Formel 1

Comeback einer Erfolgsgeschichte

Von Robert Seiwert
Alain Prost (l.) und Damon Hill fuhren im Jahr 1993 gemeinsam für Williams-Renault
© Getty

2010 könnte die Formel 1 das Comeback einer großen Erfolgsgeschichte erleben. Red Bull und Sebastian Vettel hadern mit dem aktuellen Motor - und wollen wechseln. Welches Team fährt in der kommenden Saison mit welchem Motor? Silly Season unter der Haube.

Erst wechselte Fernando Alonso zu Ferrari, dann Robert Kubica zu Renault.

Die Silly Season in der Formel 1 nimmt immer konkretere Formen an. In den kommenden Wochen werden noch einige Fahrer das Cockpit wechseln.

Nicht weniger interessant ist die Frage, auf welche Motoren die Teams in der Saison 2010 vertrauen.

Cosworth feiert Comeback

Mit dem Ausstieg von BMW aus der F1 fällt ein Motorenhersteller weg. Dafür feiert Cosworth sein Comeback.

Allerdings: Die Aggregate stammen noch aus Cosworths letztem F-1-Engagement 2006. Sie werden zwar runderneuert, können mit den aktuellen Motoren wohl nicht mithalten.

Motoren-Zwang für Neueinsteiger?

Es soll bereits beschlossen sein, dass Cosworth die Neueinsteiger mit Triebwerken ausstattet. BMW-Teamchef Mario Theissen will davon nichts wissen, doch Prodrive-Chef David Richards bestätigte gegenüber "Motorsport-Magazin.com": "Ich müsste einen Cosworth-Motor haben, wenn ich in der Formel-1-Weltmeisterschaft fahren wollte." So hatte es auch FIA-Präsident Max Mosley gefordert.

Sollten USF1, Campos, Lotus und Manor also wirklich 2010 an den Start gehen, bleibt ihnen wohl nichts anderes übrig, als auf Cosworth zu vertrauen.

Saubers Zukunft unter der Haube scheint bereits geklärt. Theissen bestätigte, dass das Team fortan unter dem Namen Sauber-Ferrari startet.

Rückkehr einer Erfolgsgeschichte?

Sicher ist auch, dass Williams in der kommenden Saison nicht mehr mit Toyota-Triebwerken fahren wird. Das Vertragsende bestätigten beide Parteien.

Stattdessen läuft alles auf ein wohlbekanntes Comeback hinaus: Nachdem der Kubica-Deal Renaults Verbleib in der Königsklasse quasi sichergestellt hat, könnten die Franzosen als neuer Motorenlieferant auftreten.

Williams-Renault dominierte die Formel 1

Dass diese Kombination erfolgreich sein kann, zeigt die Vergangenheit. In den 90er Jahren dominierte Williams-Renault zeitweise die Formel 1 und gewann fünf Mal die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996) und Jaques Villeneuve (1997) sicherten sich in einem Williams-Renault den WM-Titel.

Laut Teamchef Frank Williams sei ein Comeback dieser Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr "absolut möglich".

Red Bull will neues Triebwerk

Während man bei Williams an die Erfolge vergangener Tage denkt, steht bei Red Bull ein Motorenwechsel zur Debatte. Trotz der starken Performance von Sebastian Vettel ist man mit dem derzeitigen Renault-Triebwerk nicht vollkommen zufrieden.

Zahlreiche Motorenprobleme über die Saison verteilt kosten Vettel wohl den WM-Titel. Deshalb erwägt man einen Wechsel zu Mercedes, deren Achtzylinder derzeit als die zuverlässigsten in der Formel 1 gelten.

Horner: "Alle Optionen offen halten"

"Renault war in den vergangenen Jahren ein sehr guter Motorenpartner, aber wir müssen uns alle Optionen offenhalten", erklärte RB-Teamchef Christian Horner.

Das Problem: Mercedes beliefert in dieser Saison bereits McLaren, Brawn und Force India mit Triebwerken. Für einen vierten Partner bräuchte der deutsche Hersteller eine Sondergenehmigung der FIA - wie schon in dieser Saison.

Noch mehr Konkurrenz für McLaren

"Wir können maximal vier Teams beliefern", erklärte Norbert Haug schon vor geraumer Zeit. Mit BrawnGP und Red Bull würde Mercedes im nächsten Jahr die beiden Überflieger-Teams der aktuellen Saison austatten - also stünde dem bisherigen Partner McLaren noch größere Konkurrenz ins Haus.

Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass sich Mercedes von den Engländern abwendet und in drei Jahren das Brawn-Team übernehmen möchte.

Regeländerung sorgt bei Ferrari für Probleme

Bei Ferrari und seinen Kunden wird es in der kommenden Saison - abgesehen von Sauber als neuem Motoren-Abnehmer - wie gewohnt weiterlaufen. Allerdings könnte eine wichtige Regeländerung Probleme verursachen.

Ab 2010 darf bei Boxenstopps nicht mehr nachgetankt werden. Der Ferrari-Motor gilt im Vergleich zum Mercedes-Pendant als durstig. Die Scuderia wird und muss sich Gedanken machen, wie man auf dieses Dilemma reagieren will.

Ansonsten bahnt sich in der kommenden Saison ein permanentes Monza-Szenario an, als in der Startaufstellung sechs der ersten sieben Piloten von Mercedes-Motoren befeuert wurden.

Und Williams-Renault ist dann ja auch wieder da.

Robert Kubica wechselt zu Renault

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