassen von Monte Carlo
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Mark Webber steuerte seinen Red Bull souverän durch die Gassen von Monte Carlo
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Am Ende jubelt der Australier über seinen zweiten Sieg in Folge
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Am Ende jubelt der Australier über seinen zweiten Sieg in Folge
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Aber auch Sebastian Vettel rang sich als Zweiter ein Lächeln ab. Beide liegen in der Gesamtwertung nun ganz vorne
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Aber auch Sebastian Vettel rang sich als Zweiter ein Lächeln ab. Beide liegen in der Gesamtwertung nun ganz vorne
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Platz 4: Adrian Sutil (Saisonziel: Regelmäßig in die Punkte fahren, die Großen ärgern)

Prognose: Platz 5 - 10 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 8 - 4 WM-Punkte

Er bestätigt Rennen für Rennen, dass er in dieser Saison zu einem kompletten Fahrer gereift ist. In Monaco hat er viel Geduld bewiesen. Im vergangenen Jahr wäre er nach dem "Scheiß-Qualifying", wie er Platz zwölf genannt hat, übermotiviert in den erstbesten Unfall reingeschlittert. Diesmal erwischte er einen ausgezeichneten Start, machte keinen Fehler und kam wiederum sicher in die Punkteränge.

"Das war für mich heute ein sehr gutes Rennen", zeigte sich Sutil entsprechend zufrieden. So kann es im zweiten Saisondrittel weitergehen.

Platz 5: Nico Hülkenberg (Saisonziel: Barrichello schlagen, Punkte holen)

Prognose: Keine WM-Punkte

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Im Qualifying sah es für Hülkenberg noch ganz gut aus. Als Elfter verpasste er die dritte Runde nur ganz knapp und war dicht an Teamkollege Rubens Barrichello dran. Adrian Sutil konnte er sogar schlagen.

Im Rennen hatte er schon vor dem Start Pech, als die Kupplung streikte und er von ganz hinten starten musste. Im Tunnel ging dann der zuvor schon angeschlagene Frontflügel kaputt und der Williams raste geradeaus in die Leitplanken. Wenigstens ist Hülkenberg gesund geblieben.

"Ich bin wirklich enttäuscht, dass ich das Rennen nicht beendet habe und Kilometer abspulen konnte", sagte Hülkenberg. "Aber so spielt das Leben."

Platz 6: Timo Glock (Saisonziel: Ins Ziel kommen, bestes der neuen Teams werden)

Prognose: Keine WM-Punkte

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Wieder einmal Frust pur. Vom Speed her hat es für Virgin erneut nicht gegen Lotus gereicht. Dann brach im Rennen die Aufhängung, und Glock sorgte für kuriose Bilder, als er mit unberechenbar ausbrechendem Auto über die Strecke humpelte. Ein Wochenende zum Vergessen.

So lautete die SPOX-Prognose für Monaco

SPOX

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