Formel 1

McLaren und Mercedes vor Trennung

SID
Laut Medienberichten muss sich McLaren ab 2012 einen neuen Motoren-Lieferanten suchen
© Getty

Laut Medienberichten steht die Trennung von Mercedes und McLaren unmittelbar bevor. Demnach sollen beim Saisonfinale in Abu Dhabi die letzten Details entschieden werden. Zwei Jahre lang sollen die Engländer noch Werksmotoren bekommen, bevor Mercedes komplett bei Brawn einsteigt. Auch Sebastian Vettel könnte davon profitieren.

Der Stuttgarter Automobilkonzern Mercedes steht angeblich vor der Trennung von seinem längjährigen Formel-1-Partner McLaren, dafür schürt Mercedes-Sportchef Norbert Haug weiter die Hoffnung auf einen deutschen Fahrer in Diensten der Schwaben.

"Wenn wir die Möglichkeit haben, einen guten und fähigen deutschen Fahrer zu verpflichten, dann machen wir das", sagte Haug. Die Entscheidung über die Besetzung des zweiten Silberpfeil-Cockpits neben dem entthronten Weltmeister Lewis Hamilton falle jedoch "sicher erst nach Saisonende".

Mercedes-Ausstieg bei McLaren beschlossene Sache?

Dann könnte nach einem Bericht des Fachmagazins "Motorsport aktuell" der Ausstieg bei McLaren bereits beschlossen sein. Denn nach Meinung der Zeitung wollen Konzernchef Dieter Zetsche und weitere Führungsmitglieder der Schwaben am Wochenende am Rande des Großen Preises von Abu Dhabi mit den Briten die Modalitäten der Trennung festlegen, bevor man dann den Einstieg beim neuen Markenweltmeister Brawn vorantreibt.

Zurzeit hält Mercedes noch 40 Prozent am Rennteam McLaren. "Ich kann nur versichern, dass wir langfristig mit McLaren verbunden sind", sagte dazu Haug am Dienstag in einer Telefonkonferenz und meinte, es gebe viele Gerüchte und nicht spruchreife Dinge: "Es gibt keine Unterschrift. Alles andere sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren."

Abu Dhabi quasi Heimspiel für Daimler

Das Rennen in Abu Dhabi ist für den Daimler-Konzern eine Art weiteres Heimspiel, da das Wüstenemirat seit März dieses Jahres mit 9,1 Prozent größter Einzelanteilseigner ist.

Nach dem Bericht der Zeitung soll das wahrscheinlichste Szenario des Ausstiegs so aussehen: McLaren würde noch zwei weitere Jahre von Mercedes mit Motoren beliefert, weil der aktuelle Vertrag angeblich noch so lange laufe.

Für 2012, das letzte Jahr des aktuellen Motorenreglements der Königsklasse, müssten sich die Briten dann nach einem neuen Partner umschauen.

Von Sauber zu McLaren

Mercedes war 1995 als Motorenlieferant bei McLaren eingestiegen, nachdem man zuvor zwei Jahre lang Sauber unterstützt hatte. Den ersten gemeinsamen Sieg gab es allerdings erst beim Saisonauftakt 1997 durch David Coulthard in Australien.

Es folgten bislang 59 weitere Siege, drei WM-Titel bei den Fahrern (Mika Häkkinen 1998 und 1999, Lewis Hamilton 2008) sowie einer bei den Konstrukteuren (1998).

Vierter Motoren-Abnehmer 2010

In diesem Jahr beliefern die Stuttgarter neben McLaren und Brawn auch Force India mit Motoren. Für 2010 könnte noch ein viertes Team dazukommen. Sebastian Vettels Red-Bull-Team hat großes Interesse, bislang scheiterte eine Einigung jedoch am Veto von McLaren.

"Wir haben eine exklusive Vereinbarung mit McLaren. Wenn McLaren mit einem anderen Partner etwas machen will, müssen sie uns fragen. Wenn wir mit anderen etwas machen wollen, müssen wir mit McLaren reden", erklärte Haug dazu: "In diesem Zustand befinden wir uns jetzt."

Kovalainen nicht chancenlos

Mit Red Bull sei man in Gesprächen. "Da ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen", sagte der Mercedes-Sportchef. In der Fahrerfrage hat laut Haug zwar auch der aktuelle Fahrer Heikki Kovalainen noch eine Chance.

Spekuliert wurde zuletzt aber vor allem über eine Rückkehr seines bei Ferrari mit vielen Millionen abgefundenen Landsmanns Kimi Räikkönen. Nico Rosberg, der lange als Favorit für ein Silberpfeil-Cockpit war, sehen viele Experten jetzt eher künftig bei Brawn.

Haug lobt deutsches Trio

"Vielleicht entwickelt sich aber noch etwas zum Thema deutscher Fahrer", meinte Haug vielsagend und lobte Noch-Toyota-Pilot Timo Glock, BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld und Force-India-Pilot Adrian Sutil.

Dieses Trio hat derzeit noch kein sicheres Cockpit für 2010, Haug sieht aber für alle gute Chancen, in der Königsklasse zu bleiben.

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