Formel 1

"Ein Spaziergang auf Treibsand"

Von Jan-Hendrik Böhmer
Virgin-Boss Richard Branson könnte schon bald das Manor-Team unterstützen
© Getty

Der Streit um das Reglement für die Saison 2010 geht weiter. Leidtragender: Die neuen Teams. Denn können und wollen sich USF1, Campos und Manor GP den Einstieg ohne die versprochenen Erleichterungen überhaupt noch leisten? Schließlich hatten sie mit diversen Zuschüssen (etwa bei den Reisekosten) und Reglements-Vorteilen (etwa bei den Motoren) geplant, wenn sie sich an die 45-Millionen-Begrenzung halten.

"Ich habe absolut keine Ahnung wo wir stehen", sagt Manor-Teamchef John Booth dem britischen Fachmagazin "Autosport". "Jedes mal wenn wir denken, wir haben alles geklärt, ändert sich wieder alles. Es ist wie ein Spaziergang auf Treibsand."

Da ist die Frage berechtigt, ob er sich denn auch für die Formel 1 eingeschrieben hätte, wenn er gewusst hätte, dass es doch keine Budget-Obergrenze geben wird? Die Antwort: "Ganz ehrlich - ich weiß es nicht", so Booth. "Denn das macht alles viel schwieriger."

Alles hängt am Concorde-Agreement

Und das nicht nur, was die Finanzen betrifft. "Ich denke das bekommen wir das gerade so hin", erklärt Booth. "Die Frage ist nur, welche Ziele wir uns in den ersten beiden Jahren stecken." Denn mit dem Wegfallen des Budget-Limits entfallen auch die ursprünglich in Aussicht gestellten Reglements-Vorteile für Neueinsteiger.

Und ein Einstieg als chancenloser Hinterbänkler schreckt viele ab.

Entscheidend ist demnach, wie die neuen Regeln aussehen. "Erst wenn wir das Concorde-Agreement sehen, wenn es jemals unterschreiben wird, können wir uns äußern", so Booth. Bis dahin könne er nicht einmal sagen, wo sein Team mit den Planungen für 2010 steht.

Anglet sich Manor Virgin?

Doch offenbar hat der Brite bereits für die steigenden Kosten vorgesorgt. Um auf jeden Fall konkurrenzfähig sein zu können, sieht sich Manor bereits nach Sponsoren um. Ganz oben auf der Liste steht dabei offenbar der aktuelle Brawn-GP-Geldgeber Virgin.

Hintergrund: Virgin-Boss Richard Branson wird sein Engagement beim WM-Leader zu teuer. "Im nächsten Jahr wird der Preis astronomisch sein", sagte Branson dem Radiosender "BBC Five Live". "Deswegen werden wir uns wohl nach einem kleineren Team umsehen müssen."

Und angeblich hat er bereits ein Abkommen mit Manor unterzeichnet, wonach er das Team in Virgin umbenennen darf. Ähnliches hatte Branson für Brawn geplant. Doch: "Deren Wert ist von fast null auf über 50 Millionen Pfund pro Jahr gestiegen", so Branson.

Grand-Prix-Rechner Wer kann Brawn noch stoppen?

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