Formel 1

Ferrari-Duo startet durch

Von Alexander Mey
Jenson Button (M.) stellte in Monaco Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in den Schatten
© spox

Jenson Button war auch in Monaco wieder Mister Perfect und bot keinen Grund, ihn nicht wieder auf Platz 1 des Driver-Rankings zu setzen. Dahinter trumpfte aber das Ferrari-Duo Kimi Räikkönen/Felipe Massa auf. Aus deutscher Sicht überzeugte einzig Nico Rosberg. Sebastian Vettel wurde nach seinem Fehler Letzter. Zwei Neulinge haben es in die Punkte geschafft.

Meine Wertung für den Monaco-GP:

Jetzt nachlesen: Das Driver-Ranking zum Spanien-GP

Platz 1, Jenson Button: Ich würde gerne mal etwas Neues schreiben, allein schon wegen der Spannung. Aber da ich in meinem Ranking natürlich fair urteilen will, bleibt mir keine Wahl, als schon wieder Jenson Button auf Position eins zu setzen. Er macht in seiner momentanen Situation einfach alles richtig. Die entscheidende Quali-Runde zur Pole-Position war perfekt. Im Rennen hat er den Start gewonnen und danach 78 Runden lang nicht den geringsten Fehler gemacht. Button ist meiner Meinung nach ein sehr guter, aber nicht der beste Fahrer der Formel 1. Aber er holt in der aktuellen Situation aus dem besten Auto schlicht und ergreifend das absolute Optimum heraus.

Platz 2, Kimi Räikkönen: Ganz starkes Wochenende des Iceman. Besonders die schnellste Zeit des Wochenendes in der zweiten Quali-Session war sehr beeindruckend. Im Rennen hat er sich nach leichten Problemen am Start und in den ersten Runden sehr schnell berappelt und ist danach ausgezeichnete Rundenzeiten gefahren. Er konnte jederzeit mit Rubens Barrichello im überlegenen Brawn-Mercedes mithalten.

Platz 3, Felipe Massa: Für den Brasilianer gilt das gleiche wie für Räikkönen. Tolle Rundenzeiten im Rennen, hat das Potenzial des verbesserten Ferrari voll ausgeschöpft. Nur im Qualifying hat Massa keine so optimale Runde hinbekommen wie Teamkollege Räikkönen. Zudem hatte er Glück, dass er bei seinem Dreher in der ersten Quali-Session nicht schon alle Chancen weggeworfen hat. Dass er im Rennen von Rosberg überrumpelt wurde, werfe ich ihm nicht vor. Das war einfach verdammt mutig gemacht von Rosberg.

Platz 4, Nico Rosberg: Womit ich auch schon bei Nico Rosberg bin. Er war im Training wie immer sehr stark und hat im Rennen für mich das Manöver des Wochenendes gezeigt. Sich in Monaco so knapp an Massa vorbeizuquetschen, ist verdammt mutig. Klar hätte das auch leicht in die Hose gehen können, aber wenn es gut geht, ist man als Fahrer eben der Held - so wie Rosberg in diesem Fall. Dass er im Rennen nicht über Platz sechs hinauskam, war der falschen Taktik geschuldet, einen extrem langen zweiten Stint zu fahren. Das hat Rosberg nach dem Rennen selbst zugegeben.

Platz 5, Rubens Barrichello: Rennen für Rennen schafft es Barrichello einfach nicht, mich zu überzeugen, da hilft ihm auch der zweite Platz nicht weiter. Diesmal war er im Training und in den ersten beiden Quali-Sessions sehr stark, und ich habe wirklich gedacht, dass es sein Wochenende werden könnte. Aber dann? In der entscheidenden Quali-Runde hat er sich von Button und Räikkönen abkochen lassen. Im Rennen ist er zu Beginn offenbar zu hart gefahren, so dass er starke Probleme mit den weichen Hinterreifen bekam. Folge: Er konnte wieder einmal trotz des gleichen Materials nicht annähernd mit Teamkollege Button mithalten. Irgendwann hat das nichts mehr mit Pech zu tun.

 

Platz 6, Giancarlo Fisichella: So unauffällig die bisherige Saison des Italieners war, so stark trumpfte er im unterlegenen Force India in Monaco auf. Schon Startplatz 13 im Qualifying war sehr gut. Er hat die Schwäche von großen Teams wie Toyota und BMW-Sauber perfekt ausgenutzt. Im Rennen war er wieder stark und hat sich mit Bourdais im stärkeren Toro Rosso um den letzten Punkt duelliert. Schade, dass es für ihn nicht gereicht hat, er hätte einen WM-Punkt verdient gehabt.

Platz 7, Mark Webber: Webbers Wochenende lässt sich mit einem Wort beschreiben: solide. Im Gegensatz zu Sebastian Vettel kam Webber fehlerfrei durch den Monaco-GP und arbeitete sich vom achten Startplatz gut nach vorne. Im Qualifying hätte man ihn vielleicht vor Kovalainen und Rosberg erwarten können, aber letztlich hat er beide ja im Rennen geknackt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass er in einem Red Bull die beiden Ferrari ernsthafter hätte gefährden müssen.

Platz 8, Sebastien Bourdais: Der Franzose hat zwar nicht so geglänzt wie ein Fisichella, aber er hat den entscheidenden Start gegen den Italiener gewonnen und somit am Ende etwas Zählbares nach Hause gefahren. Ich glaube noch nicht, dass Bourdais nach dieser Leistung über den Berg ist, dazu war Teamkollege Sebastien Buemi im Qualifying noch zu überlegen, aber der WM-Punkt und die fehlerfreie Fahrt sollten ihm endlich mal wieder etwas Selbstvertrauen geben.

Härtefall 1, Die Crash-Piloten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel: Kurz ein Wort zu der Tatsache, dass Hamilton trotz des gleichen Fehlers wie Vettel im Ranking deutlich weiter vorne steht. Hamilton hat es im Rennen immerhin noch geschafft, sich von ganz hinten auf Platz zwölf nach vorne zu arbeiten, und somit gezeigt, dass er es eigentlich kann. Vettel hat sich diese Gelegenheit durch den Fahrfehler im Rennen selbst genommen - und zwar zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Derartige Fehler darf er sich im WM-Kampf gegen einen fehlerlosen Button nicht erlauben.

Härtefall 2, Fernando Alonso: Ihn nenne ich an dieser Stelle, weil ich ihm gerne ein paar Punkte gegeben hätte, wären die ersten acht Plätze nicht schon vergeben gewesen. Er hat in Monaco zwar niemanden geschlagen, den er nicht hätte schlagen müssen, aber man sieht bei ihm einfach in jedem Rennen, was für ein außergewöhnlicher Fahrer er ist. Der Renault läuft wirklich nicht toll, aber Alonso hamstert trotzdem immer wieder Punkte.

Jetzt vergleichen: So sieht das Driver-Ranking der mySPOX-User aus

Meine Punkte für Monaco im Überblick:

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