Montag, 08.03.2010

Fahrerduelle: Alle Teamkollegen im Vergleich

Schumacher wird Probleme bekommen

2010 gilt die gleiche Regel wie immer in der Formel 1. Als erstes muss jeder Fahrer seinen Teamkollegen schlagen. Eine alte Binsenweisheit, die aber selten so viel Brisanz geborgen hat wie 2010. Michael Schumacher gegen Nico Rosberg, Jenson Button gegen Lewis Hamilton, Fernando Alonso gegen Felipe Massa und Sebastian Vettel gegen Mark Webber - mehr Spannung geht fast nicht.

Michael Schumacher (r.) ist 16 Jahre älter als sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg
© Getty
Michael Schumacher (r.) ist 16 Jahre älter als sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg
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Jenson Button (170 GP, 7 Siege, 1 Titel) vs. Lewis Hamilton (52 GP, 11 Siege, 1 Titel)

Weltmeister Button bringt von Brawn GP die Startnummer 1 mit nach Woking, droht aber im Teamduell nur die Nummer 2 zu sein. Er hat 2009 von seinem unglaublichen Saisonstart mit überlegenem Auto profitiert. In der zweiten Saisonhälfte hat er zumeist nicht überzeugt. Hamilton ist vom Speed her sicher schneller, dazu ist er bei McLaren seit der Jugend zu Hause. Eine Tatsache, an der schon Fernando Alonso gescheitert ist. Buttons einzige Chance ist sein weicher Fahrstil. Im Rennen kann er es so schaffen, die stark beanspruchten Reifen zu schonen. Hamiltons aggressiver Fahrstil ist dazu wenig geeignet. Dafür wird er im Qualifying deutlich stärker sein.

Prognose: Vorteil Hamilton. Er wird das britische Weltmeister-Duell gewinnen, aber nicht so haushoch, wie viele Experten befürchten. Im Rennen wird Button mithalten können. Sein Credo: "Die negative Einschätzung macht mein Leben einfacher."

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Michael Schumacher (250 GP, 91 Siege, 7 Titel) vs. Nico Rosberg (70 GP, 0 Siege)

Der Hype um das Comeback von Michael Schumacher bringt es mit sich, dass bei Mercedes fast nur über ihn geredet wird. Ein Fehler. Denn Schumachers große Gegner sind 2010 zunächst einmal nicht Alonso, Hamilton oder Vettel. Sein Gegner ist Teamkollege Rosberg. Und den hat er noch lange nicht geschlagen. Rosberg ist stark im Qualifying und war bei den Tests - ohne Kenntnis der genauen Benzinmengen - in der Spitze etwas schneller als Schumacher. Für den Rekordchampion spricht natürlich die Erfahrung, wenn es darum geht, Siege nach Hause zu fahren.

Prognose: Unentschieden. Vor allem zu Beginn wird Schumacher Probleme mit Rosberg haben.

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Sebastian Vettel (43 GP, 5 Siege) vs. Mark Webber (138 GP, 2 Siege)

Für Vettel besteht die gleiche Gefahr wie für Schumacher. Alle Welt schreibt und spricht nur über Duelle gegen die Weltmeister in den anderen Teams. Kaum jemand schreibt oder spricht über Webber. Dabei hat der Australier 2009 trotz Schulter- und Beinbruchs vor der Saison zwei Rennen gewonnen und war über weite Strecken konstanter als Vettel. Kein Zweifel, dass Vettel der schnellere Mann ist, auch wenn Webber nun gesund in die Saison geht, aber er muss seine Fehlerquote deutlich nach unten drücken. Webber hingegen wächst an seinen Aufgaben. Je besser sein Teamkollege, desto besser wird auch er. "Sebastian hält mich wach", sagt der Australier.

Prognose: Vorteil für Vettel. Er ist im Qualifying schneller als Webber. Geht es an der Spitze so eng zu wie erwartet, dann können zwei, drei Zehntel locker drei Startreihen bedeuten. Das ist entscheidend.

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Felipe Massa (114 GP, 11 Siege) vs. Fernando Alonso (138 GP, 21 Siege, 2 Titel)

Zwei Fragen stehen über allem: Erstens: Hat sich Massa wirklich hundertprozentig von seinem schweren Unfall in der vergangenen Saison erholt? Vor allem mental? Wenn nein, dann hat er gegen Alonso ohnehin keine Chance. Wenn ja, kommt Frage Nummer zwei ins Spiel: Wie geht Alonso mit internem Druck des Teamkollegen um? Massa ist bei Ferrari zu Hause, Alonso kommt neu hinzu. Das Szenario hatte er bei McLaren schon einmal. Damals ist er gescheitert. Aber: Bei Ferrari gibt es keinen Ron Dennis, menschlich sollte der temperamentvolle Spanier deutlich besser zur Scuderia passen. Fahrerisch nehmen sich beide nicht viel, vor allem, wenn das Auto so gut ist, wie alle denken. Ist das Auto allerdings schwierig zu fahren oder regnet es, dann ist der Spanier klar im Vorteil.

Prognose: Vorteil Alonso. In einzelnen Rennen wird Massa Alonso schlagen können, aber im Laufe einer 19 Rennen dauernden Saison sollte sich die Konstanz des Spaniers durchsetzen.

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Rubens Barrichello (285 GP, 11 Siege) vs. Nico Hülkenberg (0 GP, 0 Siege)

Der Veteran gegen den Neuling. Eine klare Sache für Barrichello, sollte man meinen, aber Hülkenberg ist nicht nur schnell, er ist vor allem sehr reif für sein Alter. Der 22-Jährige hat in den vergangenen fünf Jahren vier Meistertitel gewonnen. Nahezu ein Durchmarsch von Formel BMW über A1 GP, Formel 3 und GP2 in die Formel 1. Hülkenberg hat als erster Fahrer seit Hamilton im ersten Jahr die GP2-Serie für sich entschieden. Verständlich, dass der Schützling von Willi Weber sehr von sich überzeugt ist. "Podestplätze im ersten Jahr wären schon mal nicht schlecht", sagt er. Bei Barrichello muss man abwarten, wie lange die Renaissance der vergangenen Saison anhält.

Prognose: Unentschieden. Zu Beginn profitiert Barrichello sicher noch von seiner Erfahrung, aber Hülkenberg hat schon oft bewiesen, dass er unglaublich schnell lernt. Er wird Barrichello spätestens in der zweiten Saisonhälfte das Leben verdammt schwer machen.

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Robert Kubica (57 GP, 1 Sieg) vs. Witali Petrow (0 GP, 0 S)

Der Hauptgrund, warum Petrow für Renault fährt, liegt auf dem Konto der Franzosen. Der erste Russe in der Formel 1, der zu Hause schon als "Juri Gagarin auf Rädern" gefeiert wird, hatte die nötigen Millionen im Rücken, um andere Konkurrenten um den Platz neben Kubica auszustechen. Das heißt aber nicht, dass er ein reiner Bezahlfahrer ist. Petrow kann durchaus etwas, das hat er mit Platz zwei in der GP2 hinter Hülkenberg bewiesen. Vor allem im Regen und beim Überholen ist er stark, Defizite hat er im Qualifying. Trotz allem dürfte er gegen Kubica keine Chance haben. Vom reinen Speed her ist der Pole einer der schnellsten Fahrer im Feld. 2009 hat man allerdings gemerkt, dass er Probleme bekommt, wenn das Auto mal nicht optimal läuft. Manchmal wirkte er sogar lustlos.

Prognose: Vorteil Kubica. Wenn alles normal läuft, muss er Petrow klar im Griff haben.

Teil 2: Wie schlagen sich Sutil und Glock im direkten Vergleich?

Alexander Mey

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