Donnerstag, 10.07.2008

Testfahrten in Hockheim

"King Lewis" glänzt, Räikkönen knurrt

Hockenheim - Ein Handgemenge wie einst zwischen Ayrton Senna und Michael Schumacher hatten die Tests in Hockenheim diesmal nicht zu bieten, doch auf der Strecke lieferten sich die aktuellen Titelkandidaten einen Schlagabtausch mit Signalwirkung.

Formel 1, Lewis amilton, Mc Laren, Mercedes
© DPA

Gut eine Woche vor dem Großen Preis von Deutschland an gleicher Stelle hat Lewis Hamilton mit glänzenden Übungsfahrten die Hoffnungen auf einen Sieg beim Mercedes-Heimspiel wachsen lassen.

Ferrari indes ist nach dem Reifen-Desaster von Silverstone und den deutlichen Test-Rückständen von Weltmeister Kimi Räikkönen auf Hamilton vorerst die Rolle des klaren WM-Favoriten los.

Hamilton im Vorteil

Routine-Arbeit war bei den ersten Testfahrten der Formel 1 auf dem Hockenheimring seit 16 Jahren Trumpf. Beim letzten Mal war der junge Herausforderer Schumacher beinahe von Rennsport-Idol Senna geohrfeigt worden, diesmal begegneten sich Champion Räikkönen und Thronanwärter Hamilton nur auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs.

Dort sprachen die Zeiten klar für den Briten, der nach seinem grandiosen Heimsieg in Silverstone als King Lewis gefeiert wurde. "Ich sage nicht, dass wir Ferrari überholt haben, aber wir sind einige Schritte vorwärtsgekommen", sagte der 23 Jahre alte McLaren-Mercedes-Mann mit breitem Lächeln.

Lockerheit wieder da

Nach seinem Regen-Triumph in Mittelengland hat der zuvor wegen einer Fehlerserie hart kritisierte Vize-Weltmeister seine Lockerheit wiedergefunden. Freundlich erfüllte er fast jeden Autogramm-Wunsch, entspannt gab er Auskunft über seine tadellose Test-Darbietung.

"Lewis fühlt sich pudelwohl in Hockenheim, er liebt die Strecke", erklärte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Dabei waren es Hamiltons erste Runden in einem Formel-1-Boliden auf dem Traditions-Kurs, den er zuvor nur im Formel-3-Auto umrundet hatte.

Räikkönen unzufrieden

Titelverteidiger Räikkönen verließ Hockenheim dagegen eher mit gemischten Gefühlen. Zuvor knurrte der Finne, der gemeinsam mit Hamilton und seinem Teamkollegen Felipe Massa mit je 48 Punkten die WM anführt, seine Analysen in die Mikrofone des italienischen Fernsehens.

"Wir müssen uns verbessern", sagte der 28-Jährige mit Blick auf den Deutschland-Grand-Prix. Bei den Tests war er deutlich entfernt von Hamiltons Zeiten. Ob dies ein Fingerzeig für das zehnte Saisonrennen sei, ließ Räikkönen offen. "Sicher sind sie schnell, aber wir haben auch ein gutes Paket", meinte er.

Noch viel Arbeit für Heidfeld

Auch BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld sieht für sein Team noch viel Arbeit vor der Rückkehr nach Nordbaden. Bei den Tests "hätte ich gern noch etwas mehr Zeit gehabt, ein optimales Setup für das Hockenheim-Rennen zu erarbeiten", sagte der Mönchengladbacher.

Im Regen von Silverstone hatte der 31-Jährige mit Platz zwei seine Ergebnis-Krise beendet, doch die Zeiten der Übungsrunden in dieser Woche lassen Heidfeld eher als Außenseiter für Hockenheim erscheinen.

Vorfreude auf das Heimspiel

Dennoch ist unter den fünf deutschen Formel-1-Piloten die Vorfreude auf das Heimrennen groß. "Es wird ein unglaubliches Gefühl, in die voll besetzte Arena einzufahren", sagte Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel.

Und der Odenwälder Timo Glock nutzte schon die Testfahrten zum großen Wiedersehen: "Viele Freunde und mein Vater waren da, meine ehemaligen Arbeitskollegen und die ganze Firma von meinem Vater. Das war schon ganz witzig", berichtete der Toyota-Pilot.

Massa Schnellster

Massa gelang derweil am Abschlusstag die schnellste Runde. Der Brasilianer benötigte für den 4,574 Kilometer langen Kurs 1:14,989 Minuten. Zweiter wurde Honda-Pilot Jenson Button mit 0,092 Sekunden Rückstand vor Heikki Kovalainen im Silberpfeil (+0,300 Sekunden). Hamilton und Räikkönen hatten ihre Übungsfahrten bereits beendet.

Als einziger Deutscher war noch Vettel im Einsatz. Der Heppenheimer wurde Fünfter unter zehn Fahrern. Der WM-Vierte Robert Kubica kam im BMW-Sauber nicht über Rang acht hinaus.


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