Samstag, 17.04.2010

China-GP: Warm-Up vor dem Rennen

"Es wird regnen - die Frage ist, wann?"

Der China-GP in Shanghai (So., 8.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) wird ein Regenrennen werden, da sind sich alle Beteiligten einig. "Die Frage ist nur, wann es regnet", sagt Sebastian Vettel. Der Red Bull-Pilot steht auf der Pole-Position und hat beste Chancen auf die WM-Führung. Nico Rosberg hat im Mercedes überzeugt, Michael Schumacher muss dagegen auf ein chaotisches Rennen hoffen.

Sebastian Vettel beging in seiner vorletzten schnellen Runde im Qualifying einen Fahrfehler
© Getty
Sebastian Vettel beging in seiner vorletzten schnellen Runde im Qualifying einen Fahrfehler

Red Bull

Ausgangslage:

Perfekt. Sebastian Vettel und Mark Webber stehen beide in der ersten Startreihe. Gelingt ihnen ein normaler Start, werden sie auf den Plätzen eins und zwei durch die Schneckenkurve fahren. Besonders für denjenigen, der auf Platz eins liegt, ist die Situation sehr komfortabel, denn der Teamkollege kann ihn gegen Angriffe von hinten abschirmen.

Aussichten für das Rennen:

In jedem Fall sehr gut. Der Red Bull liegt bei jedem Wetter gut, seine aerodynamische Effizienz bringt gerade auch bei Regen Vorteile, die ein Regenspezialist wie Vettel perfekt umsetzen kann. Schließlich hat er auch 2009 bei strömendem Regen in Shanghai gewonnen. Was Red Bull recht sein dürfte: Bei Regen wird das Material nicht ganz so sehr beansprucht wie normal, die Zuverlässigkeit sollte also weniger ein Problem sein. Dafür sind Fahrfehler leichter möglich. Wie auch immer: Es kann nie schaden, freie Sicht nach vorne zu haben. Im Regen schon gar nicht.

Stimmen vor dem Rennen:

Sebastian Vettel: "Es wird regnen. Die Frage ist eigentlich nur, wann es regnet. Wenn der Regen kommt, ist es gut, ganz vorne zu stehen, und ich habe von meinem Sieg im vergangenen Jahr gute Erinnerung an dieses Wetter. Aber egal ob trocken oder nass: Wir sind für alles gut gerüstet."

Christian Horner (Teamchef): "Ich habe keine Ahnung, wo der Sebastian diese letzte Runde hergezaubert hat. Das war ziemlich phänomenal."

Ferrari

Ausgangslage:

Fernando Alonso hat mit Startplatz drei nach eigener Aussage das Maximum aus seinem Auto herausgeholt und somit in der ersten Kurve halbwegs freie Bahn. Felipe Massa muss von Startplatz sieben aus schon mit einer engeren Kiste auf den ersten Metern rechnen.

Aussichten für das Rennen:

Alonso will und kann wieder aufs Podium fahren. Zumal er im Regen in der Regel ausgezeichnet zurechtkommt. Fragezeichen hinter seinem Ergebnis ist jedoch die Technik. Im Rennen in Malaysia und im Training in Shanghai hatte er zwei Motorschäden hintereinander. Da wird es wie den Red Bulls auch ihm helfen, dass das Material bei Regen weniger leidet. Massa hätte es dagegen wohl gerne, wenn sich die 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, sogar die Möglichkeit richtig heftigen Regens, nicht bewahrheiten würde. So gut er im Trockenen ist, im Regen hatte er in der Vergangenheit häufig Probleme.

Stimmen vor dem Rennen:

Fernando Alonso: "Red Bull scheint unschlagbar zu sein. Aber das ist keine große Überraschung. Unser Ziel ist es, aufs Podium zu fahren. Im Regen wird es entscheidend sein, im richtigen Moment die Reifen zu wechseln. Schafft man das, kann man gewinnen. Schafft man es nicht, kann man alles verlieren."

Felipe Massa: "Es ist klar, dass es von Startplatz sieben aus schwierig wird, ganz vorne mitzufahren. Immerhin kann im Regen alles durcheinander gewirbelt werden. Es wird in jedem Fall entscheidend sein, gleich am Start ein paar Positionen gutzumachen."

china-gp, shanghai, qualifying, Michael Schumacher

Mercedes

Ausgangslage:

Gemischte Gefühle bei den Silberpfeilen. Nico Rosberg hat von Startplatz vier aus alle Möglichkeiten, an sein tolles Malaysia-Wochenende anzuknüpfen. Michael Schumacher hat dagegen bei der Abstimmung verwachst und wird es von Rang neun aus schwer haben, nach vorne zu kommen. Zunächst hatte er gedacht, er sei sieben Zehntel hinter Rosberg, weil beide unterschiedliche Heckflügel fuhren. Das war aber ein Irrtum. Umso unerklärlicher, warum Schumacher so viel Zeit eingebüßt hat.

Aussichten für das Rennen:

Rosberg muss einen besseren Start erwischen als in Malaysia, dann kann er seinen vierten Platz halten. Alonso wird er wohl nur schlagen können, wenn er ihn gleich am Start kassiert. Sein Problem sind die McLarens hinter ihm. Vor allem Hamilton hat im Qualifying nicht das gezeigt, was er im Training angedeutet hatte, und wird wie gewohnt nach vorne preschen. Und überholen kann er ausgezeichnet. Gerade auch im Regen. Schumacher gibt offen zu, dass er einen Regentanz aufführen wird. Denn nur bei turbulentem Rennverlauf kann er sich Hoffnungen machen, noch deutlich weiter nach vorne zu kommen. Unter regulären Bedingungen wird er weder McLaren noch Ferrari überholen können.

Stimmen vor dem Rennen:

Michael Schumacher: "Ich habe es heute nicht wirklich hinbekommen. Wir haben ein sehr gutes Auto, Nico hat das sehr gut umgesetzt. Offensichtlich liegen wir sogar vor McLaren. Es wäre daher sehr schön gewesen, wenn auch ich das hätte nutzen können. Die Starts haben bei mir zuletzt gut geklappt. Wir müssen einmal abwarten, was noch geht. Von meinem Platz aus ist es etwas schwierig, sich das Podium vorzustellen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt."

Nico Rosberg: "Ich habe nicht erwartet, dass wir in der Startaufstellung so weit vorne sind. Das Podium sollte schon drin sein. Von dieser Position aus kann man richtig angreifen."

China-GP, Qualifying: Petrow sorgt für Kleinholz
Willkommen zum Qualifying in Shanghai! Bei bestem Wetter. Noch. Denn am Sonntag soll es beim Rennen stark regnen
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Schrecksekunde für Witali Petrow: Der Renault-Pilot kommt beim Training vor der Quali in der letzten Kurve vor Start und Ziel von der Piste ab...
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...schießt über das Kiesbett hinaus...
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...und schlägt in den Reifenstapeln ein
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Petrow entsteigt seinem demolierten Renault unverletzt
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Das Training wird unterbrochen, beim Qualifying ist Petrow dann wieder mit dabei
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Seine Mechaniker haben in der Zwischenzeit allerdings jede Menge zu tun
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Unspektakulär verläuft das Qualifying für Michael Schumacher. Er wird Neunter
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Die Pole sichert sich Sebastian Vettel im Red Bull
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Bereits zum dritten Mal in dieser Saison startet der Deutsche als Erster
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Anschließend riskiert er einen Blick in den McLaren von Lewis Hamilton
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Genau wie Teamkollege Mark Webber (Platz zwei) spioniert er den McLaren-Schnorchel aus
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Auch Fernando Alonso (Platz drei) sieht sich das System der Konkurrenz ganz genau an
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McLaren

Ausgangslage:

Schlechter als erwartet. Lewis Hamilton sah nach den Trainings wie ein heißer Kandidat für die erste Startreihe aus. Doch am Ende wurde es nur der sechste Rang, sogar noch hinter Teamkollege Jenson Button. McLaren besetzt also die dritte Startreihe.

Aussichten für das Rennen:

Wieder nicht optimal. McLaren, insbesondere Hamilton, hat große Probleme, den Speed des Autos in gute Startplätze umzumünzen. Das ist Hamilton jetzt schon zum dritten Mal in Folge passiert. Er ist ratlos, wieso er die angestrebte Pole-Position nicht einmal annähernd angreifen konnte, kann im Rennen aber wie zuletzt noch einiges reparieren. Warum? Wieder einmal dank des hohen Top-Speeds seines McLaren und seiner überragenden Fähigkeiten beim Überholen. Ob es aber noch aufs Podium geht?

Stimmen vor dem Rennen:

Lewis Hamilton: "Ich bin irritiert. Wir waren in den ersten Quali-Runden so gut, und plötzlich hat das Auto viel mehr aufgesetzt und ist herumgerutscht. Ich war am Limit, mehr konnte ich nicht herausholen. Das war eigentlich meine Pole, und ich weiß nicht, aus welchem Grund ich sie nicht angreifen konnte. Im Rennen sollten wir trotzdem einen sehr guten Speed haben. Wir sind auf der Geraden sehr schnell und können hoffentlich überholen."

Jenson Button: "Ich habe das ganze Qualifying über die Reifen nicht richtig zum Arbeiten bekommen. Entweder waren sie zu kalt oder haben überhitzt. Im Rennen sollten wir trotzdem gut aussehen, vor allem, weil ich denke, dass wir für Regen eine ganz gute Abstimmung haben."

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

Alexander Mey

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