Formel 1

Lügen, Knast und kurze Nächte

Von Alexander Mey
Michael Schumacher bei seinem einzigen Rennen im Jordan
© Getty

16 Jahre lang fuhr Michael Schumacher in der Formel 1, bevor er 2006 seine Karriere beendete. Bis jetzt: Denn am 14. März wird Schumi wieder in der Startaufstellung stehen - 19 Jahre nach seinem Debüt. SPOX zählt die Tage bis zum Comeback und erinnert im Countdown an die bisherigen 16 WM-Jahre des Michael Schumacher. Teil 1: 1991.

Team: 7UP Jordan und Benetton-Ford

WM-Platzierung: 13

WM-Punkte: 4

1991 war ein turbulentes Jahr im Leben das damals 22-jährigen Michael Schumacher. Bevor er ins Formel-1-Cockpit stieg, startete er in der Sportwagen-WM und der DTM für Mercedes und in der japanischen Formel 3000.

Zum Formel-1-Debüt beim Belgien-GP in Spa kam er dann durch eine Notlüge. Eddie Jordan suchte kurzfristig einen Ersatz für Bertrand Gachot, der wegen eines Angriffs auf einen Londoner Taxifahrer mit Reizgas zwei Monate lang ins Gefängnis musste.

Schumacher war zu haben und wurde außerdem von Mercedes und Peter Sauber, den beiden Eigentümern des Sportwagen-Teams, in Richtung Formel 1 gepusht. Jordan wollte allerdings unbedingt einen Fahrer, der die Strecke in den Ardennen gut kannte.

Streckenkunde auf dem Fahrrad

Klar kennt Michael den Kurs, schließlich kommt er ja aus Kerpen, das ist gar nicht weit weg. So versicherte es Schumis Manager Willi Weber damals dem Teamchef. Stimmte natürlich nicht, Schumi war noch nie in Spa gefahren.

Das holte er kurz vor dem geplanten ersten Renneinsatz hastig nach - auf dem Fahrrad. Am Rennwochenende selbst übernachteten Schumacher und Weber in einer Jugendherberge, um Geld zu sparen. Zu allem Überfluss war Schumi zu diesem Zeitpunkt auch noch krank und tat nachts kaum ein Auge zu.

Rennende nach wenigen hundert Metern

Trotzdem schlug er sich im Qualifying sensationell und stellte den unterlegenen Jordan mit der Nummer 32 auf den siebten Startplatz.

Am 25. August war es dann soweit. Schumacher ging in sein erstes Formel-1-Rennen. Und beendete es nach wenigen hundert Metern schon wieder. Getriebeschaden - das war's.

Schumi flüchete vor Jordan

Nicht nur für Spa, auch für die Blitzehe mit Jordan. Direkt nach dem Rennen begannen die Verhandlungen mit Benetton. Weber und Schumacher wussten, dass Jordan 1992 mit nicht konkurrenzfähigen Yamaha-Motoren antreten würde. Das hätte einen Karriereknick für Schumacher bedeutet.

Also nahm er die Chance bei Flavio Briatore wahr. "Obwohl es nicht gerade angenehm war, nach gerade mal 500 Metern mit einem Team, das dir die Möglichkeit zum Einstieg gegeben hatte, sofort zu wechseln. Aber damals war es das, was ich machen musste", sagt Schumacher auf seiner Homepage.

Klarer Sieger gegen F-1-Legende Piquet

Bei Benetton durfte er in Monza bei seinem ersten Rennen nicht nur erstmals durchs Ziel fahren. Er holte auch noch auf Anhieb zwei WM-Punkte und wies seinen Teamkollegen, den legendären Nelson Piquet, in die Schranken. In fünf Rennen mit Benetton verlor Schumacher nur einmal das Qualifying-Duell gegen Piquet.

In Monza gab es sogar noch ein Schmankerl. "Ich habe mir mit dem großen Ayrton Senna einen Zweikampf geliefert, weil der zu Beginn des Rennens einige Schwierigkeiten hatte, und ich konnte ihm folgen und ihn auch attackieren - wenn ich auch keinen Weg fand, an ihm vorbei zu fahren", erzählt Schumacher.

Es war nicht das letzte Duell mit einem der ganz Großen der Branche. Schumacher ärgerte in den folgenden Jahren so lange die Besten, bis er selbst der Beste wurde.

Mehr dazu in Teil 2 unserer Serie: 1992.

Testfahrten in Barcelona: Klares Lebenszeichen von Mercedes

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