Formel 1

Regen und Safety-Car bedrohen Vettel

Von Alexander Mey
Der Albert Park Circuit: Alle Kurven, Geschwindigkeiten, Gangzahlen und Fliehkräfte
© spox

19 Strecken stehen im Rennkalender der Saison 2010. Darunter eine völlig neue in Südkorea und einige umgebaute, zum Beispiel in Bahrain oder Silverstone. SPOX stellt vor jedem Rennen den Kurs detailliert mit Grafik, Fakten und Video vor. Darunter eine Runde im Red-Bull-Simulator mit Sebastian Vettel. Strecken-Check, Teil 2: Australien.

Streckendaten:

  • Name: Albert Park Circuit
  • Ort: Melbourne
  • Länge: 5,303 Kilometer
  • Runden: 58
  • Renndistanz: 307,574 Kilometer
  • Kurven: 10 Rechtskurven, 6 Linkskurven

VIDEO: Eine Melbourne-Runde mit Vettel im Rennsimulator

 

Darauf kommt es an:

Der erste Stadtkurs im Rennkalender, wenn auch kein vollständiger. Obwohl auf den meisten Teilen der Strecke normaler Straßenverkehr rollt, ist der Asphalt relativ eben. Aber er ist schmutzig, weil sonst nie Rennen darauf gefahren werden, und entsprechend rutschig. Das bessert sich zwar im Laufe des Wochenendes, aber wirklich guten Grip hat man in Melbourne nie. Besonders am Freitag sollte man einige Ausrutscher zu sehen bekommen.

Der Stop-and-Go-Kurs, auf dem sich in der Regel kurze Geraden und enge Schikanen abwechseln, fordert Motoren und Bremsen sehr stark. Mit vollen Tanks könnten die Bremsen im Rennen zum Problem werden, das häufige Beschleunigen aus engen Kurven geht zudem auf den Benzinverbrauch.

Melbourne bietet aber gerade in dieser Saison auch ein großes Problem. Man kann kaum überholen. Höchstens am Ende der Start-Ziel-Geraden kann man es versuchen, aber auch nur, wenn man deutlich schneller ist als der Vordermann. Ansonsten muss man auf einen Fehler des Gegners hoffen. In Sachen Strategie ist auch wenig Abwechslung zu erwarten. Die Teams gehen davon aus, dass es wie in Bahrain nur einen Reifenwechsel geben wird. Kein Raum also für kreative Strategien.

Fazit: In Melbourne entscheidet sich vieles schon im Qualifying. Wer vorne startet, hat gute Karten. Wer seine schnellste Runde verpatzt oder Pech mit einsetzendem Regen hat, kommt im Rennen kaum noch nach vorne. Es sei denn, und das ist der Hoffnungsschimmer für ein spannendes Rennen, es gibt die in Melbourne fast schon obligatorischen Safety-Car-Phasen. Da die Piste recht schmal ist, resultiert quasi jeder Zwischenfall direkt in einer Gelbphase. Besonders gefährlich ist die erste enge Schikane direkt nach dem Start.

Wetter-Prognose:

  • Freitag: wolkig, 17-24 Grad, 30 Prozent Regen-Risiko
  • Samstag: leichte Schauer, 17-21 Grad, 60 Prozent Regen-Risiko
  • Sonntag, bedeckt, 17-29 Grad, 30 Prozent Regen-Risiko

Die Favoriten:

Allen voran Red Bull. Sebastian Vettel hätte schon in Bahrain gewonnen, wenn ihm die Technik keinen Streich gespielt hätte. Er ist auch in Melbourne der Top-Favorit, weil er im wichtigen Qualifying stärker einzuschätzen ist als Teamkollege Mark Webber. Unterschätzen darf man den Australier bei seinem Heimspiel aber nicht. Unbekannte ist das Wetter. Sollte es, wie angekündigt, im Qualifying möglicherweise regnen, würde das Vettel einen Strich durch die Rechnung machen. Er kommt zwar generell im Regen sehr gut klar, aber mit einem überlegenen Auto wünscht man sich immer ein berechenbares, also trockenes Wochenende.

Neben Red Bull hat bei normalem Rennverlauf nur noch Ferrari Siegchancen. Im Rennen sollten Fernando Alonso und Felipe Massa mit den Red Bull mithalten können, sie müssen aber sehen, dass sie sich irgendwie vor Vettel und Webber qualifizieren. Das wird schwierig.

Geheimtipp ist Lewis Hamilton. Sollte ihm eine Traumrunde im Qualifying gelingen, wird er im Rennen angesichts des Top-Speed-Vorteils des McLaren nicht zu überholen sein. Mercedes ist trotz der Erfahrung eines Michael Schumacher noch nicht bereit für den ersten Sieg.

 

Statistik:

  • Sieger 2009: Jenson Button (Brawn GP): 1:34:15,784 Stunden
  • Pole-Position 2009: Jenson Button (Brawn GP): 1:26,202 Minuten
  • Schnellste Runde 2009: Nico Rosberg (Williams): 1:27,706 Minuten
  • Meiste Siege: Michael Schumacher (4)
  • Meiste Pole-Positions: Michael Schumacher, Mika Häkkinen (beide 3)

Das sagen die Beteiligten:

Sebastian Vettel (Red Bull): "Die wichtige Erkenntnis nach Bahrain ist, dass wir ein sehr schnelles Auto haben. Wir sollten also auch in Australien stark sein. Doch auch Ferrari sah in Bahrain sehr konkurrenzfähig aus. Aber nicht nur da, vor allem auch bei den Wintertests. Mal sehen, was wir am Wochenende machen können."

Fernando Alonso (Ferrari): "Der Doppelsieg in Bahrain war wichtig für uns, aber wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Für mich hat sich nichts geändert. Wir haben vier Teams und acht Fahrer, die in Melbourne um den Sieg kämpfen können."

Michael Schumacher (Mercedes): "Australien war für mich immer ein Highlight im Rennkalender. Daran hat sich nichts geändert. Mit dem sechsten Platz in Bahrain war ich sehr glücklich, und ich bin mir sicher, dass Melbourne mir helfen wird, noch besser in meinen Rhythmus zu kommen."

Zeitplan:

  • Freitag, 2.30 Uhr: 1. Training
  • Freitag, 6.30 Uhr: 2. Training
  • Samstag, 4 Uhr: 3. Training
  • Samstag, 7 Uhr: Qualifying
  • Sonntag, 8 Uhr: Rennen
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