Samstag, 19.07.2008

Markus Winkelhock exklusiv

Drehbücher und Playboy-Bunnys

München - Beim ersten Formel-1-Rennen gleich in Führung: So erging es Markus Winkelhock im vergangenen Jahr auf dem Nürburgring.

Markus Winkelhock, DTM, Formel 1, Playboy-Bunnys
© xpb

In der zweiten Rennrunde setzte sich der Sohn des 1985 tödlich verunglückten Rennfahrers Manfred Winkelhock im Spyker bei einsetzendem Regen an die Spitze. Er war aus der Boxengasse gestartet und hatte als einziger Pilot im Feld Regenreifen aufgezogen. Sechs Runden lang behielt er die Führung. Am Ende schied er wegen eines technischen Defekts aus. Bis heute blieb es das einzige F-1-Rennen seine Karriere, jetzt fährt der 28-Jährige in der DTM.

Im Interview mit SPOX.com spricht Markus Winkelhock über seine Erinnerungen an das vergangene Jahr, seine DTM-Karriere und Playboy-Bunnys.

  

SPOX: Es ist wieder einmal Formel 1 in Deutschland, diesmal sind Sie aber nicht dabei. Traurig?

Markus Winkelhock: Nein, nicht wirklich. Ich bin mit meiner Situation so zufrieden, wie sie ist. Auf das Rennen und die Erfahrungen, die ich in der Formel 1 gemacht habe, schaue ich natürlich gerne zurück, aber als Audi-Fahrer in der DTM bin ich jetzt glücklicher als ich es im letzten Jahr in der Formel 1 war. Wehmut gibt es daher überhaupt keine.

SPOX: Werden Sie sich das Rennen ansehen?

Winkelhock: Auf jeden Fall. Entweder vor dem Fernseher oder vor Ort. Das ist noch nicht sicher.

SPOX: Welche Erinnerungen haben Sie an das Rennen auf dem Nürburgring 2007?

Winkelhock: Nur gute. Das Timing war damals natürlich perfekt, da ich mein erstes Rennen gleich in Deutschland fahren durfte. Es war, als hätte jemand ein Drehbuch geschrieben - einfach perfekt und sicher ein Highlight meiner Karriere.

SPOX: Erst im Regen Kreise um die Gegner gefahren - und dann beim Neustart an der Spitze vor großen Namen wie Massa, Alonso und Co...

Winkelhock: Das war schon kurios: Man weiß, dass man in einem unterlegenen Auto sitzt und hat all diese Stars im Rückspiegel. Es ging einfach nur darum, sauber durch die erste Kurve zu kommen. Denn wenn man dort mit einem Alonso oder Massa aneinander gerät, dann ist man ganz schnell der Buhmann.

SPOX: Bloß nicht der Depp des Tages sein.

Winkelhock: Genau. Das geht so schnell. Wenn ich zum Beispiel dem WM-Führenden ins Auto fahre und der deswegen ausfällt, dann ist der Teufel los.

SPOX: Woran ist ein mögliches zweites Formel-1-Rennen gescheitert?

"Die DTM ist hoch professionell, trotzdem aber familiärer und menschlicher als die Formel 1."
(Markus Winkelhock)

Winkelhock: Ganz klar am Geld. Die Sponsorengelder waren einfach nicht da.

SPOX: Wie ist es Ihnen seit besagtem Formel-1-Rennen ergangen?

Winkelhock: Ich bin froh gewesen, dass ich nach dem Testfahrer-Job bei Spyker von Teamchef Colin Kolles noch die Chance bekommen habe, in seinem Team in der DTM fahren zu können. Die paar guten Ergebnisse, die ich da erzielen konnte, haben mir geholfen, in diesem Jahr einen Werksvertrag bei Audi zu bekommen.

SPOX: Und, gefällt es Ihnen in der DTM?

Winkelhock: Super. Ich fühle mich dort wohler als in der Formel 1. Das ganze Umfeld in der DTM ist hoch professionell, trotzdem aber familiärer und menschlicher als in der Formel 1. Ich bin ein Fahrer, der sich wohl fühlen muss, um seine beste Leistung zeigen zu können. Und das passt bei Audi einfach perfekt.

SPOX: Kein Wunder, dass Sie sich wohl fühlen, Sie fahren im Playboy-Team.

Winkelhock: Das ist in der Tat nicht unangenehm (lacht). Da habe ich mir einen der besten Partner ausgesucht.

SPOX: Playboy-Bunnys inklusive?

Winkelhock: Bei den Rennen sind sie auf jeden Fall vor Ort.

SPOX: Ist die DTM Notlösung oder Wunschserie?

Winkelhock: Auf gar keinen Fall eine Notlösung. Ich sehe in der DTM meine Zukunft. Deswegen versuche ich, mich durch gute Leistungen für ein aktuelles Auto zu empfehlen, mit dem ich um die Meisterschaft fahren kann.

SPOX: Ist die Formel 1 damit abgehakt?

Winkelhock: Für mich auf jeden Fall. Das war eine tolle Erfahrung, aber ich bin Realist. Die DTM ist das, worauf ich mich in Zukunft konzentrieren will. Die Formel 1 ist abgehakt.

Interview: Alexander Mey

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