Formel 1

Weltmeister will in die F1 zurück

Von Alexander Mey
Nelson Piquet wurde 1981 und 1983 Weltmeister für das Brabham-Team
© Getty

Das muntere Teamraten im Rahmen der Einschreibung für die Saison 2010 geht weiter. Nach den zehn bestehenden Teams um Ferrari, McLaren-Mercedes und Co. sowie fünf neuen Rennställen um Prodrive, Lola stehen auch zwei große Namen der Vergangenheit auf der Liste: Brabham und March.

Brabham und March sind zwei klangvolle Namen aus der Vergangenheit der Formel 1. Die Älteren werden sich erinnern, heißt es bei solchen Gelegenheiten gerne. In diesem Fall werden sie sich an insgesamt 591 Renneinsätze, 38 Siege und vier WM-Titel erinnern.

Besonders Brabham glänzte in den 60er, 70er und 80er Jahren. Nach Titeln durch Namensgeber Jack Brabham (1966), Denny Hulme (1967) und Nelson Piquet (1981, 1983) war allerdings 1992 Schluss mit der Formel 1.

Deutscher Unternehmer will Brabham wiederbeleben

Bis jetzt. Denn Brabham hat sich unter der Führung des deutschen Unternehmers Franz Hilmer für die Saison 2010 eingetragen und sich somit offiziell für einen Startplatz beworben. Das bestätigte Hilmer in einem offiziellen Statement.

Er setzt bei seinem Projekt, das unter dem Namen Brabham Grand Prix Ltd. bereits ins englische Handelsregister eingetragen ist, auf die Konkursmasse von Super Aguri, die er mit seiner Firma Formtech aufgekaut hat. Firmenanlagen im englischen Leafield, Windkanal-Modelle des alten Super-Aguri-Autos und das Know-How des ehemaligen Aguri-Technikchefs Mark Presten sollen gute Voraussetzungen für den Einstieg garantieren.

"Wir haben in unserer Firma das Wissen und das Material, ein Formel-1-Auto zu bauen", betonte Hilmer. Geldgeber seien bereits an ihn herangetreten.

Helfen werden Brabham neben dem großen Namen sicher auch die guten Beziehungen nach ganz oben. Denn immerhin war Formel-1-Boss Bernie Ecclestone 14 Jahre lang Teamchef von Brabham, bevor er das Management der Formel 1 übernahm.

March kann auf Mosley-Bonus hoffen

Sogar noch bessere Beziehungen nach ganz oben kann March vorweisen. Immerhin wurde das Team Ende der 60er Jahre von keinem Geringeren mitbegründet als dem heutigen FIA-Boss Max Mosley. Und der ist schließlich hauptverantwortlich für die Vergabe der Startplätze für 2010.

March schied wie Brabham 1992 aus der Formel 1 aus, will nun aber nach "Autosport"-Informationen dank der Budgetgrenze einen neuen Anlauf wagen.

Lange Liste an Kandidaten

Damit werden es immer mehr Rennställe, die 2010 gerne als Neuling starten würden. Brabham, March, Prodrive, Lola, USGPE, Campos, Epsilon Euskadi, Superfund und Litespeed warden als Kandidaten gehandelt.

Wen die FIA zulassen wird, entscheidet sich am 12. Juni. Dann wird hoffentlich auch klar, ob Max Mosley die Einschreibungen der rebellierenden etablierten Teams akzeptiert, die sich wegen des Streits um ein Budgetlimit nur unter bestimmten Bedingungen angemeldet hatten.

Mosley droht etablierten Teams erneut

Dazu sagte Mosley "Motorsport aktuell": "Die Vorschläge sind in Teilen unrealistisch. Es scheint ziemlich offensichtlich, dass sie versuchen wollten, die Einschreibefrist so lange hinauszuzögern, dass es zu spät für neue Teams wird."

Schließlich brauchen neue Teams so früh wie möglich Klarheit, um ein konkurrenzfähiges Paket auf die Beine zu stellen.

Um das zu gewährleisten, schreckt Mosley auch weiterhin nicht davor zurück, Ferrari und Co. am 12. Juni erneut vor den Kopf zu stoßen und das Feld nur mit neuen Teams zu bestücken. "Ich weiß es noch nicht. Ich glaube, wir stehen mit den neuen Teams ganz gut da. Am 12. Juni werden wir alles verkünden."

Überraschungen wahrscheinlich.

So steht's in der WM

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