Montag, 28.07.2008

Noch weitere elf Jahre Formel 1

Alonso will sein wie Schumi

München - Dass Fernando Alonso mit seiner momentanen sportlichen Situation nicht gerade glücklich ist, ist offensichtlich. Er ist vom Mittelmaß genervt. Und was macht man, wenn man frustriert ist? Man sucht nach etwas, dass einen wieder aufbaut.

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© Getty

Bei Alonso ist das Michael Schumacher. Ausgerechnet Schumacher, mit dem er 2006 erbittert und mit einigen Haken, Ösen und bösen Worten um den WM-Titel gekämpft hat.

Schumis Karriere tröstet Alonso über seine persönliche Flaute hinweg. "Ich weiß noch, dass Michael zwei Titel mit Benetton gewonnen hat, dann aber vier Jahre bei Ferrari vergeblich nach dem Titel gejagt hat", sagte Alonso dem "Daily Telegraph".

Mitten in einer Durststrecke

Genau wie der Spanier im Moment. Nach zwei Fahrer-Weltmeisterschaften 2005 und 2006 mit Renault ging es erst 2007 bei McLaren-Mercedes schief, jetzt wird es mit Renault sicher wieder nichts.

Und nächstes Jahr? "Ich hoffe, dann werde ich wieder um den Titel kämpfen können", sagte Alonso. Sein Optimismus in allen Ehren, aber bei Renault könnte das ein schwieriges Unterfangen werden.

Also warten, eventuell bis 2010, wenn ein Wechsel zu Ferrari ansteht - so wird zumindest gemunkelt. Dann könnte er gerade noch rechtzeitig wieder in Titelform kommen, um eine noch längere Durststrecke als die von Schumacher zwischen 1996 und 2000 zu vermeiden.

Karriereende in weiter Ferne

Damit aber noch nicht genug mit den Parallelen zu Schumi. Alonso will nicht nur wie sein einstiger Rivale mit der Scuderia den Titel holen, er will sich entgegen seiner früheren Pläne auch genauso ausdauernd zeigen.

"Es stimmt, dass ich vor drei Jahren niemals gedacht hätte, dass ich einmal so lange in der Formel 1 bleiben würde wie Michael", sagte Alonso. "Ich kam mit 19 Jahren in die Formel 1 und konnte mir nicht vorstellen, 19 oder 20 Jahre dort zu bleiben. Ich wollte mein Leben nicht an die Formel 1 verlieren."

Doch das hat sich geändert. "Jetzt bin ich 26 Jahre alt und denke mir: 'Warum nicht noch zehn oder elf Jahre dranhängen?' Ich will mehr Erfolg haben und bin bereit, mir die nötige Zeit dafür zu nehmen."

"Alles ist möglich"

Klingt kämpferisch, klingt aber auch, als rechne Alonso nicht damit, in naher Zukunft wieder um Siege und Titel fahren zu können.

"Es wird bis zum Ende des Sommers nichts entschieden werden", erklärte Alonso bezüglich seiner Karriereplanung. "Erst dann werde ich mich mit meinen Beratern zusammensetzen und entscheiden, was für mich und Renault das Beste ist. Es gibt viele Dinge zu bedenken - alles ist möglich."

Alexander Mey

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