Mittwoch, 17.03.2010

Das Driver-Ranking zum Bahrain-GP

Ein komisches Gefühl bei Schumi

Auch in der Formel-1-Saison 2010 beurteilt SPOX-Redakteur Alexander Mey nach jedem Rennwochenende in seinem Driver-Ranking die Leistungen aller Fahrer - unabhängig von der Stärke ihrer Autos. Diesmal dabei: Michael Schumacher. Ausgabe 1: Bahrain-GP.

Sebastian Vettel gewinnt das erste Driver-Ranking der Saison vor Fernando Alonso (l.)
© Getty
Sebastian Vettel gewinnt das erste Driver-Ranking der Saison vor Fernando Alonso (l.)

Es geht wieder los. Mein Driver-Ranking geht in die zweite Saison - und schon muss ich meine Regeln etwas ändern. Da ich mich bei meiner Punktevergabe an der offiziellen WM orientiere, wird es auch in meinem Ranking in dieser Saison Punkte für die besten zehn Fahrer geben. Der Sieger erhält 25, danach lautet der Schlüssel 18-15-12-10-8-6-4-2-1.

Meine Wertung für den Bahrain-GP

Platz 1, Sebastian Vettel: Im echten Leben mal wieder vom Pech mit technischen Problemen verfolgt, zeigte er in Bahrain trotzdem, dass er fahrerisch seinen eigenen Ansprüchen, in diesem Jahr Weltmeister zu werden, voll und ganz gerecht wird. In den ersten beiden Renndritteln souverän, er hat sich von dem zwischenzeitlichen Druck, den Fernando Alonso gemacht hat, überhaupt nicht nervös machen lassen. Im letzten Renndrittel beeindruckend kämpferisch, als er den angeknockten Red Bull mit reduzierter Motorleistung noch auf Platz vier ins Ziel schleppte. In der letzten Runde ist er sogar noch einmal eine beste Sektorzeit gefahren. Das zeigt, wie gut er sich auf die außergewöhnliche Situation eingestellt hatte. In Kombination mit seiner hervorragenden Fahrt auf die Pole-Position im Qualifying ein eindeutiger erster Platz im Ranking.

Die deutschen Fahrer in der Einzelkritik: Von wegen "Schleich-Schumi"!

Platz 2, Fernando Alonso: Platz zwei ist eine ebenso klare Sache. Im Rennen stand der Spanier Vettel in nichts nach. Er erwischte einen tollen Start und schlug auf den ersten Metern Ferrari-Kollege Felipe Massa. In der ersten Rennhälfte zeigte Alonso eine Fahrweise, mit der er seine Reifen sehr gut schonen konnte. Nach Vettels Problemen blitzte dann aber sein bekannter Killerinstinkt auf, er ging in Führung, erhöhte sofort die Schlagzahl und setzte sich deutlich von Massa ab. Wenngleich man sagen muss, dass Massa Benzin sparen musste und nicht am Limit fahren konnte. Alonsos einziger Fehler war die entscheidende Quali-Runde am Samstag. Eine halbe Sekunde Rückstand auf Vettel war deutlich.

Die besten Bilder vom GP in Bahrain
Vor dem Rennen feierte die Formel 1 ihr 60-jähriges Bestehen. Dabei waren ehemalige Weltmeister wie Jacques Villeneuve oder Damon Hill (v.l.)
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Auch Jackie Stewart war zu Gast. Der präsentierte seinen alten Boliden
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Jacques Villeneuve (l., im Gespräch mit Damon Hill) hatte eigentlich gehofft, selbst in Bahrain zu starten
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Als endlich das Rennen losging, stellte sich heraus, dass Sebastian Vettel ein gutes Paket hatte. Dem Red-Bull-Piloten konnte anfangs keiner die Pole-Position streitig machen
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Weniger gut kam dagegen Mark Webber ins Rollen. Dessen Bolide rauchte heftig, er verlor sofort Plätze - konnte die Probleme aber in den Griff bekommen
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Auch Michael Schumacher wirkte skeptisch. Nicht zu unrecht, wie sich herausstellte: Mercedes konnte mit den Topteams noch nicht mithalten
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Ferrari machte einen starken Eindruck. Als Vettel aufgrund technischer Probleme an Speed verlor, gingen Fernando Alonso und Felipe Massa vorbei und fuhren den Doppelsieg ein
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Zurück in der Boxengasse: Alonso steigt auf seine F10 und lässt sich feiern
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"Auf die Spitze des Podiums zurückzukehren, ist immer etwas Besonderes, aber mit Ferrari ist es noch spezieller", so der Spanier
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Für den Spanier war es der perfekte Einstand bei seinem neuen Team
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Nach einem enttäuschenden Vorjahr bei Renault hatte er sich die selbst verpasste Sektdusche redlich verdient
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Lewis Hamilton war mit seinem dritten Platz zufrieden
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Für Michael Schumacher war Platz sechs das Maximum
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Platz 3, Felipe Massa: Was für ein Comeback! Nach seinem schweren Unfall in Ungarn 2009 hatten nicht wenige Leute Zweifel, ob er noch einmal Formel 1 würde fahren können. Jetzt hat er allen gezeigt, dass er es noch kann - und wie! Besonders stark: sein Qualifying, in dem er als einziger Fahrer Vettels Tempo mitgehen und Teamkollege Alonso - wahrlich kein Schwächling im Qualifying - klar abhängen konnte. Im Rennen kann man ihm seinen etwas schwächeren Start vorwerfen. Später konnte er Alonsos Tempo nicht mitgehen, weil er wegen Überhitzung des Motors zu viel Benzin verbrauchte und sparsam zu Werke gehen musste. Trotzdem: Platz zwei im Rennen nach einer so langen Pause, was will man mehr?

Platz 4, Lewis Hamilton: Keines der gewohnt spektakulären Rennen des Lewis Hamilton, aber ein sehr konstantes. Der Brite hat in Bahrain eine Qualität gezeigt, die ihm in diesem Jahr sehr weiterhelfen wird. Er war geduldig. Hamilton hat im Rennen nach untypisch schwachem Start schnell gemerkt, dass er Nico Rosberg auf der Strecke nicht überholen kann. Folglich hat er bis zum Boxenstopp gewartet, gepusht, und sich so seinen Platz zurückgeholt. Danach konnte Hamilton sogar das Tempo der Ferraris zeitweise mitgehen - ganz im Gegensatz zum Qualifying.

Platz 5, Nico Rosberg: Rosberg hat den großen Schumi geschlagen. Nicht nur im Rennen, auch im Ranking. Rosberg war das ganze Wochenende über immer ein paar Zehntel schneller als sein Mercedes-Kollege, egal ob im Training, Qualifying oder Rennen. Mehr als Platz fünf war aus dem Silberpfeil nicht herauszuholen, Rosberg hat also das Optimum erreicht. In dieser Form wird er Schumacher noch einige Probleme bereiten.

Die Plätze 6 - 10: Von Schumi bis Barrichello - und was ist mit Button?

Alexander Mey

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