Untergangsstimmung in Italien

SID
Mittwoch, 13.05.2009 | 11:45 Uhr
Ferrari droht mit einem Ausstieg aus der Formel 1
© Getty

Nach dem von Ferrari angedrohten Ausstieg aus der Formel 1 überbieten sich die italienischen Medien mit Spekulationen und Negativ-Schlagzeilen.

Die italienischen Medien haben mit Untergangsstimmung und heftigen Spekulationen auf die Ausstiegsdrohung von Ferrari aus der Formel 1 reagiert. "Ciao F1", schrieb der Corriere dello Sport, "Ferrari sagt basta!, meinte Tuttosport, "Adieu Formel 1!", titelte La Repubblica.

FIA reagiert gelassen auf Ferrari-Drohung

Wegen des für sie offenbar nahezu feststehenden Ausstiegs mutmaßen die Medien bereits über mögliche Klagen oder alternative Serien, in denen Ferrari künftig an den Start gehen könnte.

"Ferrari könnte Klage einreichen"

"Ferrari könnte sogar Klage gegen die FIA wegen Verletzung der Abkommen einreichen", meinte die "Gazzetta dello Sport", und der "Corriere della Sera" vermutete: "Sollte Ferrari auf die Formel 1 verzichten, wird der Rennstall Scharen von Rechtsanwälten gegen die FIA und ihren Präsidenten einsetzen. Ferrari ist bereit, auf Schadenersatz zu klagen."

Als mögliche Alternativen nennt die "Gazzetta" die 24 Stunden von Le Mans oder die Variante, dass Ferrari "mit anderen großen Teams eine alternative WM aufbaut, in der jeder Rennstall drei Piloten einsetzt". Möglicher dritter Ferrari-Fahrer wäre demnach der achtmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi. Die Pressestimmen aus Italien:

Gazzetta dello Sport: "Ferrari-Schock! Ferrari droht mit dem Austritt aus der Formel 1 und denkt schon an eine alternative Weltmeisterschaft. Nach Ferraris Revolte kann Max Mosley jetzt nicht mehr stur auf seiner Position beharren. Er muss entscheiden, ob er eine Weltmeisterschaft aus kleinen Teams haben oder ob er mit großen Kolossen weitermachen will, die nicht mit Rennställen zweiter Klasse konkurrieren wollen."

"Eine Spaltung hätte verheerende Folgen, weil der Grundwert der Formel 1 zusammenbrechen würde. Ecclestone könnte für die TV-Übertragungsrechte nicht mehr die jetzigen Summen erhalten. Ferrari könnte sogar Klage gegen die FIA wegen Verletzung der Abkommen einreichen."

"Ferrari sucht jetzt nach neuen Wegen. Maranello könnte zu den 24 Stunden von Le Mans zurückkehren und mit Audi und Peugeot konkurrieren. Ferrari könnte außerdem mit anderen großen Teams eine alternative WM aufbauen, in der jeder Rennstall drei Piloten einsetzt. Ferrari könnte als dritten Pilot Valentino Rossi einsetzen, der desöfteren in Maranello die Formel 1-Autos getestet hat".

Corriere dello Sport: "Ciao F1! Eklatantes Ultimatum. Ferrari geht. Ferrari lässt die Formel-1-Welt zittern. Montezemolo will auf eine alternative Weltmeisterschaft setzen. Ferraris Schachzug ist der bisher verheerendste in dieser spannenden Partie. Er droht die Formel 1 zu vernichten. Ferrari stehen jetzt zumindest drei Möglichkeiten offen: Die US-Serien, die Rennen a la Le Mans. Und eine neue Meisterschaft, die direkt von den Autobauern organisiert wird."

Tuttosport: "Ferrari sagt basta! Der Regelkrieg führt zu einer Schock-Ankündigung. Die Scuderia will die Formel 1 verlassen. Jetzt wartet Ferrari auf die Reaktion der anderen unter dem FOTA-Schirm versammelten Teams. Eine Formel 1 ohne Ferrari wäre wie eine Fußball-WM ohne Brasilien oder Paris ohne den Eiffelturm. Und Ferrari weiß das genau. Ferrari ist der einzige Rennstall, der an allen 60 Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Die Formel 1 ist Ferrari."

Corriere della Sera: "Ferrari bereitet sich auf die Scheidung von der Formel 1 vor. Und es wird keine schmerzlose Trennung sein. Sollte Ferrari auf die Formel 1 verzichten, wird der Rennstall Scharen von Rechtsanwälten gegen die FIA und ihren Präsidenten einsetzen. Ferrari ist bereit, auf Schadenersatz zu klagen. Max Mosley hat die Formel 1 auf den Kopf gestellt und die Abkommen verletzt, die die FIA mit Ferrari abgeschlossen hatte."

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