
Gründe für Heidfelds neuen Vertrag
Klein, leicht, stark
Nick Heidfeld fährt auch im kommenden Jahr für BMW-Sauber. Dass es darüber nach Monaten der Ungewissheit keine Diskussionen mehr gibt, dafür hat Teamchef Mario Theissen mit der Bekanntgabe der Fahrerpaarung gesorgt. Die Diskussionen über die Richtigkeit dieser Entscheidung bleiben jedoch.
Ist "Quick Nick" schnell genug, um den Ansprüchen des Teams gerecht zu werden? Immerhin soll der WM-Titel her, am besten schon 2009, spätestens aber 2010.
Er sagt: "Das Ziel für nächstes Jahr ist, um den WM-Titel zu kämpfen. Da will ich dabei sein." Natürlich sagt er das, alles andere wäre auch keine Empfehlung für eine Weiterbeschäftigung gewesen.
Theissen begründet seine Entscheidung pro Heidfeld mit der enormen Leistungssteigerung in den letzten Rennen. "Wir haben in den zurückliegenden Rennen sehr gute Fortschritte gesehen und daraufhin die Entscheidung jetzt zeitnah zum Wochenende hin getroffen."
Rosberg wurde gehandelt
Doch das allein kann es nicht gewesen sein. Ein Punkt, der Heidfeld höchstwahrscheinlich in die Karten gespielt hat, ist, dass sich letztlich kein stärkerer Fahrer aufgedrängt hat.
In der ersten Saisonhälfte war Nico Rosberg bei den Weiß-Blauen ein ernsthaftes Thema, bis Frank Williams auf den Tisch gehauen und frühzeitig verkündet hat, dass Rosberg 2009 auf jeden Fall in seinem Team bleibt.
Theissen schweigt zu Alonso-Verhandlungen
Und dann geisterte natürlich der Name Fernando Alonso durch das Fahrerlager. Dass es zwischen beiden Parteien Gespräche gab, ist ein offenes Geheimnis, spätestens nach Alonsos Bekenntnissen zu Renault nach seinem Sieg in Singapur war aber abzusehen, dass diese Gespräche offenbar gescheitert sind.
Vielleicht am Geld, vielleicht an der Vertragslaufzeit, vielleicht aber auch an der zweifelhaften Vorgeschichte des Spaniers. "Das könnte man vermuten, kann ich aber nicht bestätigen", sagte Theissen kryptisch.
Guter Entwickler ist gefragt
Was wäre eigentlich, wenn die Entscheidung pro Heidfeld schlicht und ergreifend sportlich der richtige Schritt wäre?
Sicher, Heidfeld hat nicht den Stellenwert eines Alonso oder eines Hamilton, aber trotzdem könnten seine Qualitäten genau die sein, die man 2009 braucht.
Die Regeln werden komplett umgekrempelt, die Aerodynamik wird stark beschnitten, der Hybridantrieb wird eingeführt, die Slicks kommen zurück.
Bei so vielen Neuerungen kann ein erfahrener Pilot, der dazu noch ein anerkannt guter Fahrzeug-Entwickler ist, nicht schaden.
Klein und leicht
"Ein Fahrer mit viel Erfahrung kann das Team bei einer Reglementsumstellung sicher viel schneller nach vorne bringen als ein junger Fahrer", sagte der erfahrene Honda-Testpilot Alexander Wurz bereits vor Heidfelds Vertragsverlängerung.
Ach ja, und auf die Größe kommt es auch an. "Nick ist ein kleiner und leichter Fahrer. Das sollte für das nächstjährige Reglement ein Vorteil sein", erklärte Wurz die Tatsache, dass es wegen des relativ schweren und Platz raubenden Hybridantriebs bei der Konstruktion der Autos auf jeden Zentimeter und jedes Gramm ankommen wird.
1,64 Meter und 59 Kilogramm. Das sind die Daten, mit denen Heidfeld wuchern kann. Das allein wird aber sicher nicht reichen, um das Vertrauen von BMW-Sauber zu rechtfertigen.
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