Schumi in Rage: "Willst du mich umbringen?"

Von Andreas Allmaier
Samstag, 06.03.2010 | 23:08 Uhr
Eines der Bilder der Saison 1998: Schumacher schleicht in Spa mit drei Reifen zurück zur Ferrari-Box
© Imago
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16 Jahre lang fuhr Michael Schumacher in der Formel 1, bevor er 2006 seine Karriere beendete. Bis jetzt: Denn am 14. März wird Schumi wieder in der Startaufstellung stehen - 19 Jahre nach seinem Debüt. SPOX zählt die Tage bis zum Comeback und erinnert im Countdown an die bisherigen 16 WM-Jahre des Michael Schumacher. Teil 8: 1998.

Team: Ferrari

WM-Platzierung: Platz 2

WM-Punkte: 86

Nach zwei schwierigen Jahren herrscht vor Michael Schumachers dritter Ferrari-Saison große Zuversicht bei der Scuderia. Der F300 ist das erste Auto, das vollständig unter der Regie von Ross Brawn und Chefdesigner Rory Byrne konzipiert und gebaut wurde.

Neue Regeln befeuern die Aufbruchsstimmung zusätzlich: Die Breite der Fahrzeuge wird von 2 Metern auf 1,80 reduziert, Rillenreifen eingeführt.

Doch schon nach den ersten beiden Rennen setzt Ernüchterung ein: Mika Häkkinen gewinnt im McLaren-Mercedes in Melbourne und Sao Paulo, Schumacher fällt zum Saisonauftakt mit Motorschaden aus und wird in Brasilien Dritter.

"Wir sind voll auf die Nase gefallen"

Der Hauptgrund für den Vorsprung der Silberpfeile ist bei Ferrari schnell ausgemacht: die Reifen. "Man kann es nicht anders nennen, wir sind voll auf die Nase gefallen in diesem Jahr", schreibt Michael Schumacher in seiner Biographie. "Eine Menge Menschen haben sich sehr viel von Bridgestone erwartet, aber wir wollten zu unserem Partner Goodyear stehen. Daher haben wir den Reifenpartner nicht gewechselt, und leider war Bridgestone dann wirklich sehr gut."

In Buenos Aires schlägt Schumacher trotz allem zurück. Doch McLaren gewinnt die folgenden drei Grands Prix, Häkkinen führt die WM-Wertung nach sechs von 16 Saisonrennen mit 46 Punkten an - Schumacher folgt mit 24 Zählern auf Position drei.

McLaren scheint übermächtig

McLaren scheint übermächtig, Ferrari chancenlos. "Man braucht sich nur den WM-Stand anzuschauen, um zu sehen, wie schlecht unsere Situation derzeit ist", sagt er damals.

Ross Brawn nimmt Goodyear in die Pflicht, gemeinsam schieben die beiden Partner unzählige Sonderschichten, um die unterlegenen Pneus zu verbessern.

Tatsächlich holen die US-amerikanischen Reifen in der zweiten Saisonhälfte kräftig auf. Zusätzlich bringen eine Reihe von technischen Problemen an den Silberpfeilen und Fehlern von Häkkinen und David Coulthard die Roten irgendwie zurück ins WM-Rennen.

Schumacher gewinnt in Kanada, feiert in Magny-Cours gemeinsam mit Eddie Irvine den ersten Ferrari-Doppelsieg seit acht Jahren und holt sich den Sieg im Regen von Silverstone. Das Rennen um den Titel ist wieder offen - und bleibt es bis zum Schluss. Im Juli wird Schumachers Vertrag bei Ferrari um drei Jahre bis 2002 verlängert. Sein Gehalt wird auf geschätzte 75 Millionen Mark pro Saison erhöht.

Emotionaler Höhepunkt in Spa-Francorchamps

Einen emotionalen Höhepunkt im Duell zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes gibt es auf Schumachers Schicksalsstrecke Spa-Francorchamps, dem 13. von 16 Rennen der Saison.

Es regnet in Strömen an diesem August-Tag in Belgien, die Piloten können kaum etwas sehen. Das Rennen läuft gut für Michael Schumacher. Er liegt in Führung und hat in der 25. Runde Coulthard vor der Nase. "DC" liegt weit zurück, Schumacher schickt sich an, ihn zu überrunden. Ferrari-Teamchef Jean Todt eilt zum McLaren-Kommandostand, um an die Fairness des Kontrahenten zu appellieren.

Plötzlich geht Coulthard vom Gas. Schumacher erkennt die Situation in der dichten Gischt nicht sofort und kracht in das Heck des McLaren. Dabei reist er sich das rechte Vorderrad ab. Auch die Aufhängung ist hinüber. Auf drei Rädern schleicht Schumacher zurück in die Ferrari-Box. Er weiß, dass der Schaden nicht zu reparieren ist und steuert die Garage an.

"Willst du mich umbringen?"

Schumacher pfeffert das Lenkrad in die Ecke und klettert wutschnaubend aus dem Ferrari. Er nimmt den Helm, streift seine Handschuhe ab und stürmt mit grimmigem Geschichtsausdruck Richtung McLaren-Box. Als Ferrari-Offizielle die Situation erkennen, sprinten sie hinter ihrem Star-Piloten her und versuchen, ihn zurückzuhalten. "Willst Du mich umbringen?", brüllt er in Richtung Coulthard.

Diese Episode heizt den Kampf um die WM-Krone zusätzlich an. Bis zum Schluss liefern sich Häkkinen und Schumacher ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Wie schon im Vorjahr fällt die Entscheidung erst beim letzten Grand Prix. Mit vier Punkten Vorsprung geht Häkkinen ins Saisonfinale im japanischen Suzuka.

WM-Entscheidung wieder im letzten Rennen

Das Japan-Wochenende beginnt vielversprechend. Schumacher holt sich die Pole-Position vor Häkkinen. Der Ferrari funktioniert auf dem Suzuka-Circuit. Um 13 Uhr Ortszeit halten Formel-1-Fans auf der ganzen Welt den Atem an: Das 21 Autos starke Starterfeld hat soeben die Qualifikationsrunde abgeschlossen und wartet auf den Rennstart. Doch plötzlich winkt Jarno Trulli: Sein Prost macht Probleme. Das Start-Prozedere wird abgebrochen.

Zehn Minuten später der nächste Versuch. Diesmal geht im Ferrari auf der Pole eine Hand hoch: Jetzt läuft Schumachers Auto nicht! "Ich weiß, bei dieser Sache hält sich hartnäckig das Gerücht, ich hätte das Auto abgewürgt. War aber nicht so. Wir hatten ein Problem an meiner Kupplung", sagt Michael Schumacher heute.

Erst Aufholjagd, dann Reifenschaden

Was auch immer der Grund war, der damals 29-Jährige muss den dritten und endlich auch erfolgreichen Startversuch vom Ende des Feldes aus in Angriff nehmen. Das Ende?

So schnell gibt Schumacher nicht auf. Bereits in der ersten Runde kämpft er sich bis auf Position 13 zurück, im vierten Umlauf ist er Siebter, im 14. sogar Dritter. Doch in der 32. Runde wird die Aufholjagd jäh gestoppt: Sein rechter Hinterreifen löst sich auf der Start-Ziel-Geraden in seine Bestandteile auf - das Aus.

"Es war ganz schön hart, zum zweiten Mal in Folge die WM zu verlieren", erinnert sich Schumacher.

Im folgenden Jahr ist er schon viel früher aus dem Rennen. Alles zum schlimmen Unfall, der die Ferrari-Saison überschatten sollte, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie: 1999.

Teil 7: 1997 - Schumachers schwärzeste Stunde

Teil 6: 1996 - Bloß raus aus der roten Gurke!

Teil 5: 1995 - Vom Intimfeind abgeschossen

Teil 4: 1994 - Ein Jahr Hölle mit Happy End

Teil 3: 1993 - Von Senna vorgeführt

Teil 2: 1992 - Beinahe-Schlägerei mit Senna

Teil 1: 1991 - Das Debüt-Jahr

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