Formel 1

"Aushängeschild der nächsten Generation"

Von Alexander Mey
Danica Patrick ist noch nie ein Formel-1-Auto gefahren
© Getty

Am Dienstag hat sich das US-amerikanische Formel-1-Projekt USF1 offiziell vorgestellt. Die Teamchefs Ken Anderson und Peter Windsor nutzten den Auftritt, um zu beteuern, dass sie es mit dem Einstieg zur Saison 2010 wirklich ernst meinen. Die Fahrerfrage ließen sie offen, Interesse an US-Rennamazone Danica Patrick besteht aber weiterhin.

Ken Anderson und Peter Windsor haben es nicht leicht. Seitdem bekannt wurde, dass die beiden planen, 2010 mit einem neuen amerikanischen Formel-1-Team an den Start zu gehen, schlägt ihnen eine Welle der Skepsis entgegen.

So richtig ernsthaft glauben nach wie vor nur wenige an die Realisierung des Projekts. Folge: Anderson und Windsor müssen sich regelmäßig rechtfertigen. Das war auch bei der Präsentation wieder so.

"Wir sind zwei Kerle, die sagen können, dass wir ein Formel-1-Team betreiben wollen, weil wir das nötige Kapital haben", sagte Windsor. Das Budget in Höhe von geschätzten 62 Millionen Dollar soll bereits stehen.

Ecclestone und FIA sind begeistert

Zudem versichern die Teamchefs, die volle Unterstützung von Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Max Mosley zu haben.

"Wir haben Bernie Ecclestone beim Brasilien-GP 2006 zum ersten Mal von unseren Plänen erzählt und er hat gesagt: 'Großartig, macht das'", sagte Windsor. "Seitdem ist er mit uns in Kontakt geblieben und hat uns geholfen, wo es ging."

Und Mosley? "Die FIA hat vor fünf oder sechs Monaten im Detail davon erfahren und die Art und Weise, wie wir das Projekt aufziehen wollten, sofort akzeptiert", sagte Windsor. "Und zwar als Aushängeschild dafür, wie die Formel 1 in die nächste Generation gehen sollte."

Skepsis bleibt groß

Solide Finanzierung, Unterstützung von höchster Stelle, seriöses Konzept - hört sich alles eigentlich sehr gut an.

Dennoch ist auch nach der offiziellen Präsentation die Zahl der Skeptiker groß. "Anderson hat viele Dinge probiert, aber es hat leider niemals richtig geklappt", zitiert das Fachmagazin "Motorsport aktuell" US-Motorsport-Insider Alwin Springer, der zwischen 1997 und 2004 US-Rennleiter bei Porsche gewesen ist.

Dazu passt, dass es weder in der Motoren- noch in der Fahrerfrage bisher konkrete Vorstellungen gibt. Man sei offen für alle Motorenhersteller, für die der US-Markt von Bedeutung ist, heißt es von USF1. Das betrifft bis auf Renault alle Hersteller.

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Interesse an Patrick und Andretti

Nicht ganz so offen ist man in der Fahrerfrage. Es sollen auf jeden Fall Amerikaner ans Steuer. Marco Andretti, der Enkel von Weltmeister Mario Andretti, ist ein heißer Kandidat. Dazu kommen Namen wie Scott Speed, Graham Rahal - und natürlich Danica Patrick.

Würde es USF1 gelingen, mit Patrick am Steuer im Starterfeld eines Formel-1-Rennens zu stehen, hätten sich alle Vermarktungsträume von Bernie Ecclestone erfüllt. Er würde den US-Markt erobern und mit einer Frau im Cockpit gleichzeitig neue Zuschauergruppen für die Formel 1 erschließen.

Patrick: "Interesse ist schmeichelhaft"

Ecclestone wünscht sich schon seit vielen Jahren eine Frau in der Königsklasse, jetzt könnte USF1 es möglich machen. Vorausgesetzt, sie fragen endlich einmal bei Patrick an. Das haben sie nämlich noch nicht getan.

"So etwas beginnt normalerweise mit einem Anruf, aber ich habe noch nichts von diesen Leuten gehört", sagte Patrick, gab aber zu: "Das Interesse an mir ist sehr schmeichelhaft. Vielleicht melden sie sich ja noch."

Hört sich an, als könnte sich ein Anruf bei Patrick durchaus lohnen. "Sie steht auf jeden Fall auf der Liste", sagte Windsor.

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