Samstag, 20.02.2010

Probleme bei Newcomer-Teams

Campos gerettet, USF1 vor dem Aus

Das Campos-Team ist gerettet. Der bisherige Teilhaber Jose Ramon Carabante hat den Rennstall komplett übernommen und so die finanziellen Nöte des Teams gelindert. Nach einjähriger Pause kehrt außerdem Colin Kolles als Teamchef des neuen Rennstalls in die Formel 1 zurück. Beim USF1-Team ist die Situation hingegen angespannt. Der US-Rennstall verhandelt mit der FIA über eine Ausnahme-Regelung.

Eigentlich wollte das USF1-Team im Februar erstmals testen
© USF1
Eigentlich wollte das USF1-Team im Februar erstmals testen

Colin Kolles kehrt in die Formel 1 zurück. Ende 2008 hatte Force India Kolles nach zweijähriger Tätigkeit als Teamchef entlassen. Der 42-Jährige hatte den Posten schon bei den Force-India-Vorgängerteams Midland und Spyker ausgeübt.

"Ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen", erklärte Kolles. "Ich will neue Geldgeber finden, damit wir beim ersten Rennen komplett an den Start gehen können, und schon bald unsere Fahrerpaarung für 2010 bekannt geben."

Start in der WM gesichert

Außerdem der spanische Geschäftsmann Jose Ramon Carabante den ehemaligen Formel-1-Piloten und eigentlichen Team-Gründer Adrian Campos als Besitzer abgelöst. Die WM-Teilnahme sei laut Carabante damit gesichert.

"Ich möchte mich bei Bernie Ecclestone bedanken, der sehr viel zum Erhalt des Teams beigetragen hat", sagte der neue Besitzer des Rennstalls. "Die ganze Rettungsaktion war ein Rennen gegen die Zeit und hatte das Ziel, zwei wettbewerbsfähige Autos in Bahrain ins Rennen schicken zu können."

Das Campos-Team hat noch keine Testfahrten absolviert und im Brasilianer Bruno Senna erst einen Piloten unter Vertrag.

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Willkommen auf dem Circuito de Jerez - zur dritten Testwoche des Jahres
© Getty
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Erstmals gemeinsam mit den anderen Teams unterwegs: Lotus
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Das ließ sich Heikki Kovalainen nicht entgehen - obwohl er am ersten Test-Tag selbst gar nicht ans Steuer durfte
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Den Job übernahm vorerst Testfahrer Fairuz Fauzy aus Malaysia
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Auch das Sauber-Team war am Start: hier mit Stammfahrer Pedro de la Rosa
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Michael Schumacher testete den neuen Mercedes
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Boxenstopp unter Rennbedingungen: neue Nase für Schumis Silberpfeil
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Auf der Strecke: das direkte Duell mit mit Ex-Teamkollege Felipe Massa
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Der Brasilianer hatte später Probleme mit seinem Ferrari
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Er blieb auf der Strecke liegen und sorgte so für eine Unterbrechung
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Große Mühe gab sich die Scuderia bei der Verhüllung des neuen Heckflügels
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Probleme auch bei Rubens Barrichello. Der Williams-Pilot blieb mehrfach stehen
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Komplett verhüllt: Der ebenfalls gestrandete McLaren von Lewis Hamilton
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Hier die Boliden von Hamilton (l.) und Massa im direkten Vergleich
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Am ersten Testtag überragend: Sebastian Vettel im Red Bull
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Hier sein Bolide (l.) im Vergleich mit dem neuen McLaren (M.) und Schumachers Mercedes
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USF1 will Ausnahme-Regelung

Deutlich angespannter ist die Situation beim USF1-Team. Wie Teamchef Ken Anderson der "New York Times" verriet, verhandelt der US-Rennstall bereits mit der FIA über eine Ausnahme-Regelung. "Wir wollen herausfinden, wie viele Rennen wir verpassen können", sagte er. "Die FIA will uns definitiv helfen - und nicht einfach den Laden dichtmachen."

Demnach hofft er, die ersten vier Rennen auslassen zu dürfen und erst in Barcelona an den Start gehen zu können. "Das wäre der Idealfall", so Anderson. Schließlich verfügt das Team über einen Europa-Stützpunkt in Spanien. Nur mit der Extra-Zeit könne er die nötigen Sponsoren auftreiben und eine Teilnahme an der WM sicherstellen.

Teamchef dementiert Gerüchte

Das Concorde Agreement sieht allerdings maximal einen Ausfal bei drei Rennen vor. Außerdem würde die FIA das Verpassen mehrerer Rennen mit erheblichen Strafen belegen. Eine Entscheidung soll es laut Anderson noch am Wochenende geben.

Und eine schnelle Entscheidung ist auch dringend nötig. "Kommt sie nicht", erklärt Anderson, "dann verschiebt sich alles noch weiter. Nur wenn es bald passiert, sind wir auf Kurs."

Allerdings musste der Amerikaner auch einräumen, dass dem Team einige Geldgeber abgesprungen waren und man deshalb in finanzielle Nöte geraten war. Den Abgang von Haupt-Geldgeber Chad Hurley und Teammanager Peter Windsor wollte er allerdings nicht bestätigen.

Außerdem erklärte er, dass Jose Maria Lopez weiter als Fahrer unter Vertrag steht. Der Argentinier bringt angeblich rund acht Millionen Dollar an Sponsorengeldern mit und soll auch von Campos umworben werden.

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