Formel 1

Ferrari hat die Nase vorn

Von Jan-Hendrik Böhmer
Bei den Testfahrten in Bahrain hatte Ferrari trotz einiger Defekte meist die Nase vorn
© Getty

In fünf Wochen startet in Melbourne die Saison 2009. Nur zwei Testwochen bleiben den Teams bis dahin noch. Eigentlich höchste Zeit für einen Favoriten-Check. Doch bisher lässt sich kaum ausmachen, wer am Ende die Nase vorn haben wird.

Ein Grund dafür: die Slicks. Denn mit den profillosen Einheits-Pneus konnten die Teams auf den sehr unterschiedlichen Strecken in Jerez und Bahrain bisher kaum vergleichbare Resultate produzieren. Zu abhängig ist man von Wetter- und Streckenbedingungen.

So waren in Jerez die am Nachmittag fahrenden Nico Rosberg im Williams und Mark Webber im eigentlich starken Red Bull am letzten Testtag satte 1,5 Sekunden langsamer als Lewis Hamilton und Fernando Alonso, die früher ihre Bestzeiten fuhren.

Slicks verhindern direkten Vergleich

"Wenn du mit gebrauchten Reifen ein zweites Mal auf die Strecke gehst, hast du nie wieder den Grip, den du beim ersten Versuch gespürt hast", erklärte Red-Bull-Racing-Pilot Sebastian Vettel nach dem letzten Testtag gegenüber "Auto Motor und Sport".

Auch ein Vergleich mit den in Bahrain testenden Teams Ferrari, Toyota und BMW sei daher kaum möglich. "An den Rundenzeiten in Bahrain sieht man, dass die schnellsten Zeiten in der zweiten oder dritten Runde oder am Ende eines Longruns gefahren wurden, wenn der Spritfaktor den Reifenverschleiß kompensiert hat", so Vettel. "In Jerez ist das nicht möglich."

Ferrari hat die Nase vorn - oder nicht?

Einige generelle Tendenzen lassen sich dennoch erkennen. So scheint Ferrari in Bahrain leicht die Nase vorn gehabt zu haben. Und das trotz der immer wiederkehrenden technischen Probleme mit KERS und der Fahrzeug-Elektronik. Dicht dahinter: BMW-Sauber.

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Insgesamt blieb Kimi Räikkönen als Schnellster der testenden Piloten gut zwei Sekunden über dem bisherigen Streckenrekord von Felipe Massa im gedrosselten F2004 zurück.

Zum Vergleich: Jerez-Spitzenreiter Lewis Hamilton war bei seiner schnellsten Runde ebenfalls knapp zwei Sekunden langsamer als Sebastien Bourdais im 2008er Toro Rosso. Die Top-Teams scheinen vor den letzten Testwochen also in etwa auf Augenhöhe zu sein.

"BMW und Renault im Titelkampf"

Doch wer bei vergleichbaren Bedingungen tatsächlich am schnellsten ist, ist selbst für die Beteiligten schwer zu sagen. Er rechne "mehr denn je" damit, dass die Teams eng beieinander liegen, sagte etwa Ferrari-Testfahrer Marc Gene der spanischen Sportzeitung "AS". "Neben Ferrari und McLaren sehe ich auch BMW und Renault im Titelkampf."

Doch auch Red Bull Racing könnte sich nach Meinung einiger Experten als dritte Kraft etablieren. "Red Bull ist mein Geheimtipp für Platz drei in der Konstrukteurs-WM", sagt etwa Gerhard Berger. Und Sebastian Vettel und Co. war mit dem RB5 auch auf Anhieb schnell.

Renault hofft hingegen, die Probleme vom Beginn der Testfahrten bis zum Saisonstart abstellen zu können. Ob ihnen das gelingt, wird sich bei den letzten Tests vom 1. bis 4. März in Jerez und vom 9. bis 12. März in Barcelona zeigen. Dann sollte es beim direkten Vergleich der Teams auch aussagekräftige Ergebnisse geben.

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